dark delicacies fängt gut an und hört gut auf, in der mitte finden sich leider ein paar schwächere horrorstories. aber insgesamt gesehen lohnt es sich wirklich sich dieses buch zuzulegen.
der wiedergeborene: wie der titel schon verrät geht es um einen untpoten bzw. um einen toten, der noch nicht so wirklich ganz tot ist. sehr bizarr geschrieben, aber gut.
die black mill bucht: ein mann geht abends im meer oder in einem see schwimmen und findet ein teil einer leiche. er will fliehen und die behörden verständigen, als ihm ein fremder begegnet, der weitere leichenteile verschwinden lassen will. auch sehr gut.
kaddish: nicht so wirklich horror, aber auch sehr gut. geschrieben aus der sicht eines beamten, der in einem gefängnis arbeitet. spielt in der zukunft in einer gesellschaft, in der religion alles ist und ungläubige, andersgläubige und "sünder" schnell mal zum tode verurteilt werden.
der seher: ein mann hat die gabe in die zukunft zu sehen, er sieht da schicksal jeder person, wenn er sich konzentriert. auf einer party beweist er dann mal sein talent.
die verwandlung: ein korrupter cop versucht mitglieder einer asiatischen mafiagruppierung zu erpressen. er bereut es bald.
des verstandes beraubt: die erste etwas schwache story... ein therapeut stellt fest, dass er selbst probleme hat und immer wieder merkwürdige blackouts hat.
mein seltasmer freitag: auch nicht wirklich horror, eher scifi, aber gut. ein raumschiff stürzt auf einem planeten ab, es gibt nur einen überlebenden und der versucht das beste draus zu machen. schon bald trifft er einheimische wesen, eins davon bleibt alsbald ständig an seiner seite. sein freitag sozusagen.
das zwölfstufen programm: ein sommer mit den AA: ja, hier wirds schwächer. zwei rockstars, die kannibalen sind, also menschenfleisch gerne essen, wollen damit aufhören und beginnen in ein alkoholentzugsprogramm - logischwerweise können sie ihre wahre sucht nicht erläutern. die geschichte ist aber nicht so prickelnd.
eine bloddy mary am morgen: hier wirds wieder besser: ein mann erschießt seine frau und will mit einigen unterlagen und geld verschwinden und ein neues leben anfangen. es stellen sich ihm nur ein paar hindernisse in den weg...
ein gentleman der alten schule: der tiefpunkt des buchs. eine junge reporterin ermittlet auf eigene faust in einer mordserie und interviewt dabei einen grafen. das wars. ich denke der graf soll nen vamir sein, bin mir aber nicht sicher...
die verkündigung: ein nicht so ganz erfolgreicher autor trifft einen sehr erfolgreichen autor. nach kurzem gespräch gehen sie wieder getrennte wege. abends wird der erfolglose dann auf eine art Ü-wagen aufmerksam, aus dem der erfolgreiche autor statemenst ablässt und über den erfolglosen herzieht. der macht sich auf die jagd nach diesem Ü-wagen. haut einen echt nicht vom hocker...
am stadtrand: ein agent begutachtet die neuen gemälde eines künstlers und ist begeistert von dessen neu gefundener fantasie. aber, sind die gemalten motive auch wirklich fantasie ?
dark delicacies of the dead: eine gelungen horrorsatire. hauptrolle ist der editor dieses buchs, der im wahren leben einen kleinen horrorladen besitzt. dort hält er mit seiner familie und vielen horrorautoren und -darstellern eine autogrammstunde ab, als plötzlich eine horde zombies angreift und die wenigen leute in dem laden sich wie in typischen zombiefilmen verbarrikadieren müssen. einige bekannte horrorautoren haben - mit etwas veränderten namen - auftritte. böser seitenhieb gegen edward lee, den ich persönlich mag, aber trotzdem gelungene satire.
depompa: ein berühmter schauspieler begeht selbstmord. ein fan von ihm, junger bisher erfolgloser darsteller, der dem toten ähnlich sieht, gleich geht, gleich spricht und andere ähnlichkeiten aufweist, besucht dessen witwe um mehr über sein idol zu erfahren. ganz guter schluss, aber eher mäßig.
der scheiterhaufen und andere geschichten: ein junger mann stellt recherchen über einen zu seiner zeit nicht gewürdigten autor an. mäßig, denn hier wurde viel potential verspielt. es wird gesagt, dass wenn man in einem seiner bücher liest und es dann abends unters kissen legt, dass man dann im traum in einer dieser geschichten landet. aber anstatt das in die geschichte einzubauen hat der autor einen anderen weg eingeschlagen. schade.
blutige angelegenheiten: der gute abschluss beginnt. cal mcdonald ist ein privatschnüffler, der sich nur mit verrückten und übernatürlichen dingen beschäftigt. er soll eine verschwundene familie finden und gerät schnell an einen sehr unangenehmen zeitgenossen. nicht innovativ, aber richtig gut.
die turmspringerin: ein autor will in seinem neuen büro arbeiten, sieht aus seinem fenster eine junge frau beim schwimmen und tauchen. er ist von dieser frau von jetzt auf plötzlich wie besessen und wartet am nächsten abend sehnlichst auf sie. beim spannen wird er unerklärlicherweise von ihr gesehen... und sie winkt ihn zu sich. super geschichte.
haeckels geschichte: den abschluss macht clive barker. haeckel, ein mitglied in einer freundesgruppe, erzählt an einem abend eine unheimliche geschichte über eine begegnung, die er mal hatte. genial, beste geschichte des buches. und macht mich traurig, dass clive barker fast nur noch fantasy und kein horror mehr schreibt.