Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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38 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nightwish -- Dark Passion Play, 27. August 2007
Vorab muss ich sagen, dass ich der neuen Nightwishscheibe eine hohe Erwartungshaltung entgegengebracht habe und sehr gespannt war, wie es den Finnen gelingt ihren Weg fortzusetzen und wie die neue Stimme ihren Teil dazu beiträgt. Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht und ich freue mich sehr auf den entgültigen Veröffentlichungstermin.
Zu den Songs:
Der erste und der längste Song ist für mich das Highlight des Albums und das beste, was Nightwish seit langem gezaubert hat. 13 Minuten lang, das Lied vereint das, was ich von Nightwish erwarte. Power, Mystik, Emotion. Hier beweist die neue Sängerin Annette gute Gesangsqualitäten, man merkt dass sie ihre Stimme schön einsetzen und variieren kann, was ich mitunter am restlichen Album vermisse.
Nummer zwei Bye Bye Beautiful ist ein mitreißendes Stück, indem Marco einen hohen Gesangsanteil hat. Die Tatsache dass seine Stimme im kompletten Album etwas mehr in Vordergrund rückt, befürworte ich durchaus, da er sein Stimmvolumen viel besser einsetzen kann. Seine Stimme klang bei den Vorgängern viel zu brachial, was mir überwiegend unangemessen erschien.
Nummer drei Amaranth. Die erste Single, ein Ohrwurm. Sehr eingänglich gefällt mir sehr gut, ist aber sicher nicht zu den überragenden Nightwishstücken zu zählen. Aber tut nicht weh und ist sehr angenehm zu hören.
Cadence of her last breath ist Song Nummer vier, der mir auch sehr gut gefällt und von der Qualität her die Mitte anführt. Hier ist Annettes Stimmte gut eingesetzt und der Song überzeugt.
Es folgt die Lied fünf, welches von Marco gesungen wird. Hier ist der Höhepunkt der Härte in diesem Album erreicht, ich denke allerdings nicht dass dies das härteste aller Nightwishlieder ist, wie häufig deklariert wird. Da sind einzelne Stücke von Oceanborn weitaus markanter. Master Passion Greed ist allerdings ein überragender und mitreißender Song, an dem jeder Metalfan seine wahre Freude erleben wird.
Eva ist eine wunderschöne Ballade, in der meines Erachtens die neue Stimme überzeugend herüberkommt. Ein sehnsüchtiges Stück a la Sleeping Sun. Gefällt mir sehr gut.
Sahara ist ein weiteres Highlight der neuen Scheibe, wo vor allen Dingen die Chöre sehr schön eingesetzt sind und gut mir der neuen Stimme agieren.
Im Anschluss daran kommen mit Whoever brings the night und For the heart I once had zwei Lieder, die im Mittelfeld liegen. Auch hier sehr eingänglich und gut anzuhören, aber der gewisse Tick fehlt hier.
Mit The Islander und Last of the wilds folgen zwei Titel die zueiander gehören. Das zweite Stück ist instrumentell. Hier kommt eine neue Nightwishseite herrüber, man denkt an irische Folkloremusik und die Stimme von Marco passt hier perfekt hinein. Kein Stück zum Abrocken, sondern eher für auf dem Balkon sitzen, Zigarillo rauchen, Käffchen trinken und übers Leben philosophieren.
7 Days to the Wolves ist ein typisches Nightwishlied, was gut gefällt.
Das letzte Stück ist etwas gewöhnungsbedürftig, da es am Ende mit Gospelpassagen versehen ist. Über dieses Lied habe ich mir noch keine abschließende Meinung gebildet, aber ich finde es schön, dass Nightwish neue Wege geht und neue Dinge ausprobiert.
Abschließend ein Fazit. Ich schwanke zwischen 4 und 5 Sternen und gebe eine 4,5. Die neue Stimme gefällt mir ausgesprochen gut, auch wenn es schon ein wenig Gewöhnung bedarf, sich auf diese einzulassen. Sie passen aber gut zu den Liedern und diesbezüglich gibt es nichts zu meckern, auch wenn man mitunter ihre gesanglichen Grenzen merkt. Allerdings sind die Kompositionen nahezu göttlich, da fällt das nicht allzu sehr ins Gewicht.
