Wer die Bewerbungsmappen des Duos Püttjer/Schnierda kennt, wundert sich, weshalb deren System nicht schon früher auf das Verfassen von Arbeitszeugnissen übertragen wurde. Als ich noch für das Marketing des grössten Schweizer Arbeitsamtes zuständig war, legte ich mir eine Sammlung von einigen Hundert Dokumenten dieser Art an. Und es war alles andere als einfach, dem Stapel der guten Beispiele zum Wachstum zu verhelfen. Offenbar sind selbst professionell bestückte Personalabteilungen kaum in der Lage, aussagekräftige und rechtlich korrekte Zeugnisse zu schreiben. Sollte sich daran nichts ändern, fällt zumindest die Entschuldigung weg, man hätte sich nirgends informieren können.
So wie Bewerbungen „passgenau, stärkeorientiert und glaubwürdig" sein sollten, können auch Arbeitszeugnisse aufgebaut und verfasst werden. Doch damit das auch im Detail klappt, gibt es eingangs dieses Buches einige Seiten Theorie und eine Checkliste. Danach geht's los mit den praktischen Beispielen nach bewährter Art der „vorher-nachher". Die Autoren stellen 50 Beispielzeugnisse verschiedener Berufsgruppen vor, weisen auf reelle Fehler hin und zeigen, wie man es besser macht. Zudem finden sich über 400 Formulierungsvorschläge, damit die Zeugniscodefetischisten ebenfalls auf die Rechnung kommen und dumme Missverständnisse vermieden werden.
Mein Fazit: Sollte auch in Personalabteilungen nicht fehlen, die der Meinung sind, alles bereits richtig zu machen. Denn ausser dem Pflichtprogramm finden sich viele Anregungen für eine gelungene Kür. Da sich deutsches und schweizerisches Recht beim Verfassen von Arbeitszeugnissen nicht wesentlich unterscheiden, gilt meine Empfehlung auch für Eidgenossen.