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Darum nerven Japaner: Der ungeschminkte Wahnsinn des japanischen Alltags
 
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Darum nerven Japaner: Der ungeschminkte Wahnsinn des japanischen Alltags [Taschenbuch]

Christoph Neumann
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (199 Kundenrezensionen)
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Christoph Neumann
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Japaner sind arbeitssüchtig, unendlich höflich und kommen bereits mit einer Videokamera in der Hand auf die Welt. In solchen Bildern wird gerne gesprochen, wenn vom Land der aufgehenden Sonne die Rede ist. Gänzlich anders verhält es sich jedoch in der Literatur. Bezüglich Japan finden sich dort fast ausnahmslos politisch korrekte Berichte, bewundernde Schmeicheleien oder Abhandlungen mit dem Hang zur exotischen Darstellung. Dass Christoph Neumanns Buch Darum nerven Japaner eine völlig andere Richtung einschlägt, kann man sich angesichts des Titels bereits denken.

Und richtig: Auf den 160 Seiten liefert der seit Jahren in Japan lebende Journalist Hunderte von Anekdoten, die die skurrilsten Seiten des japanischen Alltags und somit einen Großteil der japanischen Seele beschreiben. Zwar ist es übertrieben, die für Europäer oft ungewohnten Gepflogenheiten als nervig zu bezeichnen -- Kopfschütteln rufen sie dennoch hervor. Dank Neumanns überaus spitzer und bewusst überzogener Schreibe wandelt sich dies aber fast immer in Schmunzeln oder Lachen. Denn egal, ob es um das beinahe heilige Schuheausziehen vor dem Wohnungsbetreten geht, das sogar Rettungssanitäter im akuten Notfall zelebrieren, oder um die Möglichkeit, den Führerschein im Lotto zu gewinnen: Viele Eigenheiten muten bizarr an. So auch die Existenz eines "Tages der Salzstange", die Lautsprecherhinweise, sich bitte nicht zur Hauptverkehrszeit vor den Zug zu werfen oder die halbstündig wiederkehrende Zwangspause in allen Schwimmbädern.

Auch wenn sich Gewissensbisse einschleichen: Peinlich muss dem Leser die heimliche Freude über diese seltsamen Verhaltensmuster nicht sein. Schließlich zählt das Buch zu den wenigen Exemplaren ausländischer Japan-Kritik, das auch in japanischer Sprache erschienen ist. Noch besser: Dort wurde es ein voller Erfolg. Kein Wunder, schließlich erfreut sich auch die TV-Sendung Die spinnen, die Japaner seit Jahren großer Beliebtheit. Einer der Stammgäste ist übrigens seit der ersten Sendung Autor Christoph Neumann. Bleibt eigentlich nur eine Frage: Ob ein potenzielles Buch "Darum nerven Deutsche" hier zu Lande eine ebenso große Begeisterung auslösen würde? Aus fremdländischer Sicht gäbe es bestimmt jede Menge Stoff. --Christian Haas -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

»Ein komisches Kaleidoskop fernöstlicher Rätselhaftigkeit, das nicht nur Japaner amüsiert.« Mainpost

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64 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Subjektiv und nicht mehr aktuell, 13. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Darum nerven Japaner: Der ungeschminkte Wahnsinn des japanischen Alltags (Taschenbuch)
Als Japanologin mit eigenen Japan-Erfahrungen stößt mir dieses Buch sauer auf. Schon beim Lesen des Vorworts musste ich lächeln: Neumanns Buch war angeblich auch in Japan ein Bestseller (2001 erschienen) und er bedankt sich gleich einmal für "die unzähligen Mails, Briefe und Gespräche" mit japanischen Lesern. Seltsam, ich habe bei all meinen Japanaufenthalten das Buch auf keiner Bestsellerliste und auf keinem Präsentiertisch in einem Buchladen gesehen. Wer des Japanischen mächtig ist, sollte sich die 5 mickrigen Rezensionen zu diesem "Bestseller" bei Amazon Japan durchlesen (Schlagwörter: "Lieblose Verleumdung", "Dummes Geschwätz", "Enttäuschend").

Weitere Kritikpunkte:

- Persönliche Erfahrungen oder Erfahrungen von Dritten werden unreflektiert als japanischer Status Quo abgehandelt. In jedem Kapitel werden japanische Bekannte zitiert, deren Aussagen für den Autor die japanische Realität widerspiegeln. Gegenbeispiele werden nicht genannt und nur selten findet sich ein relativierender Nebensatz, der diese Pauschalverurteilungen etwas abmildern könnte.

- Mit ein paar wenigen Ausnahmen (wohl bei Neuauflage nachträglich eingefügt) bezieht sich der Autor auf das Japan der 90er Jahre, was in Fehlinformationen resultiert, die auf das Jahr 2010 nicht mehr zu übertragen sind. Beispiel: Das so furchtbare Karaoke-Singen habe es nicht in den Westen geschafft, wäre unbeliebt. Für die 90er Jahre mag das noch zutreffend sein, heutzutage klebt in deutschen Großstädten an fast jeder Bar mit jungem Publikum ein Karaokeschild.

