Produktinformation
|
Dark City ist einer jener Filme, die ihre eigenen Welten erschaffen, in denen eigene Regeln losgelöst von der Realität gelten und die mit ihnen derart sorgsam umgehen, dass selbst unlogische Momente in dieser Welt einzigartig und nachvollziehbar erscheinen. Dark City ist aber auch der vollkommene Triumph des Produktionsdesigns über die Geschichte (in der böse Außerirdische die Realität in einer hermetisch nach außen abgeschlossenen Stadt manipulieren). Bei aller Perfektion hat er kein Herz und keine Seele.
Die Charaktere bleiben eindimensional, und so bleibt man als Zuschauer auf Distanz zu dem Geschehen. Jene Zuschauer, die Interesse an großartigen Produktionsdesigns haben, werden es genießen, diese an den deutschen Expressionismus angelehnten Kulissen bewundern zu dürfen. Die größten Kulissen übrigens, die jemals in Australien, der Heimat von Regisseur Proyas und Produzent Andrew Mason, gebaut worden sind. Dass die Meinungen zu diesem Film auseinandergehen können, zeigt die Kritik des in den USA ungemein populären Kritikers Roger Ebert, der Dark City einen der besten Filme des Jahres 1998 nennt. --Jeff Shannon
John Murdoch, der Protagonist des Films, wacht eines Abends fast ohne jede Erinnerung neben einer toten Frau auf. Hat er sie ermordet? Warum erinnert er sich an kaum etwas? Und wer sind die "Fremden" die ihn verfolgen?
So irrt Murdoch durch eine unheimliche Stadt, auf der Suche nach seiner eigenen Identität und macht schon bald Bekanntschaft mit den fremden Wesen, die die Stadt zu kontrollieren, und in ihm eine Gefahr zu sehen scheinen...
Schon die Stadt ist irgendwie unwirklich, absolut alptraumhaft, obwohl alle gezeigten Gebäude, Gegenstände, Autos etc. so wirklich in vielen realen Städten existieren, ist diese Stadt nicht nur namens- sondern auch zeitlos. Nicht nur von der Handlung her, sondern vor allem vom Design. Sind es die 30er, 40er, oder 50er Jahre? Sie lässt sich nicht einsortieren, sondern bleibt immer knapp ausserhalb der Realität.
Was Realität oder das, was wir für die Realität aufgrund unserer Erinnerungen halten, überhaubt ist, ist auch die Kernfrage des Films. Die fremden Wesen, die die künstliche Stadt als ihr riesiges Versuchslabor benutzen, um hinter das Wesen der Menscheit und der Menschlichkeit zu kommen, in dem sie immer wieder Erinnerungen von einer Person zur anderen transferieren und ständig per Geisteskraft das Stadtbild ändern, erscheinen auf den ersten Blick als "die Bösen".
Doch auch ihre Art, die nur über eine Art Kollektivgedächtnis verfügt, ist vom Aussterben bedroht. Sie sehen ihre letzte Überlebenschance darin, hinter das "Geheimnis" der Menschen zu kommen.
Murdoch hingegen, der im Handlungsverlauf langsam die Puzzleteile des Geschehens zusammenklaubt, sieht sich und alle anderen Menschen der Stadt um ihre Erinnerungen, ihre Identitäten betrogen.
Schliesslich kommt es zum Showdown zwischen den fremden Wesen und Murdoch, der inzwischen eigene Fähigkeiten der geistigen Manipulation entwickelt hat. Er wird zum Messias der Menschen und bringt ihnen das Licht und die Erinnerungen wieder.
In einer der letzten Szenen steht Murdoch schliesslich dem letzten der sterbenden Wesen gegenüber. Er tippt sich an die Stirn und sagt "Ihr habt hier gesucht? Ihr habt an der falschen Stelle gesucht!"
Jeder Mensch weiss sofort, wo die "richtige Stelle" gewesen wäre. Die fremden Wesen nicht. Sie konnen nie die Essenz des Mensch- und Menschlich-seins entschlüsseln und sind daher die eigentlichen Verdammten der Geschichte.
Mein Urteil: Kino jenseits des effektheischenden Mainstreams. Zum Mitdenken, zum Nachdenken und vor allem zum "zwischen den Bildern" denken!
|
Das Forum zu diesem Produkt
Kundendiskussionen durchsuchen
|