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am 9. Juli 1999
Aus der Philosophie des Geistes kommend legt Daniel C. Dennett mit dem Buch Darwins gefährliches Erbe eine umfangreiche Untersuchung zu den Themen Evolution und Ethik vor, die auch für Leser ohne philosophisches oder biologisches Vorwissen geeignet ist. In verständlicher Sprache und nie langweilig (er)klärt er ein breites Spektrum an Problemen, ohne es an der nötigen Genauigkeit mangeln zu lassen. In seiner Darstellung der biologischen Evolution und ihrer philosophischen Aspekte ist Dennett absolut überzeugend. Obwohl er sich nicht scheut, auch gegen angesehene Evolutionsforscher wie Stephen Jay Gould eindeutig Stellung zu beziehen, gelingt ihm eine schlüssige Darstellung seiner Position. Den Vorwurf des Adaptionismus kann er mit stichhaltigen Widerlegungen der vorgebrachten Einwände entkräften. Differenzierter ist seine Übertragung evolutionärer Überlegungen auf außerbiologische Bereiche zu bewerten. Den von ihm vertretenen Naturalismus begründet er mit einer Plausibilitätsüberlegung: Die Evolutionstheorie ist in sich widerspruchsfrei und funktioniert bewiesenermaßen in der Biologie. Wenn die nötigen Voraussetzungen vorliegen, könne man die Theorie auf beliebige Bereiche wie z. B. die Ethik ausdehnen. Seine weiteren Ausführungen sind daher keine streng formalen Argumentationsketten, sondern stützen seine Überlegungen durch einleuchtende Beispiele und treffende Metaphern. So kann Dennett überzeugend darlegen, daß soziobiologische Untersuchungen moralanalogen Verhaltens eine größere Bedeutung für die Ethik haben können, als bisher von den meisten Philosophen erkannt worden ist. Er entgeht dem drohenden naturalistischen Fehlschluß und zeigt die Gefahr von Vereinfachungen in komplexen moralischen Überlegungen auf. Ein sehr bedenklicher Punkt ist jedoch sein funktionalistisches Verständnis unseres Bewußtseins sowie die Entwicklung der Kultur, für die Dennett auf das von Richard Dawkins begründete Modell der „Meme" zurückgreift. Seine Begründung leuchtet ein, ist aber philosophisch sehr umstritten. Dennetts Ausführungen sind in vielen Punkten lesens- und bedenkenswert, die von ihm verwandten Metaphern werfen oft ein neues Licht auf alte Argumente. Daher meine Empfehlung: Kaufen (oder ausleihen) und genießen! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 3. Dezember 2010
Dennett beschreibt im Vorwort zwei Erfahrungen, die auch ich in ähnlicher Form gemacht habe. Einerseits die Faszination, die von der Evolutionstheorie ausgeht und andererseits die Beobachtung, dass man im Lauf der Jahre erstaunlich vielen, ganz unterschiedlichen Menschen begegnet, die ihr Unbehagen gegenüber Darwins Theorie nicht verhehlen können, von nörgelnder Skepsis bis hin zu unverblümter Ablehnung. Man trifft diese Haltung nicht nur bei Laien und vielen religiösen Denkern. Scheinbar wäre es auch einigen weltlichen Philosophen, Psychologen, Physikern und sogar Biologen lieber, Darwin hätte Unrecht.
Nach einer gründlichen allgemeinen Einführung in die Evolutionstheorie gelingt es Dennett in schlüssiger und recht allgemein verständlicher Form aufzuzeigen,
-warum Darwins Theorie so kraftvoll ist,
-dass sie nicht nur in der Biologie, sondern auch auf ganz anderen Gebieten zu bahnbrechend neuen Einsichten geführt hat und wohl auch noch führen wird und
-warum Darwins Theorie die meisten unserer geliebten Vorstellungen vom Leben nur scheinbar bedroht und ihnen eine neue Grundlage zu geben verspricht.

Das Buch ist hoch interessant für alle Menschen, die sich für Evolution und Philosophie interessieren. Es sei auch allen Menschen empfohlen, die bereit sind, sich kritisch mit der Evolutionstheorie und ihrer eigenen Einstellung zu dieser Theorie auseinander zusetzen.
Leider ist es gegenwärtig vergriffen und im Antiquariat nur zu bizarr anmutenden Preisen zu erhalten. Die gute Nachricht: Es kann in jeder größeren Stadtbibliothek ausgeliehen werden.

