Mobbing ist zu einer Schlagwort geworden, insbesondere im schulischen Kontext. Kaum gibt es mal Auseinandersetzungen zwischen Kindern und Jugendlichen, hört man Aussagen wie "Ich werde gemobbt!". Dies führt auf Dauer zu einer Verharmlosung dieses schwierigen, und doch lösbaren Phänomens "Mobbing".
Das Buch von Mustafa Jannan setzt an mehreren Stellen an und ermöglicht dadurch ein breites Schutzschild: Mobbing definieren, erkennen, benennen und dann sowohl vorbeugend als auch eingreifend zu intervenieren.
Damit wird mobbing klar als Gewaltform benannt und unterschieden zu entwicklungsbezogenen Ausdrucksformen der Auseinandersetzung und des Messens aneinander. Mustafa Jannan gelingt es hier deutliche Positionen zu beziehen udn vor allen Dingen auch die Zuschauenenden und heimlichen Unterstützer/-innen mit in den Fokus zu nehmen.
Die gesunde Mischung aus Täter- und Opfer-Benennung, Mitstreiter/-innen-Einbeziehung und einer Reihe an Möglichkeiten der direkten Auseinandersetzung wird unterstützt durch zahlreiche vorbeugende und aufklärende Spiele, Übungen, Umfragen sowie schulische Gesamtkonzepte gegen Mobbing und Gewalt.
Wer das Buch als Lehrer/-in liest und durcharbeitet wird anschließend nicht mehr sagen "Was soll kann ich denn machen?". Vielmehr wird man noch mehr Bereitschaft zeigen, gezielt und umfassend zu agieren. Denn es hilft keinem Mobbingopfer allein, die Klasse oder Schule zu wechseln. Damit wird die Problematik eher verschoben. Vielmehr zeigt der Autor als erfahrener Gymnasiallehrer wie man die Behandlung von Mobbing auch als Lebenslernfeld sehen kann, wie man mit Konflikten und Andersartigkeiten umgehen kann. Die präzisen, ansprechend gestalteten Vorlagen (im übrigen stehen diese auch als Download zur Verfügung) und die klar beschriebenen Interventionsschritte - welche auch den möglichen, persönlichen Anteil von Lehrkräften und die Beteiligung von Eltern berücksichtigen - machen das Buch nicht nur vom Titel, sondern insbesondere vom Inhalt her zu einem wirklichen "Anti-Mobbing-Buch"!