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Das Antlitz des Krieges: Die Schlachten von Azincourt 1415, Waterloo 1815 und an der Somme 1916
 
 
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Das Antlitz des Krieges: Die Schlachten von Azincourt 1415, Waterloo 1815 und an der Somme 1916 [Taschenbuch]

John Keegan , Helmut Kusterer
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch, 1. Januar 1991 --  

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 424 Seiten
  • Verlag: Campus Verlag; Auflage: 1 (1. Januar 1991)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3593345137
  • ISBN-13: 978-3593345130
  • Größe und/oder Gewicht: 18,5 x 12,1 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 851.517 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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John Keegan
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Dieser Klassiker der Militärgeschichte behandelt nicht nur die Strategie und den Verlauf berühmter Schlachten. John Keegan geht es darum, wie sich der einzelne Soldat, der Offizier, die kleine Gruppe und die Masse der Kämpfenden in der tödlichen Konfrontation mit dem Freinde verhalten, welche Formen des Kampfes es gibt, wann Mut und Ausdauer und wann das Waffenpotential den Ausschlag geben. Keegan beschönigt nicht und klagt nicht an, er läßt die Fakten und die Beteiligten selbst sprechen: das ist deutlich und schrecklich genung.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
27 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Leider kann ich die Meinung der anderen Rezensenten nur bedingt teilen. Als ich mir das Buch kaufte, waren meine Erwartungen hoch, nicht zuletzt weil doch der Autor als Militärforscher eine wissenschaftliche Analyse nicht nur der Schlacht, sondern auch des individiuellen Erlebens der Soldaten, versprach. Konnte ich doch diese Kombination bisher in keinem Buch finden.
Meiner Meinung nach ist der Autor beiden "Aufgaben" nur unbefriedigend gerecht geworden. Doch zunächst zum Aufbau des Buches.
Nach einer achtzigseitigen Einführung zur Geschichte der Militärhistorie und den Zielen der Arbeit etc., folgt mit der Darstellung der drei Schlachten (Anzincourt, Waterloo, Somme) der Hauptteil des Buches. Die Darstellung der Schlachten ist eine Mischung aus Schlachtenanalyse im Sinne der Beschreibung des taktischen Verlaufs der Aktionen der beteiligten Armeen, und individueller Erlebnissen der Soldaten.
Die Darstellung der Begegnung von Anzincourt ist wirklich aufschlussreich und interessant. Auch die taktische Analyse fällt recht präzise aus. Dabei wird z.B. die Rolle des Langbogens relativiert, der meines Wissens nach, immer als schlachtentscheident galt. Das nur englische Quellen verwendet wurden, ist im Hinblick auf das Alter der Schlacht verständlich.
Die Darstellung der Schlacht von Waterloo ist dagegen unbefriedigend. Nicht alle wichtigen Bestandteile der Schlacht werden beschrieben. So wir das Eingreifen der Preussen und deren Einfuss auf den Ausgang der Schlacht, faktisch übergangen. Es werden auch keine französchen, belgischen,holländischen oder deutschen Quellen aus dieser Zeit verwand, sondern ausschließlich britische.
Doch gerade wenn sich Soldaten so unterschiedlich verhalten wie z.b. die Briten - die auch unter heftigstem Beschuss nicht zurückwichen - und die Holländer und Belgier - welche zu desertieren drohten, und erst durch britische Kavallerie motiviert werden konnten, wieder in Position zu gehen -, kann sich die Analyse nicht nur auf Aussagen der einen Gruppe beschränken.
Auch die Analyse der Somme-Schlacht muss sich im Prinzip dieselben Kritikpunkte gefallen lassen. Die Kommentare über die Motivation oder die Empfindungen des Gegners sind auch hier Vermutungen, die nicht erkennbar durch Quellen belegt sind.
Zusammenfassend finde ich das Buch lesenswert,denn es bietet interessante Einblicke in die Materie. Als wissenschaftliche Dartsellung taugt es, meiner Meinung als Amateurhistoriker (Amateur in dem Sinne, dass ich nicht meinen Lebensunterhalt damit
verdiene)nach, nicht, denn der subjektive Einfluss des Autors ist zu ausgeprägt und die Quellenbasis zu einseitig.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
John Keegans Buch war ein Meilenstein für die moderne Militärgeschichtsschreibung: Ein junger, ungedienter, britischer Historiker (man beachte die Kombination!) schreibt ein Buch über die individuelle Erfahrung der Schlacht - eine nicht nur für militärische Zeitgenossen verwirrende, für manche geradezu verstörende Konstellation. Konnte das gutgehen?

