Zuerst einmal das:
Gekauft habe ich die CD weil ich Iron and Wine liebe und hier ein Song enthalten ist (Not Afraid To Die), den es auf keiner anderen CD gibt und ich meine Sammlung komplettieren wollte. Und natürlich hoffte ich, vergleichbare Bands mit zu entdecken.
Hier ist was ich fand:
- los geht es mit "Knotty Pine" von David Byrne. Nicht mein Geschmack, viel zu aufgesetzt und erinnert mich zu sehr an Kate Bush.
- der "Cello Song" dargeboten von der Band BOOKS kann seine Herkunft von Nick Drake nicht verleugnen, klingt aber moderner als Nick selbst ihn spielte und bleibt trotzdem ehrfürchtig. der erste Höhepunkt auf der Doppel CD
- "Train Song" von Ben Gibbard ist unglaublich entspannt, modern und sympathisch. Auf Schlagzeug wird ganz verzichtet, das Stück klingt, als wäre es für PUTUMAYO produziert worden, hat ein südwesteuropäisches Flair. Westerngitarre, Spinett, Single-Coil-Gitarre und mehrstimmiger Gesang ohe aufzuregen. Sehr schön!
- "Brackett, WI" von Bon Iver klingt ein Bisschen nach den Weilheim Bands der 90er, also den ursprünglichen Notwist, aber ohne zerstörerische parts. Düstere Atmosphäre, schöne Harmonien, zarter Gesang. Gefällt mir auch, wenn auch nicht mein Lieblingsstück.
- "Deep Blue Sea" von Grizzly Bear erinnert mich an Sufjan Stevens.
Gut anzuhören aber nicht herausstechend.
- "So Far Around The Bend" National. Klingt sehr nach Country Band, die überhaupt keine Country Musik mehr machen will. Etwas altmodisch, aber immer wieder frisch. Gefällt mir gut. Man hört Johny Cash und Merle Haggard in den Einflüssen aber man hört kein Country.
- "Tightrope" von Yeasayer ist witzig. Es fängt nervig an, entfaltet aber schnell eine Musikalität im Arrangement, die an Fleet Foxes erinnert.
- "Feeling Good" von My Brightest Diamond hat was diabolisches, ist gut umgesetzt, mit Streichern und dezent eingesetzten Gitarren und später die Streicher mit der steigenden Dynamik sind klasse. Irgendwann kommt eine Oboe dazu und zum Schluss ein Trompetensolo. Mir gefällt besonders, dass hier jemand ein Stück, das Nina Simone bekannt machte, singt, ohne in dieses Ua-ua-haa von Christina Aguilera zu verfallen (DSDS, nein danke).
- "Dark Was The Night" the Kronos Quartet. Geil! Ich liebe Delta Blues. Die Instrumentierung dieser Zeit ist klasse. Hier schließen eine singende Säge und eine Slidegitarre Freundschaft. Und niemand singt blöd dazwischen...
- "I Was Young When I Left Home" Antony.
Wer das Stück vom Meister kennt (Meister? Bob Dylan natürlich), der liebt die spärliche Darbietung. Dieser Song eignet sich eigentlich nicht für Streicher und "akademischen" Gesang. Aber trotzdem! Irgendwie, wenn ich ihn ganz durchhört packt es mich dann doch und ich beginne ihn, mehr und mehr zu lieben. Doch, doch, großartige Interpretation.
- "Big Red Machine" Aaron Dessner.
Der Song beginnt mit einer Orgel, in die ein Orgelton vom Klavier kommt, sphärischer Gesang. Dem einen oder anderen könnte das Stück zu abgehoben klingen und es kann nerven, aber ich kann es gut ertragen.
- "Sleepless" von The Decemberists. Sehr passend gespielte Gitarre, tolles Akkordeon (Ich freu mich schon auf die Veröffentlichung von Bob Dylan's neuer Platte), Gesang wie immer gut. Ein schönes, sehr schönes Stück Musik!
- "Die" Iron And Wine
Sam Beam hat dieses Stück am Flughafen geschrieben. Als absoluter Fan kann ich hier nicht objektiv sein, muss aber hinzufügen, dass das ein Wahnsinns Song ist (egal, weiter)
- "Service Bell" Feist. Kling wie man ein Stück von Feist erwartet. Katebushig und vollflächig mit Pauken aus der Hölle. Gruselig schön!
- "You Are The Blood" Sufjan Stevens.
Klingt nach Sufjan. beginnt mit auf Musikinstrumenten gespieltem Computerspiel und geht dann in diese Wahnsinnsmelancholie über.
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- "Well-Alright" Spoon.
So klangen meine ersten Bands immer in der Garage. So klang jede Band am Anfang. Aber jede Band hat sich weiter entwickelt. Das ist nich mein Song.
- "Lenin" Arcade Fire. Wer die Band kennt, kennt diese Art vonMusik, die Britpop und Americana verbindet. Sehr frisch, modern.
- "Mimizan" von Beirut. Akkordeon. gesang. GUT!
- "El Caporal" My Morning Jacket. Klingt anfangs sehr mexikanisch und mit einsetzendem Gesang nach den Bootlegs von John Lennon 1974-1976.
- "Inspiration Information" Jones, Sharon & The Dap-Kings.
Wer Motown mag, Ike und Tina Turner, James Brown, der wird dieses Stück als Ballade lieben. Nicht mein Geschmack, aber sehr gut gemacht und sehr stimmig.
- "With A Girl Like You" Dave Sitek.
Eine abgefahrene Troggs-neuinterpretation. Sphärisch und interessant.
Nicht tanzbar (totz "can I dance with you").
- "Blood, Pt.2 [Remix]" Buck 65
Ist mir persönlich zu wenig Gefühl drin. Klingt wie Eminem für Arme.
- "Hey Snow White" New Pornographers ist ein typisches modernes Popstück.
- "Gentle Hour" von Yo La Tengo ist sanft, sympathisch und sphärisch. Sehr schön
- "Another Saturday" Stuart Murdoch ist eine Americana ballade, die wie eine Weiterentwicklung von Woody Guthrie klingt. Sehr klar und schön
- "Happiness" von Riceboy Sleeps ist ein Instrumentalstück, das wie eine große, sanfte Welle in den Boxen liegt und dann wieder wegschwappt. Groß!
- "Amazing Grace" von Cat Power. Eine weitere, aber gute Interpretation von Amerika's Lieblingslied.
- "The Giant Of Illinois" von Andrew Bird ist ruhig, mit gezupftem Cello, Streichern, clean eingestellter Gitarre und klarem Gesang. Mir gefällt's
- "Lua" Conor Oberst. Americana at its best. Westerngitarre, Frauengesang, Herrengesang, schöne Stimmung, schöner Text. Gerne mehr.
- "When the Road Runs Out" Blonde Redhead wieder so eine Kate Bush Imitation. Ganz nett.
- "Love vs. Porn" Kevin Dew. Sehr fragil gesungen, recht schön, aber unauffällig.
Die Einnahmen aus der CD kommen der AIDS-Hilfe zugute, die Zusammenstellung lässt ab und zu die -->> Taste am CD-Player drücken, aber insgesamt gefällt mir die CD sehr gut.