Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
1 Schritt vor, 1 Schritt zurück, 2. Oktober 2009
"Hm?" fragt sich der aufmerksame Leser nun vermutlich... "heißt es nicht >ein Schritt vor und zwei zurück?<"
Prinzipiell wäre das richtig, doch es würde bei diesem Album die Situation nicht ganz richtig beschreiben. Da das 2008er Output "Holographic Universe" der progressiven Melodic Death Metal Band aus Schweden eine gewisse Steigerung zum Vorgänger "Pitch Black Progress" darstellte, würde die Wendung "Ein Schritt vor, zwei Schritte zurück" suggerieren, dass man wieder auf dem Niveau von "Pitch Black Progress" spielt.
Doch der Rückschritt findet sich eher auf einer ganz bestimmten Ebene, die für die Band eher untypisch ist.
Aber zuerst zum Schritt nach vorn. Das mittlerweile vierte Album der Schweden, "Dark Matter Dimensions" ist bereits per se ein gewichtiger Schritt in der Bandgeschichte.
Nach einigen Querelen musste Goldkehlchen Christian Älvestam die Band 2008 verlassen. Als Ersatz wurde nach einiger Suche das Duo Robert Karlsson / Lars Palmqvist gefunden, die sich nun den extremen und cleanen Gesang teilen.
Das vorliegende Album muss also nicht nur versuchen, die mit "Holographic Universe" ziemlich hoch gelegte Messlatte zu erreichen, sondern auch beweisen, dass Scar Symmetry auch ohne die Ausnahmekehle von Älvestam funktioniert.
Auf diesem Sektor ist auf jeden Fall Entwarnung zu vermelden. Karlsson und Palmqvist schultern ihre Aufgabe souverän. Die Growls Karlssons lassen wie gewohnt den Subwoofer vibrieren, die Screams sind schneidend und weich, der cleane Gesang von Palmqvist flexibel.
Zwar fehlt den Growls das abartige Volumen eines Älvestam und die Cleanvocals tendieren mehr als zuvor in die Power Metal Ecke, doch das ist Mäkeln auf hohem Niveau, zumal der Power Metal Touch bestens passt.
Da das Songwriting ohnehin nach wie vor in den routinierten Händen der Gitarristen liegt, hat sich an der Basis somit wenig geändert. Gezockt wird nach wie vor episch inszenierter Melodic Death Metal mit diversen modernen Einflüssen (Syntheinsatz, Meshuggah, SYL), ausladenden Melodien, langen Soli und massivem Einsatz cleaner Vocals.
Doch schon ein Blick auf das Cover lässt erahnen, da hat sich wohl was getan. Die Wärme ist gewichen, ein metallisches kaltes Gebilde präsentiert sich dem Betrachter.
Und wie so oft hat das Cover nicht Unrecht, was dieses Mal nämlich an Dominanz gewinnt, sind die moderneren und weniger melodischen Einflüsse.
Während "The Iconoclast" noch mit einem nahezu klassischen Melodeath Lead eröffnet und auch mit seinem euphorischen Refrain stark an "Holographic Universe" erinnert, schwenkt "The Consciousness Eaters" in der Bridge deutlich in Richtung tiefstimmiger Polyrhythmik Marke Meshuggah. Besonders im technisch angehauchten "Mechanical Soul Cybernetics" wird dieser Einfluss überdeutlich.
Die meilenbreiten Flächen von "Ascension Chamber" dagegen wecken ebenso wie das Powerchord-Getrümmer in "Nonhuman Era" deutliche Erinnerungen an Strapping Young Lad.
Diese Einflüsse waren zwar bereits auf "Holographic Universe" vertreten, jedoch weniger deutlich und häufig.
Dem entgegen stehen allerdings auch einige Songs, in denen wie gewohnt der Melodeath die Führung übernimmt.
Ein "A Paranthesis in Eternity" wartet gar mit einer übermächtigen und abartig eingängigen Power Metal Schlagseite auf.
Doch bei all dem zunehmenden Experimentieren mit Einflüssen von moderneren Sounds gibt es eben auch noch den Schritt rückwärts.
Und der liegt unerwarteter Maßen genau da, wo "Holographic Universe" seine größte Stärke hatte: Im Songwriting.
Man kommt nicht ganz um den Gedanken herum, dass Scar Symmetry bei diesem Album extrem auf Sicherheit setzen.
Abgesehen von willkommenen Ausbrüchen aus Schema F wie "Mechanical Soul Cybernetics" oder auch "A Parenthesis in Eternity" bestehet der überwiegende Teil der Lieder aus den Elementen Melodeath-Lead, ein paar eingestreute Meshuggah Rhythmus-Riffs und breiter Refrain. Nahezu alle Lieder haben zudem den gleichen Aufbau.
