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Das »Dritte Reich«: Eine Einführung [Broschiert]

Winfried Süß , Dietmar Süß
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Kompetente und engagierte Beiträge, eine gute Wahl.« (Historische Zeitschrift, Bd.289/09)

Klappentext

"Trotz der sehr vielschichtigen Ansätze ergibt sich letztlich ein klar konturiertes Bild der NS-Geschichte, das sich dank der gut ausgewählten Lektüreempfehlungen noch weiter schärfen lässt."
Das Parlament

"Es ist jedem zu empfehlen, der sich näher mit dem Thema beschäftigen möchte, aber auch jedem, der sein Wissen auf den neuesten Stand bringen will."
Süddeutsche Zeitung

"Man liegt mithin nicht falsch, wenn man die Süß-Edition à la Sabrow als "Werkstattführung" bezeichnet. Sie stellt das Instrumentarium bereit, mit dem fortan zu arbeiten ist. Und darum wird sie auch gebraucht."
Märkische Allgemeine

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Winfried Süß, geboren 1966, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam. Für seine Dissertation erhielt er den Promotionspreis der Universität München und den Forschungspreis der deutschen Ärzteschaft.

Dietmar Süß, geboren 1973, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Jena. Für seine Arbeit wurde er unter anderem mit dem Leibniz-Nachwuchsförderpreis 2002 und dem Bayerischen Habilitationsförderpreis 2003 ausgezeichnet. Er hat bereits mehrere Bücher zur Zeitgeschichte veröffentlicht, u.a. Das »Dritte Reich«. Eine Einführung (2008) und Luftkrieg. Erinnerungen in Deutschland in Europa (2009).

