Der schottische Laird Aedan mac Byrne lebt seit Jahrhunderten unter den Menschen, nachdem er während der Zeit der Kreuzzüge verwandelt wurde und zu den Darkyn gehört. In Orlando, Florida, betreibt er einen Themenpark, den die Menschen ungeahnt der Hintergründe besuchen. Um einen Nachfolger zu finden, ruft er unter den Darkyn-Lords ein Turnier im traditionellen Stil aus. Die nächstliegende Wahl für die Nachfolge wäre Jayr, mit der ihn eine lange und emotionale Geschichte verbindet- allerdings ist Jayr die einzige Frau unter den Seneschalls und damit nach alter Tradition nicht geeignet. Jayr kann sich allerdings gut selbst verteidigen, gäbe es nicht noch andere aus der Vergangenheit, die mit Aedan noch eine Rechnung offen haben...
Die 5. Folge bringt auf ungewöhnliche Weise frischen Wind in die Serie: standen bisher die eher dominanten und Alpha-geprägten Darkyn-Lords im Vordergrund, betritt nun mit Jayr eine Frau die Bühne, die sich unter den Kämpfern durchaus behaupten kann, aber nicht ins traditionelle Bild der Jardins paßt. Hinzu kommt, daß sie mit Aedan eine turbulente Geschichte verbindet und daß noch andere Charaktere auf den Plan treten, die die Lage brisant und sehr spannend machen.
Ohne hier zuviel verraten zu wollen, hat Lynn Viehl hier das Kunststück vollbracht, einen alten Mythos einzubauen und der Geschichte damit viel Schwung verliehen. Wenn man die Namen nennt - Robin Locksley und Nottingham - kann man ahnen, daß sie das schier Unmögliche vollbracht hat, mit diesen Elementen (die ich für müde und abgedroschen gehalten hätte) eine rundum spannende, attraktive und spritzige Handlung aufzubauen, die so realistisch daherkommt, daß man sich unwillkürlich zu fragen beginnt, ob vielleicht in den Geschichtsbüchern und Legenden noch ein paar andere Darkyn verborgen schlummern und darauf warten, entdeckt zu werden. Michael Cyprien und Alexandra Keller sind wieder mit von der Partie und wie immer für Überraschungen gut, Alexandra begeht auch medizinisch eine neue Glanzleistung.
Neben den gut in Szene gesetzten Charakteren kommt der Story außerdem zugute, daß die fanatischen Brüder des Lichts eine weniger große Rolle spielen und damit die manchmal kaum zu ertragenden Folterszenen in den Hintergrund treten. Damit präsentiert sich eine gelungene und abwechslungsreiche Fortsetzung. Die nächste Folge wird unglaublicherweise noch besser (ich habe sie auf Englisch bereits gelesen), daher gibt es für diese Folge 4.5 Sterne. Fans der Serie wird außerdem freuen, daß nach einer längeren Pause, in der die Autorin eine ebenfalls lesenswerte Spinoff-Serie um die Kyndred geschrieben hat (in der einige Darkyn wieder vorkommen) nun auch an Folge 7 der Darkyn arbeitet, die dieses Jahr noch herauskommen soll.