Ich stimme allen zu, die sich über die Entwickler aufregen. Es ist wirklich peinlich, dass ein Fan Probleme in den Griff bekommt, die von den Entwicklern offenbar nicht bewältigt werden konnten. Und ja, Controllerpflicht ist auch eine absolute Beleidigung für einen PC-Spieler.
ABER:
Alle, die das Spiel hier mit einer schlechten Bewertung abspeisen, sollten eines nicht vergessen:
Ich bin davon überzeugt, dass sich viele potentielle Dark Souls-Spieler von dem schlechten Bewertungsdurchschnitt abschrecken lassen und somit eines der großartigsten Spieleerlebnisse überhaupt verpassen. Mit ein paar Minuten Geduld bekommt man bekanntlich das Grafik-Problem in den Griff (das ist wirklich unkompliziert). Um einen Controller kommt man wohl nicht herum, aber glaubt mir: es lohnt sich!
Dark Souls habe ich bereits auf der PS3 ausgiebig gespielt. Um alle Trophäen zu ergattern, habe ich bis Ende NG++ gespielt, also im Prinzip drei Mal komplett durch. Im ersten Durchgang kann man unmöglich alle Waffen, Zaubersprüche, Wunder usw. bekommen.
Dabei ist es nie langweilig oder frustrierend geworden. Fordernd ja, aber nie wirklich unfair. Das A und O ist Timing. Wenn man Dark Souls eine Weile spielt, weiß man ziemlich genau, wie welcher Gegner-Typ vorgeht, nach welchem Schlag eine Kombo folgen könnte usw. Man lernt also im Richtigen Moment zu Blocken, zu parieren oder auszuweichen und sich dabei die Ausdauer so einzuteilen, dass man nach dem Konter noch anständig zuschlagen kann. Wer also geübt ist, kann durchaus schon zu Beginn Gegner schlagen, die eigentlich für einen wesentlich späteren Zeitpunkt vorgesehen sind und somit recht früh brauchbare Items bekommen.
Auf dem PC habe ich direkt mal den Generalschlüssel benutzt und den "mächtigen" Havel mit meinem Level 10- Krieger umgehauen. Dauert natürlich etwas, da man jedem Schlag ausweichen muss (bei einem Gegentreffer ist man platt), aber es klappt. Danach hab ich mir nen schwarzen Ritter vorgeknöpft. Es geht doch nichts über das Gefühl, einen viel stärkeren Gegner mit purem Skill zu besiegen ;)
Und genau das zeichnet Dark Souls aus. Klar kommt auch der Sammelwahn nicht zu kurz, da es viele einmalige Waffen und Rüstungen gibt, die man auch noch schön pimpen kann, aber im Grunde kommt es auf den Spieler an. Genau das hat mir bei Diablo3 z.B. gefehlt. Das habe ich zwar auch bis zum Erbrechen gespielt, allerdings ging es mir doch irgendwann ein wenig auf die Nerven, dass es in erster Linie auf das Equipment ankommt und das spielerische total in den hintergrund rückt. "Oooooh geil, ich mache jetzt 78.000 dps statt 76.000, weil ich zwei Wochen auf eine noch tollere Armbrust gespart habe" ;)
Dark Souls ist von den zahlreichen Spielen, die ich bislang gezockt habe (ich bin knapp dreißig, da kommt also einiges zusammen seit dem Amiga und der PS1^^) DAS eine Spiel, das für mich einfach seinen Reiz nicht verlieren will. Ehrlich, ich wollte der PC-Version widerstehen und die Dark Souls Sucht hinter mir lassen...das hat genau einen Tag lang geklappt, dann habe ich es doch bestellt. Ich bin so gespannt auf die neuen Inhalte, dass es mir nicht im geringsten was ausmacht, das ganze Spiel weitere drei Mal zu durchkämmen, wenn es sein muss. Auf den DLC für die PS3 will ich einfach nicht mehr warten. Alle Freunde, die ich bisher mit Dark Souls angefixt habe, sind ebenso begeistert. Zumal man ja auch zusammen losziehen kann, das ist einfach der Hammer. Zuletzt habe ich Kingdoms of Amalur gespielt, sicher ein gutes Spiel, aber ich kann mit Worten garnicht ausdrücken, wie viel motivierender Dark Souls ist. Der Einstieg ist wirklich schwer, man muss sich ein wenig rein fuchsen, weil das Spiel einen nicht an die Hand nimmt, sonders vieles selbst herausgefunden werden muss. Es gibt z.B. auch keine Karte. Umso besser ist das Gefühl, wenn man irgendwann jedes noch so große Areal in- und auswendig kennt. Die fehlende Karte lässt einen zunächst vorsichtiger werden und erhöht gleichzeitig die Spannung beim ersten Durchgang.
Fazit:
Lasst euch von den ersten Stunden nicht beeindrucken. Es fühlt sich zunächst gewöhnungsbedürftig an, bis die Steuerung ins Blut übergegangen ist und man verstanden hat, wie dieses Spiel tickt. Es scheint zu Beginn fast nicht zu meistern zu sein, ohne andauernd ins Gras zu beißen. Aber spätestens nach den ersten größeren Erfolgen und Waffenfunden, packt es einfach jeden. Irgendwann stirbt man nur noch selten, weil man lernt, nicht wie ein Irrer blind in irgendein Gebiet zu stürzen, sondern respektiert, dass hinter jeder Ecke der Tod lauern kann. Egal wie gut man ist und wie gut man die Gegenden kennt. Bei vielen Passagen bleibt es einfach immer spannend, alleine schon durch die Atmosphäre des Spiels und weil man zumindest in menschlicher Gestalt jederzeit von anderen Spielern herausgefordert werden kann. Es gibt viele grandiose und abwechslungsreiche Bosse, Waffen, Rüstungen, Zauber, Schmiedemöglichkeiten und und und.
Am Ende muss jeder selbst wissen, ob er aus Prinzip darauf verzichten möchte.
Von mir gibt's jedenfalls eine klare Kaufempfehlung!