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"Darwins Alptraum" ist der DER Dokumentarfilm unserer Zeit! Hier wird schonungslos gezeigt, was sonst der erhobene Zeigefinger vieler ähnlich gearteter Produktionen verschweigt. Kommentarlos berichtet der Film von Menschen wie Du und ich, die voller Herzlichkeit von einem Leben berichten, dass in unseren Augen allerhöchstens noch in Spendenplakaten der Vorweihnachtszeit sein Dasein fristet. Aber der Dokumentarfilm ist viel mehr als das: Es geht ihm nicht darum, Elend auszustellen oder Mitleid zu erregen. Der Film deckt Hintergründe auf, so simpel und zugleich hintergründig, wie sie nicht einmal Michael Moore verhandelt. In Alltagsbildern kommen die zu Wort, die keine Spendengelder erhalten. Und selbst wenn, dann wäre keinem der Spender klar, was wirklich geschieht, dort im tiefsten Afrika. Und vor allem ... wer hier von wem profitiert ...! Die wahren Kriegstreiber oder wie auch immer man sie nennen mag, sollte man eigentlich schon ganz gut kennen. Fazit: Für jeden, der einen Fernseher besitzt, sollte dieser Film Pflicht sein!!!
Moviemans Kommentar zur DVD: Im Vergleich von Bild und Ton muss hier zwar für den Ton entscheiden werden, der für einen Dokumentarfilm dieser Gattung wirklich gut ausfällt. Insgesamt aber ist der Inhalt dieses Werkes aber sowieso über jede technische Einordnung erhaben, die sich immerhin im Mittelfeld bewegt.
Bild: Das immer wieder von starkem Rauschen (Meer, 00:01:12) geprägte Material versucht seinen dokumentarischen Charakter auch technisch nicht zu verleugnen. Dem entsprechen die Schärfewerte und die leicht graustichigen Farben (Hafen, 00:04:43). Auch die Kontraste haben immer wieder unter Überbelichtungen (Boot, 00:05:14) und verschwimmenden Kontrasten zu leiden. Schmutzflecken auf der Kameralinse sind keine Seltenheit und wissen Zeugnis davon zu tragen, wie wichtig den Dokumentarfilmern optimale Bildqualität war. Und genau so ist es auch: Wer bei diesem großartigen Dokument technisch nicht ein Auge zudrücken kann, der hat von Film wirklich nichts verstanden.
Ton: Schon zu Beginn des Filmes dröhnen die Motoren eines Flugzeuges (00:02:33) genauso eindrucksvoll in allen Kanälen wie es das Summen einer Biene am Fenster vermag. Der Stereoton klingt dabei ein wenig hohler als die volle 5.1-Fassung, ist aber durchaus passabel. In der Fischfabrik klingen die Messerschneiden (00:11:54) präzise und scharf aus der Front, während sich der Aufprall der riesigen Fischkörper tief und voluminös aus dem Hintergrund in den Raum drängt. Der entstehende Raumeindruck ist äußerst dicht gewoben und füllt sich breit aus. Sprache ist stellenweise von Nebengeräuschen durchzogen, welche Präzision verhindern (Wummern der Maschinen, 00:13:22).
Extras: Zum Bonusmaterial gehören der Originaltrailer, ein Werbefilm für die Hilfsaktion "Gemeinsam für Afrika", ein Afrika Spenden-Musikvideo von Wolfgang Niedecken und die Anzeige weiterer DVDs aus dem Programm. Wirklich informativ ist das zwar nicht aber immerhin spornt es zu Motivation an. --movieman.de
VideoMarkt
In den sechziger Jahren wurde am ostafrikanischen Viktoriasee der Nilbarsch ausgesetzt. Der Raubfisch schaffte es binnen weniger Jahrzehnte, rund 400 Fischarten auszurotten. Heute gelten die weißen Filets des Nilbarschs als weltweiter Exportschlager, der bevorzugt gegen Munition für die herrschenden Bürgerkriege getauscht wird. Nicht zuletzt deshalb tummeln sich am Viktoriasee einheimische Fischer, Agenten der Weltbank, heimatlose Straßenkinder, afrikanische Minister, EU-Kommissare, tansanische Prostituierte, russische Piloten.
Video.de
Alptraumartige Dokumentation, in der Darwins Gesetz vom Überleben des Stärkeren auf die Beziehung zwischen Europäern und Afrikanern angewendet wird. In grausamen Bildern belegt der Tiroler Filmemacher Hubert Sauper, dass dasselbe Flugzeug, das die Fischfilets ausfliegt, mit Tonnen von russischen Waffen wieder zurückkehrt. Der unter anderem mit dem Europäischen Filmpreis 2004 ausgezeichnete Dokumentarfilm ist spannender, verstörender und brutaler als so mancher Horror-Thriller. Nicht nur für Doku-Fans mit starken Nerven.
Blickpunkt: Film
Binnen weniger Jahrzehnte rottete der im Viktoriasee ausgesetzte Nilbarsch rund 400 Fischarten aus, und heute werden seine Filets gegen Munition für Bürgerkriege getauscht. Preisgekrönter, unbarmherziger Dokumentarfilm.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Spannender, ausgezeichneter Dokumentarfilm um die Zusammenhänge zwischen Fischereiindustrie und Waffenhandel am Viktoriasee.
Kurzbeschreibung
Irgendwann in den 1960er Jahren wurde als wissenschaftliches Experiment in Afrika ein gefräßiger Raubfisch ausgesetzt: der Viktoriabarsch. Während der schmackhafte Speisefisch zu Höchstpreisen um die Welt geht, versinkt die einheimische Bevölkerung im Elend. Doch damit nicht genug. Die Flugzeuge, die uns mit edlen Fischfilets versorgen, transportieren auf ihrem Rückweg Waffen in die Krisenherde Afrikas. Ein profitabler Kreislauf des Hungers und der Gewalt. Das Elend Vieler als Voraussetzung für den Wohlstand Weniger - ein Lehrstück über Ökologie und Ökonomie. Der mehrfach preisgekrönte Film des österreichischen Regisseurs Hubert Sauper wurde 2004 unter anderem mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet und 2006 für den Oscar nominiert.
Rezension
*Auszeichnung mit dem Europäischen Filmpreis (2004)* (SchröderMedia)
*Oscar-Nominierung (2006)* (SchröderMedia)