"Noch ein Ratgeber für Frauen, die erfolgreich sein wollen", denkt frau beim Titel dieses Buches. Und vielleicht noch "arrogant will ich aber nicht werden, um Erfolg zu haben". Und dann fängt sie trotzdem an zu lesen, denn die Neugier siegt. Was kann uns ein Mann mit auf den Weg geben, uns weiblichen Profis der Kommunikation?
Das in zwölf Kapitel gegliederte Buch eröffnet ungeahnte Einblicke in die Wirkungsweise von weiblicher und männlicher Kommunikation im Berufsalltag, zeigt klassische Missverständnisse auf und vermittelt der weiblichen Zielgruppe die Feinheiten männlichen Territorialverhaltens und allgegenwärtiger Rangordnungskämpfe. Kurze Exkurse zu Veröffentlichungen namhafter Autoren aus Kommunikationstheorie, Improvisationstheater und Unternehmensführung ergänzen und bereichern die sehr persönlichen Beispiele vom Autor selbst und von Frauen, die seine Arroganz-Trainings besuchen und Problemsituationen mit Anleihen aus der Systemischen Aufstellung und Rollenspielen nachstellen. Eine kurze Zusammenfassung am Ende jedes Kapitels erleichtert das Nachschlagen.
Das Buch schließt mit den "zehn Geboten der Arroganz", die vielleicht für jede Frau ein bisschen anders gewichtet werden müssten. Erwähnenswert ist auch die interessante Literaturliste im Anhang zum Vertiefen und weiterlesen.
Peter Modler hat seine Erfahrungen als Zimmermann, Akademiker, Prokurist, Geschäftsführer und Unternehmensberater gesammelt und lässt uns freizügig und selbstreflektiert, teils mit einem Augenzwinkern, daran teilhaben. Das vermittelt der Leserin das Gefühl, einen persönlichen "undercover-Agenten" zu beschäftigen, der sowohl die eigene Ausstattung und Vorgehensweise und auch die des "Gegners" kennt. Die Beschreibungen seiner Arroganz-Trainings mit Frauen in Führungspositionen und einem männlichen Sparringspartner ergänzen die Verständlichkeit der bislang so nicht zusammengestellten Management-Tools für Frauen.
Dabei bleibt der Schuster aber stets bei seinen Leisten, er erspart uns Möchtegern-Psychoanalyse, Lebensbewältigungstipps und Oberlehrer-Jargon. Die Zielgruppe ist klar: Frauen, die schon einige Stufen der Hierarchieleiter erklommen haben und nun noch besseres Handwerkszeug brauchen, um auch die letzten Hürden zu nehmen, die uns vom Chefinnensessel trennen.
Für mich ein gutes Buch, das sich angenehm und kurzweilig liest, es kann Coaching und Fortbildung sicher sehr wirkungsvoll ergänzen, und vermittelt die wichtigen Hintergrundinformationen, ersetzt aber keinesfalls das Üben am lebenden Objekt.