Kurzbeschreibung
In den letzten Jahrzehnten haben sich Stellenwert und liturgische Praxis des Abendmahls in den evangelischen Kirchen tiefgreifend verändert. Immer wieder wird über das Verständnis und die Praxis des Abendmahles nachgedacht, oft auch kontrovers diskutiert.
Wie häufig soll das Abendmahl gefeiert werden und in welcher Form? Welche Stücke der Liturgie sind unverzichtbar? Darf anstelle von Wein auch Traubensaft verwendet werden? Sollte dem Abendmahl eine Beichte vorausgehen? Wer darf am Abendmahl teilnehmen? Schließlich als eigentliche Frage: Was bedeutet denn das Abendmahl überhaupt?
Dieses vom Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland vorgelegte Buch versucht Orientierung zu vermitteln: Es bietet in klar verständlicher Sprache eine gemeinsame evangelische Deutung des Abendmahls an und gibt praktische Hinweise für den Umgang mit dem Abendmahl. Eine wichtige Orientierungshilfe für alle, die dieses bedeutende Sakrament der evangelischen Kirchen besser verstehen wollen.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Gleichwohl gehört es zu den Grundaufgaben der Kirche vor solch einem großen ökumenischen Fest, sich ihres eigenen Verständnisses des Abendmahls in knapper Form zu vergewissern. Dabei wird sich evangelische Theologie nicht nur immer wieder an den biblischen Quellen orientieren, sondern auch an den erreichten Konsens der Leuenberger Konkordie von 1973 erinnern und von dort aus das evangelische Abendmahlsverständnis mit seinen unterschiedlichen Ausprägungen in lutherischer und reformierter Tradition darlegen. Dieses kann dann auch im Blick auf die An- und Rückfragen näher entfaltet werden, die sich aus der Mitte der evangelischen Kirche und ihrer Frömmigkeit selbst ergeben. Denn nicht wenige zentrale Begriffe der theologischen Überlieferung wie Schuld und Sünde, Fleisch und Blut, Sühne und Opfer bedürfen einer Erläuterung und vertragen sie.
Der Rat der EKD hat im Oktober 2001 eine Ad-hoc-Kommission einberufen, die ihre Ergebnisse im Oktober 2002 erstmals dem Rat vorlegen konnte. Im Dezember 2002 hat sich der Rat den Text zu eigen gemacht und der Kommission — insbesondere ihrem Vorsitzenden, Herrn Professor Markschies - gedankt für ihren großen Einsatz. Der vom Rat der EKD nun vorgelegte Text zum Verständnis und zur Praxis des evangelischen Abendmahls soll eine Orientierungshilfe sein. Weder will der Text die Gesamtheit aller theologischen Fragen zum Abendmahl klären noch die in den Kirchen vorhandenen Lebensordnungen ersetzen, sondern lediglich einige Grundzüge unterstreichen, die das evangelische Abendmahl identifizierbar machen. Der Text beschreibt daher in drei Schritten die biblisch-theologischen Grundlagen, die heutigen Anfragen und theologischen Klärungen und die Praxis des evangelischen Abendmahls, ohne dabei die Unterschiede zwischen lutherischer und reformierter Tradition einzuebnen. Dabei verfolgt der Text die Leitfrage, welche Dimensionen der Abendmahlsfeier von Anfang an den Kern bilden und welche Dimensionen zur Ausgestaltung und Interpretation einladen. Der Text beschreibt so zugleich den stiftungsgemäßen Kern evangelischen Abendmahlsverständnisses und den sich darum rankenden Reichtum evangelischer Abendmahlstraditionen. Damit hofft der Rat der EKD, die gemeinsame Mitte aller unterschiedlichen Akzentuierungen des einen evangelischen Abendmahlsverständnisses zu stärken und zugleich auf die breite, schon heute mit der römisch-katholischen Kirche gemeinsame Basis hinzuweisen, die künftige Weiterarbeit in ökumenischer Perspektive zugleich notwendig und verheißungsvoll sein läßt, - daß nämlich die stiftungsgemäße Feier in Orientierung an den biblischen Quellen die Zusage gültig und glaubwürdig macht: Jesus Christus ist selbst »Gastgeber und Gabe« des Mahles, »gewährt Vergebung der Sünden und befreit uns zu einem neuen Leben aus Glauben« (Leuenberger Konkordie 15).
Hannover, im Advent 2002
Präses Manfred Kock
Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
Die Fragestellung
Das Abendmahl ist ein wichtiger Bestandteil des evangelischen Gottesdienstes. Da der Gottesdienst aber das zentrale Ereignis in der Gemeinde und so auch in der ganzen Kirche ist, wird nicht nur immer wieder Abendmahl gefeiert, sondern auch immer wieder über das Abendmahl nachgedacht, gelegentlich auch darüber gestritten. Die vielfältigen gegenwärtigen Diskussionen über das Abendmahl haben den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland bewogen, im Oktober 2001 eine Kommission einzusetzen, die sich mit dem Thema »Abendmahl« beschäftigen sollte. Der Rat hat dieser Kommission die Aufgabe zugewiesen, eine »Orientierungshilfe zum evangelischen Verständnis und zur evangelischen Praxis des Abendmahls« zu erarbeiten, die hiermit vorgelegt wird.