Mutiger und nahezu dreister Synth-Einsatz, gezielter Pathos-Overdrive, unerwartete Parts, unvorhersehbare Breaks... von diesen, auf "Holographic Universe" noch so erfrischenden, Spielereien ist nur noch selten etwas zu hören.
Was auf kurzer Distanz in erster Linie auf die Abwechslung und die Spannung drückt, könnte auf lange Dauer die Langzeitwirkung des Albums erheblich drosseln.
Keine Frage, "Dark Matter Dimensions" hat einige verdammt gute Songs, viele Ohrwürmer und diverse knackige moderne Klänge in Petto. Das alles kann seine Wirkung aber nicht vollends entfalten, da die Songs einfach zu vorhersehbar sind.
Damit steht das Album, ohne eine schlechte Figur zu machen, tief im Schatten des Monolithen "Holographic Universe".
Fans von Soilwork, In Flames aber auch von Bands wie SYL und Sybreed mit einem Hang zum Melodeath finden hier ein starkes Album mit ein paar Schönheitsfehlern..
Fans von Scar Symmetry sollten besser keinen Meilenstein erwarten.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ausnahmewerk des Progressiven Melodic Death Metals !, 20. Oktober 2009
Mit "Dark Matter Dimensions" ist nun bereits das vierte Werk in der hochkarätigen Karriere SCAR SYMMETRYs erschienen. Die Vorgängeralben "Symmetric in Design" (2005), "Pitch Black Progress" (2006) und "Holographic Universe" (2008) sind unübersehbar tolle Alben, was zu einem ansehnlich großen Teil auch die Stimmfertigkeit des ehemaligen Frontmanns Christian Älvestam schuldig ist. Doch ein neues Album steht auf dem Spiel, und diesmal ohne Älvestam: "Dark Matter Dimensions" polarisiert mehr als irgendein anderes SCAR SYMMETRY Album und ohne Frage ist das mit dem Positionswechsel am Mikro zu ergründen. Statt einem haben sich gleich zwei Sänger als die neue Stimmfraktion der Schweden bekannt gegeben. Robert Karlsson (Growling) und Lars Palmqvist (Cleanvocals) heißen die neuen Frontmänner. Und was sagt man? ...: Meiner Meinung nach "Erwartungen übertroffen"! Sowie im Klar als auch im -Growlgesang können die beiden Älvestams Leistung sogar noch überbieten. Die Growls klingen intensiver, reißerischer und durchschlagkräftiger denn je zuvor während die klaren Stimmparts nur so vor Präzision strotzen und unglaublich Qualitätsgetreu gesungen sind, sodass so mancher Refrain schnell unvergesslich bleibt.
Mit zwei Sängern zu singen bietet zudem die Möglichkeit bessere Übergänge zu schaffen und passend im "Duell" zu singen, was auf diesem Album besonders gut hervorsticht.
Doch nicht nur der Gesang, sondern auch die instrumentale Leistung und die in Sachen Songwriting und so mancher Melodie oder -Rhythmusidee der Schweden hat sich gesteigert.
Auf der einen Seite schwelgen melancholische Melodien der Marke SENTENCED durchs Songbild bevor auf der anderen Seite der powernde Death Metal die Riffs und Akkorde ins Blut knallt (Paradebeispiel: "A Parenthesis In Eternity"). Von ruhigen Gitarrentönen und enorm groovigen Bassspuren über ballerndes Doublebasegewitter und geniale Übergänge der Drumms bis zu den speziellen (im Sinne von grandiosen) Gitarrenriffs und Solis ist hier wirklich alles auf spielerisch hochkarätigstem Niveau gespielt. "Dark Matter Dimensions" ist - Ja meine Damen und Herren - technisch PERFEKT!
Doch trotz der (niemals überflüssig wirkenden) Spielereien, Solis, technischen Kunststücke und der durchgängigen Akzentsetzung jedes Instrumentes sind alle Songs schön kompakt und eingängig (damit ist nicht (wie es bei vielen Bands leider der Fall ist) vorhersehbar gemeint!!!). So ist jeder einzelne Song spannend, unberechenbar, melodisch sowie harmonisch praktisch herzzerreißend, durchschlagskräftig und rhythmisch unglaublich groovig und mitreißend gestaltet.
