Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mehr menschliches Drama als Horrorfilm, mit einer grandiosen Jennifer Connelly, 5. August 2008
Für all diejenigen, die "Dark Water- Das Remake" mit den Maßstäben des ostasiatischen bzw. ostasiatisch inspirierten Horrorkinos messen, werden wohl recht enttäuscht sein. Deshalb auch die größtenteils vernichtenden Kritiken hier. Nein, dieser Fim ist nicht wie "Ring- Das Original", nicht wie "Ring- Das Remake", Nicht wie "The Grudge" in englischer oder japanischer Version. Nein, das ist nicht "J-Horror"! Anders gesagt: Für den (Japan-)Horror-Anhänger offenbart sich hier keine neue Dimension des exorisch-abgründigen Super-Grauens.
Der rein zufällige, genre-fremde (anspruchsvolle) Cineast, der sich für atmosphärisch dichte, aber unaufdringliche menschliche Dramen begeistern kann, wird mit "Dark Water- Das (amerikanische) Remake" ein kleines Juwel der gepflegten Unterhaltung für sich entdecken.
Wie auch im japanischen Original geht es auch in der amerikanischen Version um eine allein erziehende Mutter in einer existenziell schwierigen Lebenslage. Frisch geschieden und mitten in der Schlammschlacht um das Sorgerecht für das kleine Töchterchen, zieht sie mangels Altenativen in eine schäbige Hochhaussiedlung. Die Kulisse ist mehr als trist und alles andere als einladend. Doch der jungen Frau bleibt nichts anderes und schon bald versucht sie, sich in der fisch bezogenen Wohnung einzurichten. Doch dann fällt ihr ein immer größer werdender, trüber Wasserfleck an der Schlafzimmerdecke auf. Alle Versuche, den unfreundlichen Hausmeister zur Behebung des Mangels zu bewegen, scheitern. Sie ist auf sich gestellt, selbst, als der Wasserfleck ein Eigenleben entwickelt. Ihre Tochter wird von einer Hello-Kitty-Kindertasche wie verfolgt und legt sich zudem eine seltsame imaginäre Freundin an. Die Mutter fühlt zuerst latent, dann immer deutlicher die Bedrohung, ist aber durch die neue Lebenssituation wie isoliert und somit völlig auf sich gestellt.
Der Plot (dies werden die Kenner des japanischen Originals bemerkt haben) unterscheidet sich also nicht wesentlich von der Vorlage. Und dennoch scheint dies Remake, abgesehen von der hier wie dort gleichermaßen grandios eingefangenen Tristesse in grau-gelber Hochhauskulisse, ein völlig anderer Film zu sein. Wo das japansische Original primär ein Horrorfilm der Katergorie "Ring" war (zugegebenen mit menschlichem Touch), ist das Remake in erster Linie ein menschliches Drama (zugegeben mit Horror-Elementen). Zwar passt es immer noch ins Horrorgenre und vermag gruseliger zu sein als manch anderer Hollywood-Schocker, doch liegt der Schwerpunkt hier vielmehr auf der menschlichen Komponente.
Anders gesagt: Was Horror-Begeisterte diesem Film als Schwäche ankreiden, ist von der Warte des durchaus nicht anspruchslosen Melodrama-Fans dessen große Stärke. Die Hoffnungslosigkeit der Lebenskrise, die omnipräsente Sorge eines allein erziehenden Elternteils um das (einzige) Kind, die Existentängste, die erdrückende TRISTESSE der schäbigen Umgebung, die zermürbende Sorge, die Hilflosigkeit und Isolation-- all das ist in diesem Film so dominierend und höchst beeindruckend umgesetzt, dass man fast schon von Genre-Verfehlung sprechen kann. Mit anderen Worten: In dieser Version ist "Dark Water" fast schon zu schade für das Horror-Genre!
Was diese amerikanische Version an Horror-Elementen ausspart, das investiert sie in perfekteste Atmosphäre (zugegeben: Das japanische Original war in dieser Hinsicht ebenfalls beeindruckend!) und solideste schauspielerische Leistung. Die Charakter-Darstellerin und Oscar-Preisträgerin Jennifer Connelly (Hauptrolle) ist einfach gewohnt anbetungswürdig und hat hier nicht weniger Tiefgang, als in ihren anderen Rollen. Hier kann das japanische Original, welches mehr auf die Qualität des abgründigen Schreckens setzt, weniger aber auf facettenreiche Schauspielkunst, nicht mithalten.
