Ein wissenschaftliche Fiktion die ganz ohne Ausserirdische, Weltraumstationen und Saurier auskommt und mitten in Deutschland spielt. Nicht nur dem Leser, der in seiner Kindheit den spannenden Zemann-Film "Reise in die Urzeit" gesehen hat, beginnt das Buch sofort zu fesseln. In der Grube Messel, eine der weltweit bedeutendsten Ausgrabungsstätten für Fossilien der Nach-Saurierzeit wird ein Skelett gefunden, das eigentlich nicht da sein duerfte. Der Entdecker versucht verzweifelt den Fund geheimzuhalten um die Seriösität der Wissenschaft zu bewahren. Das gelingt ihm auch unter großen persönlichen Opfern, bis er erkennt, wie er die Dinge wieder ins rechte Lot bekommen kann, denn fast zur gleichen Zeit brechen in Berlin einige Studenten auf, um eine geheimnisvolle Reise anzutreten...
Besonders unterhaltsam sind die Darstellungen der sehr verschieden schrägen Wissenschaftler, die vom erfolgreichen Wissenschaftsverwalter, der Probleme einfach ignoriert, bis zum verworrenen Studierstubenforscher reicht. Allesamt sind jedoch sehr interessante Menschen und nicht nur Klischees. Besonders gelacht habe ich bei der Szene, die den Einzug der Berliner FU Wissenschaftler zum Kolloquiumsvortrag und die anschliessende Diskussion beschreibt - das kommt mir doch erschreckend bekannt vor.
Alles in allem ein sehr unterhalsames Buch, das nebenbei auch paläonthologisches Wissen jenseits der Saurier vermittelt.
P.S: Zur Zeit gibt es bei der Post eine sehr schönen Mark-Marke, das die Grube Messel als Welt-Kulturerbe präsentiert. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)