Produktinformation
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Eine der ältesten Kollektionen ihrer Art ist die der ehrwürdigen Royal Photographic Society, gegründet 1853 unter der Schirmherrschaft Queen Victorias und ihres fotografiebegeisterten Prinzgemahls Albert. Aus dem über 270 000 Einzelbilder umfassenden Archiv zur Fotografie des 19. und frühen 20. Jahrhunderts wählte Kuratorin Pam Robertson 300 Beispiele für ihren repräsentativen Abriss über die Entwicklungsgeschichte eines nunmehr anderthalb Jahrhunderte alten Mediums, differenziert nach den Themenbereichen Porträt- und Dokumentarfotografie, Privatleben und Wissenschaft, Kunst-, Akt- und Modefotografie, Landschaft, Architektur und Reise. Angesiedelt zwischen dramatischer Inszenierungslust und "objektiver" Dokumentation, spiegeln sie gleichermaßen die Faszination von den Möglichkeiten der fortschreitenden Technik wie die Bemühung, "magische" oder weltgeschichtlich bedeutsame Momente für die Nachwelt festzuhalten - und nicht zuletzt die zunehmende Emanzipation des Mediums von den Vorgaben traditioneller Kunstikonografie.
Verdienstvoll auch die solide editorische Aufbereitung mit Kurzbiografien der wichtigsten Fotografen -ausgehend von den Namen bedeutender Fotopioniere wie J. N. Niepce und W. H. Fox Talbot eine Art "Who's Who" der Fotogeschichte -- sowie einem ausführlichen Glossar der frühen, heute weitgehend vergessenen fotografischen Verfahren. --Dagmar Lutz
Die Royal Photographic Society, 1853 gegründet als "Photographic Society of London", war über lange Zeiten ihres Bestehens "eine Art fotografische Selbsthilfegruppe". Wohlhabende Mitglieder der englischen Gesellschaft Fotografie war ein extrem teures Vergnügen trafen sich regelmäßig zum Austausch über technische Neuerungen, ihre Erfahrungen und ihre Werke. Vornehmlich aus Arbeiten ihrer Mitglieder hat die Royal Photographic Society ein Archiv aus mehr als 270000 Bildern angesammelt, aus dem das vorliegende Buch eine Auswahl von Highlights präsentiert. Man erfährt auch einiges über die Entwicklung der verschiedenen Techniken, von den mit Pech beschichteten Platten des Nicéphore Niépce (Spektrum der Wissenschaft 2/1997, S. 52) und den wenig später folgenden Daguerreotypien bis zur Handkamera und zum Rollfilm. Aber das steht im Anhang oder wird nebenbei erwähnt, als ein Faktor, der die künstlerische Arbeit einengte oder in eine bestimmte Richtung drängte: So bevorzugten die Verwender des Autochromverfahrens, einer Frühform des Diapositivs, satte Rottöne, weil diese besonders eindrucksvoll zur Geltung kamen. In den Vordergrund hat die Herausgeberin den Ausdrucks- und Gestaltungswillen der Fotografen gestellt. So arbeitet sie heraus, dass britische Landschaftsfotografen bevorzugt die vom Menschen geformte, wohlgeordnete Natur abbildeten und wilde, unberührte Landschaften vernachlässigten, während ihre amerikanischen Kollegen sich aus einleuchtenden Gründen gerade darauf konzentrierten. Man braucht eine Weile, um die an Massen technisch perfekter Bilder gewöhnten Augen umzuschalten auf Werke, denen man die Mühe ihrer Herstellung oft nur zu deutlich ansieht. Aber dann sind sie höchst eindrucksvoll. Rezensent: Dr. Christoph Pöppe
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