Seit nunmehr zehn Jahren liefern Douglas Preston und Lincoln Child Jahr für Jahr einen Roman ab. Darunter waren brilliante Werke wie "Relikt" und "Attic" aber auch Rohrkreppierer wie das lahm vor sich hindümpelnde "Thunder Head". Mit "Dark Secret" kehrt das Erfolgsduo, was die Spannung betrifft, wieder zu seinen Meisterwerken zurück. Doch nicht nur das, denn "Dark Secret" liest sich wie ein Best Of. Vertraute Charaktere der vorangehenden Romane geben sich hier die Klinke in die Hand: Margo Green (Relikt, Attic), Bill Smithback (Thunderhead, Formula), Nora Kelly (Thunderhead,) D'Agosta (Relikt, Burn Case) und natürlich der skurille Agend Pendergast. Dazu kommt noch, dass das Duo den Leser auch zurück an vertraute Orte führt, z.B. in das Naturhistorische Museum und den Untergrund von New York. Das Ergebnis ist nun trotz allem kein warmer Aufguss vertrauter Themen, sondern eine spannende Geschichte, die den Leser von Anfang an in den Bann schlägt. Wer einen großen Showdown erwartet, wird aber enttäuscht werden, denn der findet erst im Folgeroman "Book of the Dead", der wohl frühestens im nächsten Jahr in deutscher Sprache veröffentlicht wird, statt.
"Dark Secret" ist erstklassige Spannungsliteratur und will gar nicht mehr sein, wie die Autoren augenzwinkernd im Text mehrmals zugeben. Für Preston/Child Fans Pflichtlektüre, aber für Neueinsteiger wohl eher ungeeignet. Übrigens: Aufmerksame Leser, die nach der Lektüre des sechsten Romans von Preston/Child "Ice Ship" noch immer hin und wieder über dessen Ende nachsinnen und grübeln, wie es wohl weitergeht, werden in "Dark Secret" dezente Hinweise darauf finden, dass wir möglicherweise noch mehr erfahren werden, wie es mit dem "Meteor" weitergeht.
(Achso, wirklich schade, dass die Romane in deutscher Sprache so bescheuerte Titel bekommen wie Dark Secret - Mörderische Jagd etc. da solche Titel eher Assoziationen an drittklassige Filme wecken. Warum der englische Titel Dance of the Dead nicht übersetzt oder schlicht beibehalten wird, sondern ein sinnfälliger anderer englischer Titel gewählt wird, entzieht sich wohl jeglichem vernünftigen Erklärungsversuch.)