"Das Allheilmittel", geschrieben von der Journalistin Jennifer Valoppi, bietet angenehme Unterhaltung, zeigt jedoch auch einige Schwächen in der Handlung und der Gestaltung auf.
Ein Buch, welches sich um Gott, den Teufel und mystische Zahlen"verschwörungen" dreht, kann getrost mit einem Absatz über Zahlen in der Rezension eingeleitet werden. Auf knapp 480 Seiten schlägt sich der Leser durch 149 (!) Kapitel, was bedeutet, dass knapp alle drei Seiten ein neues Kapitel aufgeschlagen wird. Zum einen mag das angenehm sein, da jederzeit die Lektüre unterbrochen werden kann, jedoch ist der Lesefluss auf Dauer ein wenig getrübt, da die Kapitelwechsel immer wieder aus dem Story herausreißen.
Dieser Umstand wirkt sich vertiefend aus, da Jennifer Valoppi generell eine recht oberflächliche Geschichte erzählt, bei der die Charaktere recht grob umschreiben werden und im Laufe der Handlung auch nicht viel an Tiefe dazu gewinnen. So braucht die Geschichte auch einige hundert Seiten, bis endlich Schwung in die Handlung kommt und es einigermaßen klar wird, um was es eigentlich geht.
Die Handlung mischt Wissenschaft und Glauben, die uralten Gegengewichte, wild miteinander und das bekommt auch der Leser zu spüren. Justin und seine Freundin werden als Schüler vorgestellt, die Themen, die die beiden allerdings verstehen und ansprechen, bewegen sich etwas über dem Niveau eines gemeinen Schülers und so wirkt die ganze Handlung etwas abgehoben. Natürlich, das Buch bewegt sich im Thrillerbereich rund um Gott, den Teufel und den Glauben, abstrakte Worte und für viele Menschen leere Worthülsen, doch bleibt ein fader Beigeschmack nach der Lektüre des Buches. Gerade das Ende erscheint, einmal abgesehen vom Verhalten der Mutter, etwas aufgesetzt und abrupt, zumal die Geschichte über einen langen Zeitraum recht ruhig verlief.
Ein großer Teil des Buches befasst sich mit Helene, der TV-Moderatorin, welche wahrscheinlich in gewisser Weise einen Aspekt der Arbeit von Jenifer Valoppi verkörpert. Die akribische Beschreibung rund um Quoten, Interviews und den Alltag aus dem Journalismusgeschäft wurde gut und sauber in die Geschichte eingearbeitet.
Die Aufmachung des Buches kann sich sehen lassen. Die Hardcoverversion hat ein ansprechendes Cover und eine angenehme Schriftgröße, so dass die Lektüre des Werkes wirklich zügig voranschreitet. Auffallend sind wie bereits beschriebene die vielen, vielen Kapitel, deren Sinn teilweise nicht ersichtlich ist. Etwas größere Sinnabschnitte würden den Lesefluss nicht so oft unterbrechen - vielleicht sollte man die Anzahl der Kapitel auch einmal auf verborgene Zahlenmystik hin untersuchen.
Insgesamt bietet "das Allheilmittel" einen kurzweiligen Lesespaß, wobei das Buch hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt. Justin und seine Freundin wirken etwas überzogen dargestellt und das Ende wirkt erzwungen, während zuvor etliche Seiten umgeblättert werden müssen, bis endlich Tempo in die Geschichte kommt. Kein Allheilmittel, aber ein gutes Buch gegen Langeweile in der kalten Jahreszeit.