Um mal genauer auf die einzelnen Stücke einzugehen möchte ich hier vor allem das Chorusprächtige "The Consciousness Eaters", das leicht thrashige, amtlich ballernde und dramatisch, melacholisch, zeitlose "Nonhuman Era" (meiner Meinung nach das beste Stück des Albums), den zwischen Härte, traurig emotionaler Stimmung (Gewschindigkeitsgewechselter Zwischenteil!) und spielerisch, grooviger Höchstleistung pendelnden Titelsong "Dark Matter Dimensions", das sehr SOILWORK ähnliche und eingängigste Stück des Albums "Sculptur Void", den Anfangs SENTENCED-mäßigen, und später hart solierenden Bahnenbrecher "A Parenthesis In Eternity" und das sehr melodiöse "Frenquencyshifter" hervorheben, welche ein unglaubliches Ideal des schwedischen Melodic Death Metals (mit progressiven Einflüssen) darstellen!
Fast genauso berauschend tönt der Rest des Albums ... vom Midtempo-Opener "The Iconolast" bis zum Schlusssong "Radiant Strain" bzw. "Pariah" (bei der hier Rezensierten Ltd. Edition (guter Song übrigens, somit empfehle ich wirklich die Ltd. Edition)) gibt es tatsächlich KEIN qualitativ wegfallendes Lied auf "Dark Matter Dimensions".
Meine Schlussfolgerung besagt, dass hier das ohne Zweifel grandioseste Werk des (inzwischen) Sextetts vorliegt, was zuletzt nicht nur am Gesang liegt. Nein, SCAR SYMMETRY im Ganzen haben sich mit diesem Album noch eine ganze Stufe höher befördert. Liebhaber hochwertigen Melodic Death Metals schwedischer Prägung sollten sich dieses tolle Werk der Schweden auf keinen Fall entgehen lassen, was vor allem für Fans von Gruppen wie SOILWORK, DISARMONIA MUNDI, MYGRAIN, PAIN CONFESSOR, SOULDRAINER und TORCHBEARER gilt!
Aber generell: Jeder der sich zurzeit ein Ausnahmewerk des Progressiven Melodic Death Metals wünscht, sollte hier unbedingt mal reinhören!
Genial!
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4.0 von 5 Sternen
Ganz stark, 9. November 2009
Wer von Euch hat den hüft- und flügellahmen Auftritt von In Flames beim diesjährigen Wacken miterleben müssen? Und wer von Euch ist von den letzten Scheiben des Schwedischen Melodic Death Maschine mehr als enttäuscht gewesen? Leute, dafür gibt es Abhilfe in Form der vierten CD der IF Landsleute von Scar Symmetry namens Dark matter dimensions", die so klingt, wie IF eigentlich hätten immer noch klingen müssen.
Nachdem sich Gitarrist Jonas Kjellgren mit vielen hochklassigen Produktionen in letzter Zeit einen wirklich klangvollen Namen in der Szene erarbeitet hat, konzentriert er sich nun auf seine Hauptband und profitiert beim Sound eindeutig von den durch die Arbeit mit anderen Bands erworbenen Kenntnissen und Fähigkeiten, die er gekonnt in den Sound Scar Symmetrys einfließen lässt. Tolle Melodien, gesunde Härte und der Wechselgesang von Robert Carlsson (Grunts) und Lars Palmquist (Melodiös), die den Weggang des langjährigen Frontmanns Christian Älvetsam mehr als wett machen, machen den Sound der Stockholmer noch mehr unverwechselbarer, als bei den vorangegangenen Releases. Einzig deren textliche Vorliebe für mathematisch schwer Erfassbares, schwarze Löcher und Quantenphysik macht es dem geneigten Fan recht schwierig, die Texte zu erlernen, zwecks Mitgesangs bei den anstehenden Konzerten. Schnuppe, denn musikalisch geht das Sextett unvermittelt heavy zu Werke und huldigt dabei sogar alten Helden, wie der Opener The iconoclast" mit seinem Maiden-artigen Einstieg beweist. Doch Vergleiche sind eigentlich unangebracht, da Scar Symmetry viel zu eigenständig sind und sich vor anderen Namen nicht zu verstecken brauchen. Ascension chamber" lebt von seiner unvermittelten Brutalität und seinen tiefen bedrohlichen Growls, bei Nonhuman era" wird auch mal der Knüppel ausgepackt und Pariah" besticht durch seine moderne und spektakuläre Instrumentalisierung. Einzig die Ausflüge in das Genre des Pop-Metal bei A paranthesis in eternity" oder dem eigentlich saustarken Noumenon and phenomenon" nerven zuweilen ein klein wenig, tun dem uneingeschränkten Hörvergnügen aber letztendlich keinen Abbruch.
Scar Symmetry schwimmen sich mit Dark matter dimensions" endgültig frei und lassen kaum noch Querverweise zu. Die Produktion rummst ordentlich und die spielerischen Fähigkeiten kommen hervorragend zur Geltung. Dem Durchbruch sollte eigentlich nichts mehr großartig im Wege stehen. Eine tolle Platte.
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