Bedarf für einen solchen Text besteht nicht nur deswegen, weil im unmittelbaren Vorfeld des Berliner Ökumenischen Kirchentags (28. Mai-1. Juni 2003) eine allgemeinverständliche Orientierung über das Abendmahl aus evangelischer Sicht verlangt wird und zuletzt anläßlich des Kirchentags in Frankfurt im Jahre 2001 heftig über den Entwurf einer Feierabendmahlsliturgie diskutiert wurde.
Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Gleichwohl gehört es zu den Grundaufgaben der Kirche vor solch einem großen ökumenischen Fest, sich ihres eigenen Verständnisses des Abendmahls in knapper Form zu vergewissern. Dabei wird sich evangelische Theologie nicht nur immer wieder an den biblischen Quellen orientieren, sondern auch an den erreichten Konsens der Leuenberger Konkordie von 1973 erinnern und von dort aus das evangelische Abendmahlsverständnis mit seinen unterschiedlichen Ausprägungen in lutherischer und reformierter Tradition darlegen. Dieses kann dann auch im Blick auf die An- und Rückfragen näher entfaltet werden, die sich aus der Mitte der evangelischen Kirche und ihrer Frömmigkeit selbst ergeben. Denn nicht wenige zentrale Begriffe der theologischen Überlieferung wie Schuld und Sünde, Fleisch und Blut, Sühne und Opfer bedürfen einer Erläuterung und vertragen sie.
Der Rat der EKD hat im Oktober 2001 eine Ad-hoc-Kommission einberufen, die ihre Ergebnisse im Oktober 2002 erstmals dem Rat vorlegen konnte. Im Dezember 2002 hat sich der Rat den Text zu eigen gemacht und der Kommission - insbesondere ihrem Vorsitzenden, Herrn Professor Markschies - gedankt für ihren großen Einsatz. Der vom Rat der EKD nun vorgelegte Text zum Verständnis und zur Praxis des evangelischen Abendmahls soll eine Orientierungshilfe sein. Weder will der Text die Gesamtheit aller theologischen Fragen zum Abendmahl klären noch die in den Kirchen vorhandenen Lebensordnungen ersetzen, sondern lediglich einige Grundzüge unterstreichen, die das evangelische Abendmahl identifizierbar machen. Der Text beschreibt daher in drei Schritten die biblisch-theologischen Grundlagen, die heutigen Anfragen und theologischen Klärungen und die Praxis des evangelischen Abendmahls, ohne dabei die Unterschiede zwischen lutherischer und reformierter Tradition einzuebnen. Dabei verfolgt der Text die Leitfrage, welche Dimensionen der Abendmahlsfeier von Anfang an den Kern bilden und welche Dimensionen zur Ausgestaltung und Interpretation einladen. Der Text beschreibt so zugleich den stiftungsgemäßen Kern evangelischen Abendmahlsverständnisses und den sich darum rankenden Reichtum evangelischer Abendmahlstraditionen. Damit hofft der Rat der EKD, die gemeinsame Mitte aller unterschiedlichen Akzentuierungen des einen evangelischen Abendmahlsverständnisses zu stärken und zugleich auf die breite, schon heute mit der römisch-katholischen Kirche gemeinsame Basis hinzuweisen, die künftige Weiterarbeit in ökumenischer Perspektive zugleich notwendig und verheißungsvoll sein läßt, - daß nämlich die stiftungsgemäße Feier in Orientierung an den biblischen Quellen die Zusage gültig und glaubwürdig macht: Jesus Christus ist selbst »Gastgeber und Gabe« des Mahles, »gewährt Vergebung der Sünden und befreit uns zu einem neuen Leben aus Glauben« (Leuenberger Konkordie 15).
Hannover, im Advent 2002
Präses Manfred Kock
Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
Die Fragestellung
Das Abendmahl ist ein wichtiger Bestandteil des evangelischen Gottesdienstes. Da der Gottesdienst aber das zentrale Ereignis in der Gemeinde und so auch in der ganzen Kirche ist, wird nicht nur immer wieder Abendmahl gefeiert, sondern auch immer wieder über das Abendmahl nachgedacht, gelegentlich auch darüber gestritten. Die vielfältigen gegenwärtigen Diskussionen über das Abendmahl haben den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland bewogen, im Oktober 2001 eine Kommission einzusetzen, die sich mit dem Thema »Abendmahl« beschäftigen sollte. Der Rat hat dieser Kommission die Aufgabe zugewiesen, eine »Orientierungshilfe zum evangelischen Verständnis und zur evangelischen Praxis des Abendmahls« zu erarbeiten, die hiermit vorgelegt wird.
Bedarf für einen solchen Text besteht nicht nur deswegen, weil im unmittelbaren Vorfeld des Berliner Ökumenischen Kirchentags (28. Mai-1. Juni 2003) eine allgemeinverständliche Orientierung über das Abendmahl aus evangelischer Sicht verlangt wird und zuletzt anläßlich des Kirchentags in Frankfurt im Jahre 2001 heftig über den Entwurf einer Feierabendmahlsliturgie diskutiert wurde.