- Der Schreibstil ist geprägt von verkrampfter Ironie und pseudo-humoristischen Zaunpfählen. Überspitzte Darstellungen kultureller Eigenheiten könnten durchaus amüsant sein, wie man z.B. in "Die Axt im Chrysanthemenwald" sehen kann, aber Neumann ist nicht mehr sarkastisch, sondern bösartig.

- Neumann benimmt sich in seinen Schilderungen wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen: Cholerisch, provozierend, rücksichtslos und ohne jegliches Feingefühl für seine Mitmenschen, unabhängig von deren Kultur. Wer sich so in einem fremden Land aufführt und erwartet, dass sich alle Anderen anpassen, nur nicht man selbst, braucht sich über negative Erfahrungen nicht zu wundern. Hybris, Selbstverliebtheit und Heuchelei prägen die Erzählungen des Autors. Leider geht das meist nach hinten los. Wenn man sich über die Fremdwörterliebe der Japaner aufregt, sollte man besser selbst dem Drang widerstehen, sich wahllos und sinnfrei aus toten und lebenden Sprachen des europäischen Sprachraums zu bedienen.

- In einem Interview zu seinem Buch gab Neumann zu, dass er selbst nach Bachelorabschluss, mehreren Jahren in Japan und japanischer Freundin nicht ausreichend Japanisch spricht, um sich allen Situationen angemessen verständigen zu können. Gleichzeitig bemängelt er im Buch, nie zu Japanern nach Hause und auf Partys eingeladen worden zu sein (natürlich mit dem Zusatz, das läge allein an den Japanern). Sich trotz mangelnder Sprachkenntnisse und Kontakte solche Pauschalurteile über das japanische Volk zu erlauben, ist mindestens gewagt, eher dreist.
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110 von 117 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Darum nerven Deutsche, 21. November 2007
Das Buch ist anfangs noch witzig und durchaus treffend. Oft mußte ich Christoph Neumann innerlich schmunzelnd zustimmen. "Sardinenbüchse" etwa ist exakt die Vokabel, die auch mir angesichts der Yamanote-Line in den Kopf kam.
Doch der Tonfall des Buches ändert sich. Und so wich bei mir das Schmunzeln einer zunehmenden Verärgerung über die Arroganz des Autors. Den Tiefpunkt stellt das Kapitel über den Diebstahl seiner Geldbörse dar. Da hatte er also aus eigener Doofheit sein Schließfach nicht abgeschlossen und so wurde ihm Geld geklaut. Daß er es zurückbekam, versöhnt ihn nicht, und so bläst er dieses für den Leser belanglose Ereignis zum längsten Kapitel des Buches auf, in dem er über die japanische Polizei und Gott und die Welt herzieht. Stolz berichtet er auch, wie er eine Angestellte seiner Telefongesellschaft zusammenfaltete, weil die es doch glatt gewagt hatten, ihm das Telefon abzustellen, weil seine Bank nicht zahlte - letztlich auch wieder wegen seines Fehlers beim Ausfüllen der Formulare.
Seine Schilderungen lassen ihn als selbstgerechten, sich ständig beschwerenden Besserwisser erscheinen, der aus selbstverschuldetem Anlass eine Riesenwelle macht - man lernt mehr über ihn, den Deutschen, als über Japaner; weshalb man einen Großteil des Buches auch mit "Darum nerven Deutsche" hätte betiteln können.
Meine anfangs heitere innere Komplizenschaft mit dem Autoren war jedenfalls schnell beendet. Anstatt über die Japaner den Kopf zu schütteln ärgerte ich mich nur noch über ihn. Das Buch endet konsequent in einem selbstbeweihräuchernden Nachwort ohne einen Funken Ironie.
Kurz: Am Anfang ganz lustig, dann nur noch ärgerlich bis peinlich.
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143 von 153 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen nicht wirklich liebevoll, 4. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Darum nerven Japaner: Der ungeschminkte Wahnsinn des japanischen Alltags (Taschenbuch)
Als Japanerin habe ich mich mit Freude an dieses Buch gesetzt, erzähle ich selbst doch auch immer gern von den für Westler sehr fremden Habitus meiner Landsleute. Leider gelingt es dem Autor nicht, in seine Ausführung der überaus lustigen Annekdoten ein kleines Augenzwinkern zu zaubern, vielmehr wirkt er herablassend und stellt die Japaner mit Ihrem Verhalten als dumm dar. Sehr schade, das Buch hätte wirklich potential, weist es doch auf viele "unglaubliche Geschichten" hin - aber so möchte ich es keinem empfehlen, der Japan noch nicht kennt. Es fehlt die liebevolle Darstellung meiner zuweilen skurrilen Heimat. Man fragt sich, warum der gute Mann das Land nicht verlässt, wenn er es doch so nervig findet...
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