Es konnte.

Keegan sezierte die Schlachten von Azincourt (1415), Waterloo (1815) und der Somme (1916) und produzierte einen Text, der bis heute faszinieren kann. Was sah, was roch, was spürte der Soldat auf dem Schlachtfeld? Was passiert bei einer Kavallerieattacke eigentlich genau? Wie wird Trommelfeuer erlebt? Wie wird Verwundung erfahren? Und vor allem - wie ändern sich diese Aspekte durch die Jahrhunderte? In einer Zeit, in der Militärgeschichte sich noch praktich ausschließlich mit glorifizierten (oder verdammten) Generalen und klinisch-sauberen roten und blauen Pfeilen auf Landkarten beschäftige, war dieses Buch ein Paukenschlag für eine Perspektive von unten.

Über 30 Jahre später ist der Lack natürlich ein wenig ab. Das einführende Kapitel über Militärgeschichte ist selbstverständlich veraltet, daraus kann man dem Buch keinen Vorwurf machen. Aber auch der Text selber ist heute nicht mehr so leicht zu genießen, wie er es unter dem Eindruck der Neuartigkeit des Buches vielleicht war. Quellenkorpus und Belegarbeit sind mehr als dünn - und zwar nicht nur nach den bekanntlich sehr hohen, zeitgenössischen, deutschen Maßstäben. Viele Ableitungen und Generalisierungen sind doch recht gewagt. Im Lichte einer kritischen Sozial- und Kulturgeschichte, die in den letzten Jahrzehnten unsere Perspektive erweitert hat, sind viele Aussagen Keegans hoffnungslos veraltet.

Und doch: Keegans Schlacht bleibt eine unbedingte Leseempfehlung. Wer dieses Buch mit kritischem Blick und akademischer Distanz liest, wird immer noch eine Reihe von überraschenden und anregenden Punkten finden. Die Idee, die Erfahrung der Schlacht zu skizzieren, ist ja nicht vom Tisch, sondern im Gegenteil immer noch ein oft artikuliertes Desiderat. Keegans Buch stellte (und stellt teilweise immer noch!) Fragen, die sehr einfach und naheliegend erscheinen, sobald sie artikuliert waren - aber sie mussten erst einmal artikuliert werden, und das war das Verdienst dieses Buches, auch wenn es aus heutiger Sicht viele Antworten schuldig bleibt. Dass nicht wenige von Keegans Aussagen und Arbeitstechniken heute befremden, ist dabei aber dann eigentlich kein Mangel, sondern sollte kritische Leserinnen und Leser ganz im Gegenteil anregen und dazu beflügeln, sich um so enthusiastischer in die aktuelle wissenschaftliche Literatur zu den Themen zu vertiefen, die Keegan nur angerissen hat.

5 Sterne bekommt dieses Buch also nicht deshalb, weil es heute noch uneingeschränkt zu empfehlen wäre, sondern:
- wegen seines historischen Verdienstes um die akademische Militärgeschichtsschreibung
- weil es auch nach über 30 Jahren noch die Kraft hat, zu reizen und intellektuell herauszufordern
- weil es inhaltlich immer noch ein guter Startpunkt ist.

