Dark Water ist kaum mehr als eine Sammlung sehr eigenwilliger Kurzgeschichten, die im Grunde alle in irgendeiner Beziehung zum Element Wasser stehen, wenn auch oft nur sehr nebensächlich. Erzählerisch in einem Rahmen gehalten werden sie durch eine alte Frau die ihrer Enkelin ein Geschenk versprochen hat, wenn diese sich nur brav ihre Geschichten anhört. Dass es sich bei diesen Geschichten nicht nur um Horror handelt, sondern auch einfache Kurzgeschichten, ist irgendwie enttäuschend, da man sich wahrscheinlich etwas völlig anderes erwartet hat.
Teilweise wirken die Kurzgeschichter eher wie die Kurzzusammenfassungen irgendwelcher mittelmäßigen TV-Produktionen, die ohne Sang und Klang im diensttäglichen Hauptabendprogramm eines Lokalsenders auftauchen und verschwinden. Einzig und allein die erste Kurzgeschichte dunkles Wasser kann überzeugen und vermittelt den für die Ring-Saga so typischen subtilen Horror. Kein Wunder dass aus dieser Kurzgeschichte auch ein Kinofilm geworden ist. Ansonsten ist diese Kurzgeschichtensammlung relativ unspektakulär und man wünscht sich dass der Autor lieber ein längeres Buch über "Dark Water", also die erste Kurzgeschichte "dunkles Wasser" geschrieben hätte, anstatt dieses Sammelsuriums unterschiedlicher Aufsätze.
Wer glaubt sich für diese Geschichten begeistern zu können, Wasser liebt, Wasser hasst, Koji Suzukis Bücher gerne liest oder einfach nach leicht gruseliger Unterhaltung sucht sollte sich den Kauf dieses Buchs trotzdem gut überlegen.