Während sich die drei Reiche Albion, Hibernia und Midgard weiterhin unerbittert bekämpfen, erwacht in ihren eigenen Reihen eine neue Bedrohung: Rebellen haben damit begonnen immer mehr Interessenten um sich zu scharren und schicken Boten durch alle Gebiete des Reiches, um die Landbevölkerung für ihre Sache zu gewinnen. Die Herrscher selbst haben nach den mutigsten Mitgliedern der Reiche geschickt, um diesem Problem nachzugehen, da ein Großteil der Truppen durch sich häufende Dämonenübergriffe und die Verteidigung des Grenzlandes schon bis an ihre Grenzen ausgelastet sind. Wer wird sich als würdig erweisen, den Titel "Champion des Königs" zu tragen? Und wer steckt hinter der plötzlich aufblühenden Rebellion?
Dark Age of Camelot feiert mit Darkness Rising bereits sein vierjähriges Bestehen und abermals gibt es genügend Neuerungen um auch alte Hasen erneut zu fesseln und mehr als ein "Oha!" zu entlocken.
Mit dem Start von Darkness Rising werden nun auch endlich von Spielern frei steuerbare Reittiere (oft als "Mount" bezeichnet) eingeführt. Jeder Charakter, der die 35. Stufe überschritten hat, kann dann auch ohne diese Erweiterung für einen geringen Betrag ein eigenes Pferd erstehen. Interessant wird es jedoch erst, wenn man Stufe 45 erreicht und dieses Addon aktiviert hat. Ab diesem Zeitpunkt kann man sich nach und nach weitaus bessere Pferde "erarbeiten". Insgesamt stehen mehr als 20 verschiedene Pferde zur Auswahl - unter ihnen nicht nur einfache Pferde, Kriegspferde oder Einhörner, sondern auch untote Pferde, Dämonen oder auch Elementarwesen. Für letztere muss man allerdings wesentlich tiefer in die eigene Tasche greifen. Wem das noch nicht genug ist, der kann aus einer vielzahl von Rüstungen und Schmuckbehängen für seinen neuen Begleiter wählen und diese auch mit seinem Gildenemblem versehen. Außerdem kann man bis zu vier Satteltaschen an seinem Pferd befestigen um weitere Gegenstände transportieren zu können.
Wer sich weniger für einen beweglichen Untersatz interessiert und lieber etwas Neues in den Händen hält, wird ebenfalls etwas bekommen: Für die Erfüllung der Aufgaben des Königs erhält man Zugriff auf die Waffenkammer des Reiches und kann sich dort eine besondere Waffe wählen. Alle Klassen erhalten die Wahl unter verschiedenen Waffen mit verschiedenen Fähigkeiten und einem neuen klassenspezifischen Aussehen. Anders als bei den mit der Erweiterung Trials of Atlantis eingeführten Artefakten kann jedoch jeder Charakter immer nur eine dieser besonderen Waffen besitzen. Dafür kann man diese jederzeit gegen eine andere umtauschen und so z.B. von einem Langschwert zu einer Bardike oder einen Langbogen wechseln.
Ganz ohne neue Fähigkeiten kommt diese Erweiterung natürlich auch nicht aus. Anders als bei den vorhergehenden Erweiterungen gibt es jedoch keine neuen Klassen und auch keine neuen Rassen. Als Ausgleich können Charaktere sich beim König vorstellen und darauf eine neue Art von Erfahrungspunkte sammeln. Diese sind nahezu überall im Spiel erhältlich und man kann somit frei wählen, wo man seinem Reich helfen möchte. Ob man Feinde im Grenzland bekämpft, Monster tötet oder anderen Spielern bei ihren Aufgaben hilft ist nicht entscheidend. Insgesamt gibt es fünf dieser "Championstufen" und mit jeder neuen Stufe kann man sich bei einem der Grundklassenausbilder eine kleine Fähigkeit als Belohnung beibringen lassen. Dabei erwähnenswert ist, dass diese Fähigkeiten wirklich nur Kleinigkeiten sind, die z.B. einem Waffenmeister die Fähigkeit geben, seine Wunden nach einem Kampf zumindest teilweise zu heilen. Die Fähigkeiten sind so gestaltet, dass sie im Kampf gegen andere Spieler nur geringe bis garkeine Vorteile einbringen und dadurch bei weitem nicht so stark auffallen, wie z.B. die Meisterstufenfertigkeiten. Zudem erhalten hierbei alle Klassen die Möglichkeit einfache einhändige Waffen (Schlag-, Schnitt- oder Stoßwaffen) und kleine Schilde zu führen. Es bringt keine wesentlichen Vorteile, aber wer schon immer seinem Zauberer ein Schwert besorgen wollte, der hat nun die Möglichkeit dazu dieses auch anzulegen.