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33 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
NIGHTWISH - DARK PASSION PLAY - Mit neuer Stimme und alter Wucht, 3. Oktober 2007
Vielen Unkrenrufen zum Trotz, die mit dem Abgang von Sängerin TARJA TURUNEN das Ende von NIGHTWISH gekommen sahen, legen die Finnen mit der neuen schwedischen Sängerin ANETTE OLZON (und das will schon was heißen, wenn Finnen einen Schweden - oder in diesem Fall eine Schwedin - in ihre Band aufnehmen) einen Start nach Maß hin. DARK PASSION PLAY gehört mit Sicherheit zu den stärksten Alben in der Geschichte von NIGHTWISH.
Gleich zum Beginn zelebrieren NIGHTWISH ihre wieder gefundene Spielfreude in dem fast 14 Minuten langen THE POET AND THE PENDULUM, bei dem sich die metallische Wucht der Band mit einem 78-köpfigen Orchester paart. Und dabei kann die Neue" schon einmal direkt beweisen, was sie alles drauf hat. Natürlich ist sie keine TARJA TURUNEN, die in der Vergangenheit mit ihrem klassischen Gesangsstil ein ganz wichtiges Erkennungsmerkmal des NIGHTWISH-Sounds war. Aber ANETTE OLZON fügt sich hervorragend in den Sound der Band ein und ist ein sehr guter Ersatz für TARJA.
Musikalisch haben NIGHTWISH nicht viel verändert - warum sollten sie auch? DARK PASSION PLAY ist voll von hymnischen Metal-Stücken, die bei aller Härte alle einmal mehr wunderbar eingängig sind (Beispiele dafür sind BYE BYE BEAUTIFUL, die erste Single AMARANTH, CADENCE OF HER LAST BREATH oder aber auch das überirdische SAHARA). Auf der anderen Seite zeigen TUOMAS HOLOPAINEN (Keyboards & Piano), MARCO HIETALA (Bass & Gesang), EMPPO VUORINEN (Gitarre) und JUKKA NEVALAINEN (Schlagzeug) aber auch immer wieder von ihrer etwas sanfteren Seite (die hauptsächlich von Piano und Streichern getragenen Ballade EVA und das schwermütige THE ISLANDER). Auf der anderen Seite haben NIGHTWISH aber auch wieder einige kleine Epen zu bieten, die alle Facetten der Band in einem Song zusammenbringen. Neben dem Opener THE POET AND THE PENDULUM sind das hier noch das METALLICA-artige DARK PASSION PLAY (Gesang: Marco), das wunderbar verwobene 7 DAYS TO THE WOLVES (bei dem sich ANETTE und MARCO den Gesang teilen) und zum Ausklang das verträumt beginnende und hymnisch endende MEADOWS OF HEAVEN.
NIGHTWISH haben mit dem Rauswurf von TARJA TURUNEN viel gewagt, aber angesichts der Qualität von DARK PASSION PLAY alles richtig gemacht. Die neue Sängerin weiß zu überzeugen (auch oder gerade weil sie keine zweite TARJA ist). Die Musik ist so gut - oder sogar noch besser - als bisher. In dieser Besetzung darf man sich sicherlich noch auf einige Geniestreiche der Finnen freuen. Aber bis dahin verwöhnt DARK PASSION PLAY die Fans mit allerfeinster NIGHTWISH-Musik.
DARK PASSION PLAY gibt es auch in einer SPECIAL EDITION als Doppel-CD. Dabei ist auf der zweiten Disc das komplette Album in instrumentaler Version zu hören. Viele Fans mögen sich fragen, wozu das denn gut sein soll oder ob das nur für Musiker geeignet sei? Ist es aber nicht, denn auch so entfaltet sich die ganz eigene NIGHTWISH-Atmosphäre und man nimmt viele kleine Feinheiten in der Musik war, die vorher durch den Gesang überdeckt waren.
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47 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Orchestraler Bombast-Metal in Perfektion - Und ein unerwartet starker Einstand der neuen Nightwish-Stimme, 29. September 2007
Es ist, als ob man gerade einen spektakulären Fantasy-Film gesehen hätte. Nein, eigentlich fühlt man sich, als ob man ihn wirklich erlebt hätte, nach 75 Minuten "Dark Passion Play". Schon der Vorgänger "One" setzte 2004 Maßstäbe. Unglaublich, aber wahr: 2007 klingen die Finnen noch gigantischer, epischer und dramatischer. Der Orchesteranteil ist nochmals erhöht worden und verschmilzt mit Heavy Metal zu "Nightwish". Prachtvolle Streicher-Klangteppiche, monumentale Blechbläser und zauberhafte Harfenklänge - alles ist (natürlich) echt, eingespielt von einem 78-köpfigen Orchester. Dazu kommen Ehrfurcht erregende Akzente im Carmina-Burana-Stil des 42 Stimmen starken Opernchores und die Back-up Vocals eines 12-stimmigen Gospelchores. Gegenüber dem Vorgängeralbum hat man die Zahl der Mitwirkenden damit nochmals aufgestockt - und das hört man eindrucksvoll.
