Ein schlichter, aber passender Einführungssatz von Jeff Reigert(Paul Rudd), der uns als Erzähler durch die 10 Geschichten führt. Das bekommt Jeff ziemlich gut hin, auch wenn er sich nebenbei ständig mit seiner besseren Hälfte Gretchen(Famke Janssen) streitet.
Regisseur David Wain ist nach -Vorbilder- dem Komödiengenre treu geblieben, hat allerdings mit dem -10 Gebote Movie- Risikofreude bewiesen, denn: Was Wain uns hier anbietet ist unverkennbar eine amerikanisierte Variante des guten, alten Monty-Python-Flying-Circus. Ob diese Comedy-Globalisierung des englischen Humors in Amerika gut ankommt, ist fraglich. Für uns Europäer, gerade wenn wir Fans der verrückten Engländer waren, eröffnet -Das 10 Gebote Movie- allerdings völlig neue Möglichkeiten. Vorweg sei jedoch gewarnt: Wer Monty Python nicht witzig fand, wird sich mit David Wains 10 Geboten ganz sicher nicht anfreunden können.
Wain verpasst jedem Gebot eine Geschichte. Als da wären: Der Fallschirmspringer, der ohne Schirm springt. Glorias Liebesaffäre mit Jesus Christo in Mexiko. Chirurg Dr. Ritchie, der immer für einen Jux gut ist. Zwei schwarze Babys einer weißen Frau, die behauptet Arnold Schwarzenegger sei der Vater der Kinder. Nachbarschaftsstreitigkeiten, die im Kauf von Computertomographen enden. Männerliebe im Knast. Das lügende Rhinozeros. Jeff und Gretchen finden wieder zusammmen. Die Frauen gehen in die Kirche und die Männer treffen sich nackt zu Hause.
Was das mit den zehn Geboten zu tun hat? Na ja...das ist manchmal schwer zu erklären, aber in jedem Fall urkomisch, makaber, zynisch, ohne Rücksicht auf Verluste, schadenfroh und clever gemacht. Wenn Wain dann noch zum Gebot "Du sollst nicht stehlen" Winona Ryder als Hauptdarstellerin einsetzt, finde ich das an sich schon gandenlos gut.
Bleibt die Frage: Funktioniert das; Monty Python auf amerikanisch? Ich meine ja! Klar können Wains Geschichten dem Original nicht das Wasser reichen, aber das war vermutlich auch gar nicht gewollt. In einer Zeit, in der es im Filmgeschäft oft nur um Verkaufszahlen und dem blinden Folgen bestimmter Trends geht, ist Wains "etwas andere Komödie" ziemlich mutig gelungen. Ich bin fest davon überzeugt, dass der Film im europäischen Raum seine Fans finden wird.
Mit Paul Rudd, Famke Janssen, Winona Ryder, Liev Schreiber, Oliver Platt, Thomas Lennon und Jessica Alba haben sich illustre Stars versammelt, um Wains Klamauk auf Zelluloid zu bannen. Das hat, bis auf ganz wenige Ausnahmen, hervorragend geklappt. Ich habe mich in jedem Fall gut amüsiert, ein wenig in der Vergangenheit geschwelgt und fühlte mich am Ende, als die gesamte Crew einen Musical-Abschied hinlegt, der an ein opulentes Queen-Video erinnert, sehr gut unterhalten.