Neben einigen neuen Regionen (unter anderem ein abgelegenes Tal, neue Höhlen und Verliese) hat der Entwickler Mythic Entertainment als kleines Extra natürlich wieder kräftig alte Regionen und Gebiete überarbeitet. Jede der drei Hauptstädte erhält mit dem Addon ein komplett überarbeitetes Aussehen und auch der Abgrund der Finsternis (Darkness Falls) wirkt nun endlich wie ein wirklich unheimlicher und dunkler Ort. Durch zusätzliche Änderungen an diversen Hauptgegnern und ihren Fertigkeiten erhalten so auch Spieler der ersten Stunde eine neue Herausforderung und einen Anreiz auch die hier ansässigen Dämonen erneut zu besuchen.
Von den Systemvoraussetzungen hat sich im Vergleich zur letzten Erweiterung nicht viel geändert. Wer Catacombs flüssig spielen kann, sollte auch mit Darkness Rising keine Probleme haben. Wer allerdings noch mit 512 MB Arbeitsspeicher oder weniger unterwegs ist, sollte dringendst an eine Aufrüstung auf mindestens 1 GB nachdenken, da besonders die neuen Hauptstädte recht texturreich und damit speicherhungrig geworden sind.
Fazit:
Darkness Rising ist eine mehr als gelungene Erweiterung (auch in den Augen vieler US-Spieler, die diese bereits seit Oktober 2005 erforschen können), die sich nahezu nahtlos in die bisherige Spielwelt einfügt und auch viele lange existierende Spielerwünsche verwirklicht. Nebenbei werden auch viele der alten Gebiete neu belebt. So mancher vermisst zwar vielleicht neue Klassen oder Rassen und die Anzahl neuer Regionen ist auch nicht besonders hoch (im Vergleich zu Trials of Atlantis und Catacombs) aber man sollte das auch nicht zu eng sehen. Wer möchte schon mit jeder Erweiterung einen neuen Charakter beginnen?
Mit Darkness Rising bekommt man endlich mal wieder die Möglichkeit seinen Charakter weiter zu personalisieren und zudem ist die Auswahl an den neuen Championfähigkeiten enorm (man wählt maximal 5 Fähigkeiten aus über 50 Möglichkeiten) und hier dürfte für jeden etwas dabei sein. Fans von Dark Age of Camelot werden um diese Erweiterung wohl kaum herumkommen (und das nicht wegen irgendwelchen "Muss ich haben!"-Fähigkeiten). Wer gerne Quests löst erhält neues Material, das je nach Charakterstufe und Spielzeit neue Abenteuer für mehrere Wochen bereithält (die Geschichte und Handlung ist in jeden Reich etwas anders) und die Erweiterung lohnt sich auch für Gelegenheitsspieler, da sich auch vieles alleine lösen lässt. Wer sich als "Powergamer" sieht, wird wesentlich schneller "durch" sein als es z.B. bei Trials of Atlantis der Fall war. Die spannende Hintergrundgeschichte und nett erzählte Nebenquests haben es aber in sich und sollten keinesfalls einfach nur "durchgeklickt" werden.