Der Orden der Breed-Krieger steht vor einer der größten Herausforderungen in seiner mehrere Jahrhunderte überspannenden Geschichte: nach Dragos' überaus tückisch-raffiniertem Schachzug muß der Orden die Zentrale in Boston aufgeben und sich Hals über Kopf in ein sicheres Quartier zurückziehen. Überhaupt ist es nur Sterling Chase und seinem raschen Handeln, verbunden mit seiner persönlichen Opferbereitschaft, zu verdanken, daß der Orden nicht der ahnungslosen menschlichen Bevölkerung offenbart wurde und völlig ohne Schutz und Ressourcen dasteht, und das zu einer Zeit, wo Sicherheit und Schutz für das Überleben der Breed wichtiger sind denn je...
In der 10. Folge der Serie laufen nun endlich die Handlungsfäden zusammen, die Lara Adrian über mehrere zurückliegende Folgen geschickt aufgebaut hat, und bewegen sich mit einem monumental anrollenden Spannungsaufbau auf eine Konfrontation epischen Ausmaßes zu, das man mit angehaltenem Atem erwartet. Als Hauptfigur im Mittelpunkt steht Sterling Chase, der eine fesselnde Entwicklung durchgemacht hat vom geleckten und zugeknöpften Agenten, der deswegen auch den Spitznamen "Harward" erhielt, über die unglückliche und unerwiderte Liebe zu der für ihn unerreichbaren Ex-Partnerin seines Bruders, hin zu einem gequälten Helden, der, von der Blutlust gequält, droht alles zu verlieren, was er sich bei dem Orden an Anerkennung und Zugehörigkeit jemals aufgebaut hat.
Ihm gegenüber steht mit Tavia Fairchild, der Assistentin des Senators Clarence, eine zielstrebige und willensstarke Frau, mit der ihn scheinbar nichts verbindet und die es fast unmöglich erscheinen läßt, daß er sie jemals von den finsteren Machenschaften Dragos' überzeugen könnte, geschweige denn, daß ihr hochverehrter und respektierter Chef zu einem Schergen umgekrempelt worden sein könnte.
Was sich hinter Tavias scheinbar geradliniger Fassade der Karriere-Assistentin verbirgt, sorgt für eine große Überraschung und zeigt wieder einmal Lara Adrians Talent, starke Frauenfiguren in eine Story mit vielen Alpha-Helden einzubauen, die mit den Kriegern locker mithalten können. Ebenso zählt es zu den Stärken der Geschichte, daß es ein Wiedersehen mit den bisherigen Charakteren gibt und man deren Weiterentwicklung mitverfolgen kann. Daß es einen vielschichtigen und geradezu faszinierend verschlagenen Bösewicht gibt, der die Krieger fortlaufend in Atem hält und ihnen einige empfindliche Niederlagen beibringt, rundet die Story auf überzeugende Weise ab.
In dieser Folge sind die Nebenfiguren auch deswegen besonders interessant, weil sie mit dem Orden in ein neues Quartier flüchten müssen und vor neuen Herausforderungen und Entscheidungen stehen. Darüberhinaus gibt es Zuwachs in den Reihen der Breed, und man kann einer neuen Generation beim Heranwachsen zusehen. Dies macht die Geschichte neben ihren Action- und romantischen Anteilen besonders vielseitig. In diesem Zusammenhang tritt auch Lucan mehr in den Vordergrund, der sich mit einigen Entscheidungen herumquält, die ihm schwer zu schaffen machen.
Zusammen mit der dramatischen Entwicklung des Plots bietet diese Folge atemberaubende Spannung und viele emotionale Momente und ein fulminantes Finale mit neuen Entwicklungen für die Breed. Am besten ist, daß dieses Finale nicht das Ende der Serie bedeutet; so wie es aussieht, darf man sich als Fan auf weitere Geschichten freuen.