Bandchef Tuomas Holopainen wird als Keyboarder im Studio (fast) nur noch für Klavier und mysteriös klingende Effekte gebraucht. Eine der wenigen typischen Keyboard-Hooklines bestimmt noch das Instrumentalstück LAST OF THE WILDS. Sein wichtigster Input ist das geniale Songwriting. Es will einfach keine Langeweile aufkommen, nicht einmal bei den einfühlsam zart startenden Balladen EVA und MEADOWS OF HEAVEN, die schließlich zum Ende hin noch gewaltig an wehmütiger Power zulegen. Auch FOR THE HEART I ONCE HAD wirkt anfangs balladesk. Zwischen Strophe und Refrain liegen aber ganze Welten. Völlig unerwartete lyrische Breaks und plötzliche monumentale Ausbrüche fesseln beim Zuhören und beflügeln die Fantasie. Es ist, als folge man einem Flusslauf durch idyllische Auen und Furcht einflößende, zerklüftete Felslandschaften.
Für die Band bislang ungewohnt ist ein Longtrack wie THE POET AND THE PENDULUM, der gleich als erstes Stück auf "Dark Passion Play" mächtig Eindruck hinterlässt, von geheimnisvoll anmutenden Kopfstimmen-Passagen und Flüster-Breaks über breitwandigen, hochdramatischen Orchesterbombast bis hin zu druckvollem Speed-Metal und nicht zuletzt wunderschönen Gesangsmelodien bietet der 14-Minüter in einer großartigen Dynamik voller Wechsel all das in XXL, was die anderen Stücke auf kleinem Raum vereinen. Einen super Einstand feiert dabei Sängerin Anette Olzon, die den Platz der eigentlich als unersetzbar eingeschätzten Tarja Turunen einnimmt. Der Gesang ist nun weniger opernhaft, "normaler". Olzon klingt aber überraschend und erfrischend individuell - das ist kein 08/15-Gesang!
Sie hat viele starke Auftritte und besticht mit toller Technik in ruhigen Breaks und kommt gleichzeitig auch gegen die Kraft des Orchesters an. Beim schleppenden, düsteren Mid-Tempo-Track SAHARA überzeugt sie mit schwierigen orientalischen Stimm-Spielereien. Herausragend ist auch AMARANTH, dessen majestätisch schöne Chorusmelodie durch gedoppelte Vocals in überirdische Sphären gehoben wird. Wie gewohnt haben Nightwish mit Basser Marco Hietala eine weitere Stimme, die exzellent als Kontrast eingesetzt wird, wenn es "böse" klingen soll. Mal übernimmt er nur den Chorus (BYE BYE BEAUTIFUL), mal shoutet er nur die Strophe (MASTER PASSION GREED), dann überrascht er mit ruhigem Leadgesang beim Mittelalter- und Folk-angehauchten THE ISLANDER. Und den Chorus von 7 DAYS TO THE WOLVES singen er und Olzon im prachtvollen, klanggewaltigen Duett.
Ein tolles Extra ist schließlich die Bonus-CD, die das gesamte Album in der Instrumentalfassung enthält. Und die kann sich hören lassen - ein detailliertes und pompöses Orchesterwerk, bei dem hervorstechende Riffs, Grooves und Doublebass keine Fremdkörper sind. "Dark Passion Play" ist ein Album der Superlative, ganz großes Kino für die Ohren, ein Referenzwerk für orchestralen Bombast-Metal, bei dem kein Millimeter an Klangraum ungenutzt bleibt. Der Wechsel am Mikrofon ist zwar ein großer Schnitt. Doch erstens ist Anette Olzon eine sympathische neue Stimme für Nightwish; und zweitens zeigt sich, dass die wichtigsten Trademarks der Band - für manche überraschend - eben NICHT mit Tarja Turunen von Bord gingen. Nein, sie wurden sogar ausgebaut. Nightwish zeigen sich als unverwüstliche Festung.
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