Überhaupt nicht nachvollziehbar ist für mich die Amazon-Produktbeschreibung. Sie enthält eine Buch-Rezension aus der Neuen Züricher Zeitung, die von einem promovierten Theologen (Stephan Wehowsky) geschrieben wurde und einen einzigen, aus meiner Sicht völlig ungerechtfertigten Verriss des Buches darstellt.

Kapitelübersicht:

Teil I: In der Mitte anfangen
1. Tell Me Why
2. Eine Idee wird geboren
3. Die Universalsäure
4. Der Baum des Lebens
5. Das Mögliche und das Tatsächliche
6. Fäden des Wirklichen im Gestaltungsraum

Teil II: Darwinistischen Denken in der Biologie
7. Darwins Pumpe kommt in Gang
8. Biologie ist Technik
9. Die Suche nach Qualität
10. Bravo, Brontosaurus
11. Die Kontroversen werden eingedämmt

Teil III: Geist, Sinn, Mathematik und Moral
12. Die Kräne der Kultur
13. Unser Geist wird Darwins Beute
14. Die Evolution von Bedeutungen
15. Des Kaisers neuer Geist und andere Fabeln
16. Über die Entstehung der Moral
17. Eine umgestaltete Moral
18. Eine Idee mit Zukunft

Anhang:
Bibliographie
Register der wichtigsten Begriffe
Personenregister
Abbildungsnachweis
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Anmerkung: Die Zitate dieser Rezension beziehen sich auf die englischsprachige Originalausgabe Darwin's Dangerous Idea: Evolution and the Meanings of Life

Gläubige Menschen laufen seit Erscheinen von Daniel Dennetts "Darwin's dangerous idea - Evolution and the meanings of life" Sturm gegen dieses Buch. Nun, werfen wir einen Blick auf den Text, um das ganze Theater halbwegs nachvollziehen zu können: "To put it bluntly but fairly, anyone today who doubts that the variety of life on this planet was produced by a process of evolution is simply ignorant - inexcusably ignorant" (46). Dies ist ein direkter Angriff auf die wachsende Anzahl der Kreatonisten und christlichen Fundamentalisten (in Deutschland lautstark vertreten durch Peter Hahne), die die biblische Schöpfungsgeschichte im Biologieunterricht (!!) lehren wollen.
Berüchtigt ist Dennetts Schlussfolgerung, dass "[s]afety demands that religons be put in cages, too - when absolutely necessary" (515). Religionen notwendigerweise hinter Gitter verbannen, um die Gesellschaft für ihren schädlichen Einflüßen zu bewahren. Kein Wunder, dass die Kirche da im Dreieck springt.

Doch jenseits aller Polemik, worum geht es dem Autor eigentlich? Dennett verteidigt Darwins These, dass das menschliche Leben entstanden ist durch "individually mindless steps succeding each other without the help of any intelligent supervision" (59). Diese für viele Menschen aus welchen Gründen auch immer so schwer zu akzeptierende Tatsache analysiert Dennett mit Erkenntnissen aus der Biologie (neben Darwin vor allem Richard Dawkins), Verhaltensforschung, Philosophie (Nietzsche) und sogar der Sprachwissenschaft (Noam Chomsky).

Ergebnis ist ein intellektuelles Meisterwerk, welches es verdient hätte, Standardlektüre in Schulen und Universitäten zu werden. Denn neben der bemerkenswerten inhaltlichen Dichte, beeindruckt "Darwin's dangerous idea" ebenso durch seine gute Lesbarkeit, was vor allem ein Verdienst von Dennetts klarem, lockerem und manchmal provozierendem Stil ist.

Doch trotz der hier dargelegten stringenten Beweisführung für die Evolutionslehre bleibt es zu bezweifeln, ob sich ein christlicher Fundamentalist von seinem oder ihrem verquerten Weltbild abbringen lässt. Denn wie soll man gegen jemanden argumentieren, der sich schlicht und einfach auch eine absolute unfehlbare Instanz im Jenseits beruft, die per definitionem nicht wissenschaftlich nachzuweisen ist. Darauf kann auch Daniel Dennett leider keine Antwort geben.
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