Sie dachten Freedon Nadd wäre besiegt und seine Anhänger geschlagen, doch die Jedi bemerkten nicht wie es Nadd gelang sein dunkles Vermächtnis in die Galaxis hinauszuschicken. Die an Sith-Magie interessierten jungen Adeligen Aleema und Satal Keto hatten sich lange Zeit einen Spaß daraus gemacht, die alten Künste zu studieren, doch mit Hilfe der Artefakte die ihnen Nadd zugänglich gemacht hat, wird aus dem Zeitvertreib blutiger Ernst, sie zetteln einen Staatsstreich gegen Satals Vater Lord Keto an und übernehmen mit ihrer Geheimgesellschaft der "Krath" und korrupten Generälen das Kaiserin Teta System.
Ulic Qel-Droma und Nomi Sunrider sollen die Truppen der Republik anführen, um die letzten Welten zu beschützen, die vor den Putschisten noch nicht kapituliert haben. Zur gleichen Zeit sucht der junge Jedi Exar Kun nach einer neuen Herausforderung und will deshalb das Wissen der Sith studieren, nachdem er sich mit seinem Meister duelliert hat. Von seinen Ambitionen geblendet, merkt Kun nicht dass er sich in den Bann der dunklen Seite begeben hat und ehe er sich versieht, sucht auch er am Grab Freedon Nadds nach Artefakten, die ihm Zugang zu noch größerer Macht erlauben werden...
Staatsstreiche, von Ehrgeiz zerfressene Schüler der Macht, Jedi die alles andere als unsterbliche Helden sind und verzogene Gören, die sich einen Spaß daraus machen, mit den dunklen Künsten zu hantieren - und doch ist es Star Wars, wie es fast in Vergessenheit geraten wäre. Die Tales of the Jedi sind die Vergangenheit des Star Wars Universums, was schon am Zeichenstil deutlich wird, der sich ästhetisch noch am großen Hyperraumkrieg und anderem Urgestein der Star Wars Comics wie Dark Empire orientiert. Dass doch 1000 Jahre zwischen dem Niedergang des Sith-Imperiums und dem Aufstieg Exar Kuns vergangen sind, erkennt man teils an Kleidung, teils an der Technologie, die sich natürlich weiterentwickelt hat. Dass die Tales of the Jedi jedoch eine durchgehende Story erzählen, wird erst so richtig klar, wenn die vergleichsweise rückständigen Truppen der Krath vorgestellt werden. Und da ist er schon, der Anknüpfungspunkt zur Ära Naga Sadows, dessen Erbe das Schicksal Exar Kuns und Ulic Qel-Dromas besiegeln wird.
Die Bedeutung des Sith-Krieges den Kund und Qel-Droma auslösen werden, ist eine der nachhaltigsten im Expanded Universe. Kuns Geist selbst wird erst viele tausend Jahre später von Luke Skywalkers Jedi-Rittern bezwungen werden können, während die direkten Folgen der Auseinandersetzungen wenige Jahrzehnte darauf den Aufstieg Darth Revans fördern werden und damit einen brandaktuellen Zyklus, dessen Vorgeschichte in den Knights of the old Republic (KotoR) Comics anklingt und in "The old Republic" schon bald seine Fortsetzung finden dürfte. All das macht es für Fans fast unumgänglich, sich in irgendeiner Form einmal mit der Geschichte eines der mächtigsten dunklen Lords der Sith zu befassen.
Konkret hat das Erbe Kuns in KotoR die Gründung eines Jedi-Geheimbundes zu Folge, der unschuldige Padawane ermorden wird, um sie daran zu hindern, den Weg des einstigen Jedi-Ritters einzuschlagen, der zum Sith-Lord avancierte. Einer der Schüler entkommt jedoch und ist fortan auf der Flucht, wobei er immer wieder zwischen die Fronten gerät und schlussendlich dafür verantwortlich ist, dass der Muur-Talisman Jahrtausende überdauern und eines Tages Cade Skywalker in die Hände fallen wird.
Dabei herrscht eine problematische Zwiespältigkeit beim Aufbau der Charaktere, denn während man sich für Ulic Qel-Droma und Nomi Sunrider viel Zeit gelassen hat, beginnt Kuns Weg erst nach den Konflikten auf Onderon. Somit bleibt gerade der künftige Oberschurke eintöniger und sein Weg verhältnismäßig einseitig dargestellt. Dennoch, bis zu einem gewissen Punkt handelt auch Exar Kun noch wie ein Jedi, bis er feststellen muss, dass er nur als Sith seine enorm angewachsene Macht behalten und nutzen kann. Die Autoren lassen diesen Fall wie gesagt nicht so einfach vonstatten gehen, es sind Etappen und den Protagonisten kommen immer wieder Zweifel, die erst bestimmte Ereignisse aus dem Weg räumen können.
Am Anfang steht bei Ulic wie Exar, der Ehrgeiz und die Herausforderung, doch als sich Zorn zu diesem gesellt wird die ursprüngliche Absicht, mit der Macht dem Guten zu dienen, immer mehr hinten angestellt, gegenüber kurzfristigen Zielen. Und doch ist der Weg in die Dunkelheit keine Einbahnstraße, es gibt einen Weg zurück, der Preis ist allerdings außerordentlich hoch.
Fazit:
Zusammen mit The Sith War ein Star Wars Zyklus den man als Fan von Knights of the old Republic unbedingt kennen sollte, wie im Grunde genommen die gesamte Tales of the Jedi-Reihe.