Ach ja, nur am Rande: Völlig unvorbereitet und von mir selbst überrascht (ist mir bislang nur bei Schillers "Kabale und Liebe" passiert) habe ich zum Ende des Films hemmungslos geweint. Sehr ungewöhnlich für einen sogenannten Horrorfilm....
Kurz: Für Jennifer-Connelly-Fans und Freunde des einfach guten Kinos uneingeschränkt empfehlenswert! Für J-Horror-Liebhaber (ich bin übrigens auch einer!) potenziell und tendenziell eher eine Enttäuschung.
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46 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Dunkle Seele, 11. August 2006
Dieser Film wurde bisher von rund dreißig Amazon-Rezensenten besprochen, überwiegend von (jungen?) Männern und überwiegend kam er dabei schlecht weg. Könnte ein guter "Frauenfilm" sein, dachte ich mir, sah ihn mir deshalb an und fand mich in meiner Vermutung bestätigt. Wahrscheinlich hätte man ihn nicht so massiv mit dem Horrorfilm "Der Ring" in Verbindung bringen dürfen, denn Dark Water gehört in die Kategorie der Mystery-und Psychodramen und zwar zu den besseren.
Da ist zunächst das Szenario. In der ersten, positiven Leserrezension wurde ein Umstand erwähnt, der in der Tat auffällig ist: Nur selten zeigt Hollywood so realistisch wie hier die trostlosen, menschenfeindlichen Wohnsilos im Umfeld der großen Städte, in denen viele amerikanische "Kleinbürger" leben. Hopp oder Top: Malibu-Strandvilla, tolle City oder Slum, dazwischen noch eine Brise Heile-Welt-Vororte oder idyllische Kleinstädte machen in aller Regel das Ambiente in Filmen aus den Staaten aus. Tatsächlich leben aber viele Amerikaner so, wie es hier gezeigt wird. Es sind New Yorker, die zwar den Stadtteil Manhattan, der für viele das eigentliche New York ausmacht, täglich vor Augen haben, aber dennoch nur vom glänzenden, aufregenden Leben im Big Apple träumen können.
In diesem Film hat es eine junge Mutter mit ihrer kleinen Tochter in so eine trostlose Gegend verschlagen. Sie lebt in Trennung, ein Sorgerechtstreit bahnt sich an und Geldnöte können durch einen schlecht bezahlten Job nur unzureichend gemildert werden. Die Miete ist einigermaßen erträglich und eine gute Schule (unrealistisch?) liegt in unmittelbarer Nähe. Auch das ist real. Amerikanische Familien, die ihre Kinder nicht auf Privatschulen schicken (können), treffen ihre Wohnortentscheidung oft auch unter den Aspekt von erreichbaren "guten" öffentlichen Schulen. Diese Schule ist der einzige Farbtupfer in einer tristen Umgebung. Die Mutter und das Kind sind einsam, verunsichert und überfordert von der neuen Situation. Der Umgang mit anderen Menschen hat stets formalen, niemals privaten Charakter. Auch diese Menschen vermitteln einen einsamen Eindruck. Nie scheinen sie die zu sein, für die sie sich ausgeben. Zu allem Überfluss entpuppt sich die eigene Wohnung zunehmend als Alptraum, statt Raum für Rückzug und Geborgenheit zu bieten. Der Geist eines Kindes manifestiert sich zunächst als Fleck, Schimmel und schmutziges Wasser und anschließen als Mensch und fordert nach längerer, subtiler, sich steigernder Bedrohung eine grausame Entscheidung von der Mutter: Sie oder das Kind wird überleben. Oder.
