Darling Lili stand unter keinem guten Stern, als er 1970 in die amerikanischen Kinos kam. Independent-Produktionen wie Easy Rider begeisterten die Kinobesucher und beendeten die Ära des Musicalfilms, die so wunderbare zeitlose Filme (Sound of Music) hervorbrachte. Deshalb fiel "Darling Lili" zu Unrecht am Boxoffice (Kinokasse) durch.
Die Handlung dieser romantischen Komödie ist kurz zusammengefasst: Julie Andrews spielt die deutsch/englische Spionin Lili Smith, die im ersten Weltkrieg auf Major Larrabee (Rock Hudson) angesetzt wird, um ihm Informationen über die militärische "Operation Crepes Suzette" zu entlocken. Leider verliebt sich Lili unsterblich in Larrabee und findet sich schnell in einem Verwirrspiel zwischen den Interessen des deutschen, englischen und französischen Militärs wieder.
Blake Edwards Handschrift ist unverkennbar und so erinnert "Darling Lili" streckenweise an "Frühstück bei Tiffany" und die erfolgreichen "Pink Panther" Filme. So wird selbst die Liebesszene zwischen Rock Hudson und Julie Andrews urkomisch und romantisch zugleich. Die ständige Eifersucht Lilis und Julies Interpretation des Charakters sind herrlich und erinnern auch wegen Rock Hudson mitunter an Doris Day.
Doch neben der schauspielerischen Leistungen der Hauptdarsteller, den wunderbaren Kostümen und den typischen Blake Edwards Slapstick Einlagen ist der Soundtrack das Sahnestück dieses Films. Großmeister Henry Mancini, der schon oft mit Blake Edwards zusammengearbeitet hat, schrieb die Musik und erhielt dafür zurecht eine Oscar®-Nominierung.
Wer Julie Andrews also als singende Mata Hari erleben möchte und romantische Komödien liebt, der sollte sich nicht davon abschrecken lassen, dass dieser Film nur auf Englisch ohne deutsche Untertitel erhältlich ist. Dank Julie Andrews' wunderschöner Sprechstimme ist das auch durchaus zu verkraften.