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Woher diese Gewalt? Woher diese destruktive Dynamik? Die nationalsozialistische Massenbewegung kam aus der Mitte der deutschen Gesellschaft, überwältigte die Weimarer Demokratie und brachte Verheerung und Tod über Europa. Die Suche nach den Wurzeln ihrer Zerstörungskräfte hat Generationen von Historikern beschäftigt und beschäftigt sie noch heute. Auch wenn die Zahl derjenigen, die die NS-Herrschaft unmittelbar miterlebt haben, von Tag zu Tag kleiner wird, steht die Geschichte der braunen Diktatur mehr als jedes andere zeithistorische Thema im Blickfeld der Öffentlichkeit. Vergangen ist diese Vergangenheit auch mehr als 60 Jahre nach dem Sieg der Alliierten über das »Dritte Reich« also keineswegs, und ihre Deutung bleibt in vieler Hinsicht strittig.
Historisch Interessierte stehen angesichts der kaum überschaubaren Fülle an Literatur vor dem Problem, einen zuverlässigen Überblick zu gewinnen. Dabei will ihnen diese Einführung helfen und auf knappem Raum über zentrale Themen der NS-Geschichte informieren. Anmerkungen und bibliographische Hinweise sind auf das Notwendige beschränkt. Den Autorinnen und Autoren ging es nicht um Vollständigkeit, sondern um die pointierte Schwerpunktsetzung, etwas was gerade für Studierende der neuen Bachelor-Studiengänge immer wichtiger wird. Alle Beiträge verknüpfen Darstellung und Forschungsüberblick; sie ziehen Bilanz, vermessen die Themenfelder, benennen Kontroversen und wollen so zur weiterführenden Lektüre anregen.
Vier Perspektiven waren prägend für die Konzeption dieser Einführung: Die erste ist geographisch bestimmt. Immer deutlicher hat die neuere Forschung gezeigt, dass der Nationalsozialismus Teil einer europäischen Gewaltgeschichte der Moderne war. Daher stellt der Band die deutsche Entwicklung in den Kontext autoritärer und faschistischer Regime, die vielerorts die liberalen Demokratien beiseitedrängten; er fragt nach der Wahrnehmung des »Dritten Reiches« im Ausland und richtet den Blick auf die territoriale Expansion der NS-Herrschaft.
Damit verbunden ist zweitens eine Verschiebung der zeitlichen Perspektive. Während ältere Darstellungen zur Geschichte des »Dritten Reiches« oft das Jahr 1933 als analytischen Fluchtpunkt wählten und so den Akzent auf das Scheitern der Weimarer Demokratie, die Machteroberung und Herrschaftsstabilisierung der Nationalsozialisten setzten, richtet diese Einführung ihren Fokus stärker auf das Jahr 1939. Hierdurch rückt die Radikalisierungsdynamik der nationalsozialistischen Diktatur in den Kriegsjahren in den Mittelpunkt, und Fragen nach Opfern, Tätern und Handlungsspielräumen im nationalsozialistischen Rassenkrieg stellen sich mit neuer Eindringlichkeit.
Nicht nur der Krieg nach »außen«, auch der Krieg nach »innen«, an der »Heimatfront« des »Dritten Reiches«, ist in den vergangenen Jahren intensiv diskutiert worden und damit die in der Konsequenz vielfach tödliche Ambivalenz von Inklusion und radikalisierter Exklusion. Inwieweit verwandelte sich die deutsche Gesellschaft in die »kämpfende Volksgemeinschaft«, die der nationalsozialistischen Führung vorschwebte? Die Frage nach den Anziehungs- und Bindekräften der NS-Diktatur führt zu einer dritten Leitperspektive, die sozialgeschichtlichen Zugängen breiten Raum gibt. Dabei geht es in erster Linie um die Teilhabe von Individuen oder sozialen Gruppen am NS-Regime.
Mancher wird gesonderte Beiträge zur Verfolgung politischer Gegner oder zur Entwicklung einzelner politischer Institutionen im »Staat Hitlers« vermissen. Wir haben uns dafür entschieden, diese Themen in die Beiträge zu integrieren. Auf diese Weise lässt sich Gewalt als konstituierender Faktor des NS-Regimes in ganz unterschiedlichen Wirkungszusammenhängen darstellen, und das Grundprinzip nationalsozialistischer Gesellschaftspolitik tritt scharf konturiert hervor: die Politisierung des Sozialen im Zeichen der Rassenideologie. Deutlich wird zudem, dass Macht keine statische, an einzelne Institutionen gekoppelte Größe war, sondern ein dynamisches Element. Auch in der Diktatur musste Herrschaft immer wieder neu generiert, verhandelt und legitimiert werden. Dazu gehörten die tätige Mitwirkung großer Bevölkerungsteile an der Verwirklichung nationalsozialistischer Ziele, die integrierende Wirkung sozialer Versprechen, aber auch Verfolgung und Terror.
Eine vierte, vergleichsweise junge Forschungsperspektive zielt auf den schwierigen Umgang mit der Hinterlassenschaft des Nationalsozialismus: Was geschah nach dem Ende der Diktatur mit den Opfern, was mit den Tätern, Mitläufern und Begünstigten des Regimes? Welche Rolle spielte die Erfahrung der nationalsozialistischen Zeit bei der Formierung der politischen Kultur in den Nachkriegsgesellschaften diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs? Wie veränderte sich die Erinnerung und wie beeinflussten die Konjunkturen der Erinnerung den Blick, mit dem wir die Geschichte des »Dritten Reiches« betrachten?
Wer über das »Dritte Reich« schreibt, betritt kein unbestelltes Feld. Aber falls das Diktum stimmt, dass jede Generation ihre Geschichte neu schreibt, dann trifft das mit Sicherheit für die Zeit des Nationalsozialismus zu. Wenn diese Einführung dabei helfen kann, neben einer ersten Orientierung auch zu zeigen, dass der Nationalsozialismus keineswegs abschließend erforscht ist und wie wichtig eine sich beständig erneuernde Auseinandersetzung mit der Geschichte des »Dritten Reiches« bleibt, dann ist ein zentrales Anliegen der Herausgeber erreicht. Auf dem Weg dorthin haben viele geholfen: ein Verlag, der in Gestalt unserer Lektoren Tobias Winstel und Heike Specht das Vorhaben engagiert gefördert hat, Anne Goldfuß, die uns bei der Textredaktion tatkräftig zur Seite stand, vor allem aber Autorinnen und Autoren, die sich auf das Konzept der Herausgeber eingelassen und den Band auch zu ihrer eigenen Sache gemacht haben.
Dietmar Süß Winfried Süß
München, im Februar 2008

Hitler und Mussolini beim Staatsbesuch in Venedig, Juni 1934
Auf dem Weg in die Diktatur
Faschistische Bewegungen und die Krise der europäischen Demokratien
MARTIN BAUMEISTER

Der Nationalsozialismus wird gerne als ein Spezifikum der deutschen Geschichte behandelt. In der Tat stellt die Hitlerdiktatur bis heute den zentralen Bezugspunkt der jüngeren Nationalgeschichte dar, das Zentrum des als »dunkler Kontinent« bezeichneten Europa im 20. Jahrhundert: Dort wurde die destruktive Utopie des Rassestaats unter einem charismatischen Führer geboren und in die Tat umgesetzt, dort wurde die Eliminierung alles »Fremden« und »Schädlichen« im eigenen »Volkskörper« betrieben, von dort aus wurde imperialistisches Expansionsstreben bis in den Vernichtungskrieg gesteigert.
Nicht immer jedoch wurde der Nationalsozialismus vornehmlich in einer nationalgeschichtlichen Verengung betrachtet.

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