Dark Planet spiegelt einmal mehr das Beispiel des "neuen russischen Filmtypus" wieder. Die Effekte sind modern und aufwendig genug, um Vergleiche mit westlichen Produktionen nicht scheuen zu müssen,die Schauspieler überwiegend passend gecastet und die Locations und Produktionen insgesamt beachtlich. Details werden schön eingestreut, die Musikuntermalung ist nicht allzu bombastisch und langatmige Hänger werden (zumindest versuchsweise) vermieden.
Beispiele derartiger Filme sind "Wächter der Nacht", "Wächter des Tages" und "Die dunkle Macht".
Dark Planet bietet all diese Elemente ebenfalls zur Genüge. In trick- und kamera-technischer Hinsicht gibt es nichts zu Beanstanden. Schöne Kulissen, gute Darsteller, passable Effekte.
Das große Manko ist bedauerlicher weise wieder einmal die Handlung - und die sollte (eigentlich!) das wichtigste Element eines Films sein...."sollte"! Der Plot ist zwar relativ interessant, jedoch insgesamt ganz entschieden verwirrend und viel zu verworren erzählt. Man kann sehr oft die Handlungsweise und Motivation der Charaktere nicht nachvollziehen. Logische Handlungsbrüche und neue Erzählabschnitte werden ohne Erklärung oder Überleitung einfach aneinandergereiht. Es ist z.B. überhaupt nicht nachvollziehbar, wieso der Protagonist von einer Sekunde zur anderen vom Gefangenen zum Elitesoldaten avanciert und dann auch noch übermäßig motiviert seinen Dienst verrichtet, im nächsten Moment dann aber desertiert. Und so zieht es sich durch den ganzen Film.
Die übrigen Personen handeln genauso unverständlich. Etwaige politische Messages des Films werden plump, plakativ und ebenfalls aus jedem Zusammenhang heraus angerissen.
Fazit. Der Film erinnert von der Handlung und den Figuren her an den klassischen russischen Sci-Fi-Film "Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein" (Exzellenter Film!) und an den DDR-Sci-Fi-Film "Im Staub der Sterne" (ebenfalls nicht schlecht). Obgleich Dark Planet um Lichtjahre fortschrittlicher, teurer, moderner und größer ist, kann er handlungsmäßig in dieser Form jedenfalls nicht mit den anderen beiden genannten Filmen mithalten. Wenn es stimmt, dass es eine längere (und damit hoffentlich verständlichere) Fassung gibt, so sollte man sich auf jeden Fall diese ansehen. Denn die vorliegende Fassung jedenfalls ist konfus, verworren und man muss schon eine große Portion guten Willen mitbringen, um den Film zu verstehen - geschweige denn zu mögen!