P.S. Keegan selber hat sich übrigens in den letzten 30 Jahren inhaltlich kaum ein Stück bewegt. War "Face of Battle" noch ein junges, wildes Buch in einem sehr konservativen Rahmen, so hat sich das wissenschaftliche Koordinatennetzwerk in den vergangenen 30 Jahren doch sehr verschoben. Keegan schreibt aber immer noch praktisch das gleiche, so dass sein Werk Die Kultur des Krieges von 1997 plötzlich sehr verstaubt und beinahe klischeehaft chauvinistisch wirkt - trotz des (gescheiterten) Versuches, mit der Integration der kulturhistorischen Perspektive weiter an der Spitze des Diskurses zu bleiben.
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40 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Hohe Erwartungen an diesen Buch werden schon durch den Klappentext geweckt, der das Buch in eine Reihe mit den klassischen Werken des preußischen Militärphilosophen Clausewitz stellt.
Das erste, einleitende Kapitel beschäftigt sich dann auf hohem theoretischem Niveau mit der Frage, ob eine grundlegendere Schicht menschlichen Erlebens, die Summe subjektiver Erfahrungen in der Schlacht zu finden ist, die in gleichen, wenn nicht größerem Ausmaß das Ergebnis beeinflußt als die Entscheidungen des Feldherrn und der hohen Offiziere. Der Leser - Amateurmilitärhistoriker - ist fasziniert. Eine Idee, die so neu und gleichzeitig so naheliegend scheint, daß ihre Untersuchung eine reiche Ernte anregender Erkenntnisse verspricht.
Auch die Mittel sind vielversprechend. Hier sollen die unzähligen privaten Aufzeichnungen unbedeutender Teilnehmer zu Wort kommen, die schematisch pathetischen oder unmenschlich sachlichen offiziellen Darstellungen sollen einer kritischen Analyse unterzogen werden.
In den folgenden drei Kapiteln werden nun die Schlachten von Azincourt, Waterloo und der Somme dargestellt. Die Auswahl läßt schon leise Zweifel aufkommen, doch die Begründung des Autors beruhigt zunächst: die Wahl sei durch die Verfügbarkeit von Material und Zweck der Darlegung bestimmt.
In Hinsicht auf das Erleben der Teilnehmer versagt diese Erklärung jedoch schon bei Azincourt: es sind keine Aufzeichnungen der einfachen Soldaten überliefert. Das Schlachtgeschehen wird nach der bekannten Geographie und den Überlieferungen der Geschichtsschreiber detailliert und plastisch dargestellt, die Theorie des Autors wird jedoch nur durch die Vorstellungskraft des Lesers gestützt, Belege fehlen eben. Die Legende von den Langbögen wird ersetzt durch den Hinweis auf die Pfähle, die die Bogenschützen als Barriere gegen die Reiterei einrammten.
Zur Schlacht von Waterloo existiert dagegen eine Unmenge privater Literatur. Nahezu jeder Teilnehmer der Schlacht scheint seine Erinnerungen in schriftlicher Form niedergelegt zu haben. Ein ungehobener Schatz. Keegan findet nur einzelne Perlen. Er kann erklären, warum die französische Reiterei die Karrees nicht zu brechen vermochte. Er erhellt die Gefühle der Infanterie auch gegenüber der eigenen Kavallerie, die eine Art Militärpolizei stellte. Er stellt die Frage, wie die stundenlang auf einer Stelle verharrenden Soldaten eigentlich ihre Notdurft verrichteten. Seine grundlegende Fragestellung jedoch bearbeitet er nicht: was hatte das für einen Einfluß auf den Sieg. Warum floh die Kaisergarde ? Keegan kommt nicht über den Analysenstand Wellingtons hinaus: "Die Schlacht von Waterloo wurde auf den Sportplätzen von Eton gewonnen." Er fällt gar in das älteste Klischee der Militärgeschichte zurück: "Die Ehre ... hatte triumphiert."
Nach dieser Enttäuschung erwartet der Leser von den verbleibenden Kapiteln nicht mehr viel und bekommt auch nichts mehr.
Übrig bleibt das Gefühl vom Autor getäuscht worden zu sein. Nach einer blendenden Exposition gelingt es Keegan nicht, über den Tellerrand der britischen Geschichtsbetrachtung hinauszusehen. Das Niveau fällt auf die Qualität einer "Apokalypse now". Diese Texte in ihrer Einseitigkeit und mit ihrem Selbstlob haben wir auf dem britisch dominierten Markt der Militärgeschichtsliteratur schon bis zum Überdruß gelesen.
Doch dann dämmert die Erkenntnis: dieses Buch ist nicht für mich, nicht für uns geschrieben, es ist ein Lehrtext für die Kadetten von Sandhurst.
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