Adrian Baumann fährt Taxi, weil es (oder sein beruflicher Ehrgeiz) trotz Studium zu mehr nicht gereicht hat, was zu Spannungen mit seiner deutlich ehrgeizigeren Freundin Annika führt.Eines Nachts übernimmt er einen geheimnisvollen Auftrag für seinen erkrankten Kollegen Karl und fährt eine attraktive Frau, in die er sich gleich verguckt, zu einem merkwürdigen Ort, dem Klärwerk. Dort passiert ein Mord, den er mit ansieht, danach noch ein zweiter und der etwas luschige Typ wird auf einmal in eine ziemlich ungute Sache hineingezogen. Wie sich herausstellt, dreht sein schöner weiblicher Fahrgast - Clara - SM-Filme und Adrian ist die folgende Zeit stets zwischen seiner Abscheu ("Ist das nicht pervers?") und seiner Anziehung ("Ein Schauer rieselte seinen Rücken hinunter")hin- und hergerissen. Eine Situation, die durch die Morde und die Eifersucht seiner Freundin nicht besser wird. Ach ja ....
Die Autorin schreibt flott, hält sich nicht mit zu vielen Details auf und das macht die Geschichte am Anfang spannend. Dann gerät irgendetwas durcheinander, die Sprache ist nicht mehr im selben Takt, die Story wirkt zunehmend konstruiert, - klar, es ist ein Roman, aber eine innere Logik sollte doch schon vorhanden sein -, wird unglaubwürdig und man merkt, wie extrem flach die Charaktere angelegt sind. Dazu "perlen Wassertropfen an Scheiben entlang", es wird ununterbrochen irgendwohin "getrottet", bei einem Telefonat nicken sich die beiden Protagonistinnen zu (!), bevor sie "devot die Augen senken" oder jemandem "aufmunternd zunicken" usw., usf. Diese und andere sprachliche Wiederholungen nerven dann irgendwann. Dazu kommen dann Fehler, wenn z.B. eines der Mordopfer erst laut Autopsiebericht erstickt wird und keine sonstigen Verletzungen aufweist und später sich herausstellt, dass er auch kräftig niedergeschlagen wurde. Zumal auch die Story immer dürftiger wird und mit keinerlei wirklich spannenden Wendungen mehr aufwartet, schmerzt so etwas beim lesen. SM-Feeling bleibt sowieso aussen vor, es wirkt, als ob ein paar angelesene Szenarien dazwischen gestreut wurden und die Autorin ernsthaft glaubt, eine Peitsche und ein Hundhalsband reichten dafür aus. Nach etwas über zweihundert Seiten geht die Geschichte dann kraftlos zu Ende und es bleibt der Eindruck, einen großartigen Führer über Frankfurt gelesen zu haben.Denn das hat die Autorin wirklich drauf. Sie nimmt uns mit auf eine spannende Reise durch die Bankenmetropole, die richtig Laune macht, die Stadt mal wieder zu besuchen. Als Thriller oder Krimi dagegen eignet sich das Werk kaum, dazu ist es schlußendlich einfach inhaltlich zu dünn geraten.