Wow, ein derartig hartes Album hätte ich dem Herrn Max Cavalera in diesem Leben nicht mehr zugetraut. Zwar spielte schon der Vorgänger "Prophecy" mit härteren Elementen, verlor sich dabei aber häufig in Weltmusik- und Reggaeparts. Auch die anderen (guten bis soliden) Soufly Alben konnte nie mit den drei Großtaten ("Arise", "Chaos A.D." und "Roots") von Max' ehemaliger Band Sepultura mithalten.
Doch das ändert sich mit "Dark Ages".
Max serviert ein Old School Thrash Metal Brett, das die besten Elemente der drei genannten Sepultura Alben angenehm vermischt. So hätte der groovende Opener "Babylon" auch in ähnlicher Form auf "Roots" Platz gefunden, während "Carved Inside" deutlich mit "Arise" Elementen spielt.Doch das geniale an dem Album ist, dass Max sich nicht zu sehr auf seine Sepulura Vergangenheit beruft, sondern die Sache mit modernen Songwriting und einem abwechslungsreichen Stilmix interessant hält. Sei es Hardcore ("Molotov"), Doom ("Bleak") oder sogar Death Metal ("Frontlines"), all dies ist geschickt in den Soulfly Sound integriert worden, ohne deplaziert zu wirken. Dazu gesellen sich noch einige experimentelle Songs im Sinne alter Soulfly Scheiben, bei denen Max wieder stilfremde Elemente verarbeitet. Hierbei wirkt nur die Prodigy Verbeugung "Riotstarter" etwas gewöhnungsbedürftig. Die erneute Zusammenabeit mit dem serbischen Sänger Nemanja Kojic (der schon auf "Prophecy den Reggae Song "Moses" sang)bei "Innerspirit" muß man hingegen als sehr gelungen bezeichen.
Somit ist "Dark Ages" nicht nur die beste Platte aus dem Soulfly/Sepultura Kreis seit langem, sondern auch eine Scheibe die zeigt, dass sich mit Thrash Metal noch viel sagen läßt, ohne altbacken und angestaubt zu wirken.