Dieser Film spielt geschickt mit den Urängsten von Müttern und ihrem dringenden, vorrangigen (leider unerreichbaren) Wunsch, das eigene Kind in jeder nur denkbaren Situation beschützen zu können. Die gut spielende Protagonistin des Films hat eine schwierige Beziehung zur Mutter und will bei ihrem eigenen Kind unter keinen Umständen versagen. Nahezu jede Frau setzt sich, wenn auch vielleicht nur in Gedanken, noch einmal intensiv mit der Beziehung zu ihrer Mutter auseinander, wenn sie ebenfalls Mutter wird. Bis zu diesem Zeitpunkt ist sie stets nur Tochter gewesen. Jetzt lernt sie die andere Seite kennen. Das kann schmerzhaft sein. Möglich, dass seelische Verletzungen wieder hochkommen, die man längst überwunden glaubte. Verletzungen der Seele, gar ein Trauma, verhalten sich wie eine Schallplatte, die immer wieder an der gleichen Stelle hängen bleibt. Oft wissen selbst jahrelange Lebenspartner nichts von diesen speziellen Stellen. Fremde schon gar nicht. Trotzdem bestimmen sie das Verhalten der Menschen untereinander. Jeder von uns muss sich immer wieder im Umgang mit anderen unterschwellig damit auseinandersetzen. Das gleicht dem Stochern im Nebel und kann sehr schwierig sein. Wie sagte einmal Stephen King, der Meister des Schreckens: "Das Leben hat Zähne und irgendwann einmal beißt es fast jeden von uns mehr oder weniger stark."
Mehr Horror ist doch eigentlich gar nicht nötig, oder?
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25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Beklemmend und unbefriedigend, 7. Juni 2006
"Dunkle Wasser" ist NICHT wie "The Ring". Das hätte man wohl aufs Filmplakat schreiben sollen. Wenngleich der Stoff der beiden Filme aus derselben Feder stammt, ist "Dunkle Wasser" kein reiner Horror, sondern stellt wohl eher ein Psychothriller mit Mystery-und Drama-Elementen dar. Von einigen Filmkritikern wurde er auch schon als ein Psycho-Drama bezeichnet, was sicherlich mehr Legitimation hat als die Schublade "Horror".
Der Film verbreitet weniger eine Grundstimmung der Grusels, sondern der Beklemmung und der Traurigkeit, phasenweise Verzweiflung. Auf effektvolle Splatter- und Zombieeffekte wartet man - falls man darauf wartet - vergebens. Obwohl die Parallele zu "The Ring" - der Geist eines toten Kindes spukt herum - unübersehbar ist, so ist die Verwendung dieses Gerüstes doch eine ganz andere.
Während bei "The Ring" mit dem Gegensatz eines in weiß gekleideten kleinen Mädchens mit brutaler Gewalt, eines durch Verwesung entstellten Gesichts und anderer Schock-Effekte gearbeitet wird, belastet hier der Geist des toten Kindes ohne jegliche Entstellung, sondern eher wegen seiner Ähnlichkeit zur Tochter der Protagonisten hauptsächlich die ohnehin angespannte Situation der Familie, der psychisch labilen Mutter, ihrer eigenen traumatischen Kindheitserlebnisse, und das Thema des Vertrauensbruchs des "heiligen" Verhätnisses zwischen Mutter und Tochter rückt in den Mittelpunkt. Parallel dazu wird die hässliche Geschichte des Sorgerechtsstreits der beiden Elternteile erzählt, was zusätzlich bedrückend wird.
Zwar finden sich auch hier Horror-Elemente, jedoch sind sie Mittel zum Zweck, und nicht zentrales Element. Getragen wird die starke Atmosphäre von herausragenden schauspielerischen Leistungen. Oscar-Preisträgerin Jennifer Connelly spielt brilliant, Tim Roth besticht ein weiteres Mal, Pete Postlethwaite und Dougray Scott glänzen in Nebenrollen. Dass einige Neben-Charaktere nur angedeutet werden und vermeidlich viel an Charakterstudien liegenbleibt und vor allem offen bleibt, ist wohl beabsichtigt. Es gehört zum Grundkonzept eines Films, der aus Prinzip ziellos ist, und so auch das Ende weder ein wirklich gutes noch ein wirklich schlechtes ist. Es bleibt ein beklemmendes Gefühl zurück, was sicherlich sehr unbefriedigend ist. Allerdings finde ich es engstirnig, sich deshalb angegriffen zu fühlen und einen Film deshalb für schlecht zu erklären.
Das Fazit sollte lauten: Geschmackssache. Für besonders starke Schauspieler, eine starke Atmosphäre und vor allem für die vielen unsachlichen Negativst-Bewertungen gibts von mir 4 Sterne.
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