Neue Zürcher Zeitung
Moral mit Gefühl
upj. Innerhalb der Moraltheorie haben in den letzten Jahrzehnten engagierte Diskurse über die (Eigen-) Rechte künftiger Generationen, gesellschaftlich Benachteiligter, der Tiere und auch der «Natur» stattgefunden. Dabei stehen sich Vertreter und Vertreterinnen unterschiedlicher Positionen gegenüber. Während sich etwa die analytische Philosophie an der Klärung moralischer Grundbegriffe versucht, gibt es kritische Stimmen, die einwenden, auch die modernen Moraltheorien seien den neuen Themenkomplexen nicht gewachsen. Die Wiener Philosophin Herlinde Pauer-Studer hat es, ausgehend von der skizzierten Situation, dennoch gewagt, die Grundzüge einer «Ethik» zu entwerfen, die den Pferdefuss der neueren Moralphilosophie, nämlich das Hintanstellen von Gefühlen und «moralischen» Empfindungen, zu umgehen versucht. Im ersten Teil ihrer Arbeit rekonstruiert die Autorin das, was bisher als «feministische» Ethik-Debatte galt; im zweiten Teil wird auf die Herausforderung der modernen Prinzipienethik durch den Kommunitarismus (MacIntyre, Sandel) eingegangen. Im letzten Teil versucht Herlinde Pauer-Studer die Rekonstruktion einer «umfassenden» (also auch die «Gefühlslage» und die Geschlechterdifferenz einbegreifende) Moraltheorie, ausgehend von Hume und Kant und (kritisch) abstützend auf Ernst Tugendhats Kombination von Regel- und Tugendmoral.
Kurzbeschreibung
Die Arbeit untersucht, wie sich die Moralphilosophie unter der Perspektive der Geschlechterdifferenz präsentiert. Themen des Buches sind:
Feministische Ansätze in der Moralphilosophie
Liberalismus, Kommunitarismus, Feminismus
Immanuel Kant und David Hume - Moraltheorie der Frauen?
Eine moderne Theorie des Guten