.....dass jedes Orchester, jeder Dirigent seine eigene Version der grossen Komponisten spielt. Warum also sollte dies in der Rockmusik nicht möglich sein? DSOTM ist mittlerweile doch schon 37 Jahre alt, da darf doch wohl eine junge Band das ganze Werk in deren eigener Version nachspielen.
Nur: wie geht man ein solches Meisterwerk an, ohne wie eine billige Kopie zu wirken? Na, ganz einfach, hört euch The Flaming Lips an, dann wisst ihr es. Jeder einzelne Song wird in seine Fragmente zerlegt, neu intrumentalisiert, nur die groben Lines bleiben erhalten und dann sprudelt es nur so von eigenen Ideen. Breathe, schnell, hektisch gespielt. On the run ist überhaupt nicht mehr wieder zu erkennen. Time, welch ein Gedanke, statt Uhrenticken hustet jemand im Off. The great gig in the sky wird so aufgedreht, dass die Schmerzgrenze erreicht wird, um dann in die wunderschöne Melodie zurück zu fallen. Hier grüsst Atom Heart Mother. Dann die LP B-Seite. Money, wahnsinnig gelungen, Us and them, sehr nah am Original (das einzige Stück übrigens), Any colour you like besser als das Original. Und dann das Finale. Brain damage und Lunatics. Was bei PF noch harmlos klingt, wird hier zur psychedelischen Falle.....der ganze Wahnsinn bricht heraus aus dieser Musik.
Man kann getrost sagen, dass den Flaming Lips ein grosser Wurf gelungen ist. Warum also nur 4 Sterne von mir? Nun, es gibt auch Schatten......stimmlich hätten sie mit weniger Verfremdung mehr erreicht. Das stört hier und da doch ein bisschen. Ist aber nur meine rein persönliche Meinung. Andere mögen das komplett anders sehen.