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Moviemans Kommentar zur DVD: Im Vergleich von Bild und Ton muss hier zwar für den Ton entscheiden werden, der für einen Dokumentarfilm dieser Gattung wirklich gut ausfällt. Insgesamt aber ist der Inhalt dieses Werkes aber sowieso über jede technische Einordnung erhaben, die sich immerhin im Mittelfeld bewegt.
Bild: Das immer wieder von starkem Rauschen (Meer, 00:01:12) geprägte Material versucht seinen dokumentarischen Charakter auch technisch nicht zu verleugnen. Dem entsprechen die Schärfewerte und die leicht graustichigen Farben (Hafen, 00:04:43). Auch die Kontraste haben immer wieder unter Überbelichtungen (Boot, 00:05:14) und verschwimmenden Kontrasten zu leiden. Schmutzflecken auf der Kameralinse sind keine Seltenheit und wissen Zeugnis davon zu tragen, wie wichtig den Dokumentarfilmern optimale Bildqualität war. Und genau so ist es auch: Wer bei diesem großartigen Dokument technisch nicht ein Auge zudrücken kann, der hat von Film wirklich nichts verstanden.
Ton: Schon zu Beginn des Filmes dröhnen die Motoren eines Flugzeuges (00:02:33) genauso eindrucksvoll in allen Kanälen wie es das Summen einer Biene am Fenster vermag. Der Stereoton klingt dabei ein wenig hohler als die volle 5.1-Fassung, ist aber durchaus passabel. In der Fischfabrik klingen die Messerschneiden (00:11:54) präzise und scharf aus der Front, während sich der Aufprall der riesigen Fischkörper tief und voluminös aus dem Hintergrund in den Raum drängt. Der entstehende Raumeindruck ist äußerst dicht gewoben und füllt sich breit aus. Sprache ist stellenweise von Nebengeräuschen durchzogen, welche Präzision verhindern (Wummern der Maschinen, 00:13:22).
Extras: Zum Bonusmaterial gehören der Originaltrailer, ein Werbefilm für die Hilfsaktion "Gemeinsam für Afrika", ein Afrika Spenden-Musikvideo von Wolfgang Niedecken und die Anzeige weiterer DVDs aus dem Programm. Wirklich informativ ist das zwar nicht aber immerhin spornt es zu Motivation an. --movieman.de
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Ebenfalls im Booklet sind die Umstände beschrieben, unter denen der Film zustande gekommen ist (sind übrigens auch auf der Internetseite zu finden).
Aber nun zum Film:
Die Bild- und Tonqualität lassen einem die Fußnägel aufrollen, aber so ist das wohl, wenn man Dokumentationen dreht, ohne das man dabei viel Aufmerksamkeit erregen darf. Außerdem würde eine andere Aufmachung dem Inhalt nicht gerecht.
Worum geht es nun? Um den Viktoriasee und den, in den 1950er darin ausgesetzten, Nilbarsch. Wie er das Leben der Menschen in Tansania verändert hat (und am Rande auch das Leben im See, schließlich ist der Nilbarsch viel größer als die anderen Fische und nach dem Menschen und dem Krokodil die Spitze der Nahrungskette geworden). Darum, wie sich die einheimischen Frauen an die Piloten verkaufen, die den Fisch nach Europa fliegen, oder, falls sie vom HI-Virus schon zu stark gekennzeichnet sind, an die Fischer, die hoffen, am See Geld verdienen zu können. Es wird von der Fabrik berichtet, die jeden Tag 500 Tonnen Fischfilet produziert, die nach Europa verkauft werden, während im Land eine Hungersnot herrscht. Und von den Einheimischen, die die Reste essen dürfen, da sie sich die guten Teile nicht leisten können (um sich das anzuschauen sollte man übrigens einen starken Magen haben). Interessant auch der Pfarrer, der einerseits sagt, daß er davon ausgeht, daß von den 350 Dorfbewohnern in den nächsten sechs Monaten 50 an den Folgen von AIDS sterben, aber dennoch nicht zur Nutzung von Kondomen rät, da das Sünde ist.
Kein Film also für Leute, die ein sonniges Weltbild haben und behalten wollen. Für alle anderen eine echte Empfehlung. Eine aufrüttelnde Dokumentation über den Sieg des Kapitalismus über den Verstand.
In Darwins Alptraum werden unterschiedliche Lebensschicksale gezeigt, rund um die Fischerei am Viktoriasee in Ostafrika. Aus unterschiedlichsten Perspektiven, ohne jeglichen Kommentar eines Moderators (Gott sei Dank kein Michael Moore!), entwickelt sich immer mehr ein Gesamtbild der Situation dort und dieses ist schonungslos.
Der Film lässt die Menschen vor Ort reden, trifft den Nerv, zeigt, - ohne dass er übertrieben effektheischend ist - wohin sich unsere Welt entwickelt. Die Aussage "That´s business.", bringt den Film am Schluss auf den Punkt. Und es ist ein mörderisches Business, was da ansonsten mit Globalisierung umschrieben wird. Und Darwin hatte wohl doch recht...
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