Was am "Astrologie-Handbuch" sofort auffällt, ist die Extremheit seiner Aussagen. Im Gegensatz zum üblichen Wischi-Waschi gängiger Bücher zum Thema werden hier gewaltige, kontrastreiche Bilder vom Fragenden. Dem weniger ichbezogenen Leser, der seinen psychischen Abläufen keine derartige Urgewalt zusprechen mag, wird das Buch überzeichnet oder lächerlich vorkommen. Außerdem drückt sich Akron in langen, komplizierten Sätzen aus, die sehr präzise Aussagen transportieren, aber nicht einfach so überflogen werden können. Wer sich darauf einläßt, mag jedoch gerade durch diese Sprache um so tiefer berührt werden.
Vor dem eventuellen Kauf dieses Buches sollte man auch bedenken, daß Akron seine übliche "durch die Hölle ins Licht"-Mystik gnadenlos durchzieht. Man mag es erhellend finden, wenn man auf der selben Schiene fährt, ansonsten wird die ständige Wiederholung dieses Grundthemas aber schnell penetrant. Ein Buch, das offensichtlich darauf ausgelegt ist, zu polarisieren, und dieses Ziel erreicht.
Von Stilfragen einmal abgesehen ist das "Astrologie-Handbuch" ein äußerst dichtes Werk, vollgepackt mit Information, das allerdings hier und da etwas ungenau ist, wenn der Autor die Feinheiten einer Aussage zugunsten der Wiederholung seiner Lieblingsbilder verschenkt hat. Nichtsdestoweniger ist es um Längen informativer als alles, was ich sonst zum Thema finden konnte. Gerade die Behandlung der Transsaturnischen Planeten ist sehr lesenswert. Kein Buch, das den Einstieg in die Astrologie erleichtert, aber eines, das dem anspruchsvollen Leser selten erreichte Tiefen eröfnet.