Als im Oktober 1981 das Album 'Dare' erschien war ich 16 und in meiner Klasse der einzige, der auf die Synthiesounds aus UK abfuhr; habe ich doch damals wöchentlich die UK Top40 auf BFBS gehört (und nicht nur um mein Schulenglisch aufzubessern oder, neudeutsch, zu pimpen... *grins*), die meinen Musikgeschmack nachhaltig beeinflusst haben.
(The) Human League waren damals Helden für mich! Allein für das leicht unterkühlte und nahezu androgyne Styling von Phil Oakey bin ich gestorben!!! :-)
Und 'Dare' war mein Soundtrack des Jahres 1981/82. Eine Platte wie aus einem Guss, keine Sekunde Langeweile, jeder Song eine synthetische Hymne gefüllt mit juvenilen Lebensweisheiten:
"Everybody needs love and adventure, everybody needs cash to spend, everybody needs love and affection, everybody needs two or three friends - these are the things, these are the things, the things that dreams are made of"
Ich habe die Platte damals rauf und runter gehört, und, wie so oft, nicht verstanden warum selbst die Single 'Don't you want me' in D nicht den gleichen Zuspruch fand wie in der britischen Heimat (UK: 1, D: 5)...
Jede Auskopplung, sei es 'Love action' (UK: 3), 'The sound of the crowd' (UK: 12), 'Open your heart' (UK: 6) oder besagtes 'Don't you want me' sind Ohrwürmer im klassischen Sinne: eingängige Melodie, einprägsamer und leicht mitzusingender Refrain, poppiges Arrangement. Aber eben auch alle weiteren Titel des Albums fügen sich lückenlos in die Sammlung der Hits ein, sei es 'The things that dreams are made of' oder 'Seconds' oder das brilliante 'Do or die' - alles Ohrwürmer.
Der Popjournalist Andreas Banaski (Pseudonym: Kid P.) schrieb ca. 1983 über Human League "[...] Hammerbeat, Kaugummi-Trash-Pop und grenzenloser Teenie-Kitsch zwischen Motown und ABBA [...]" - Wenn ich die Aussage als selbst-ironischen und sympathisierenden Querverweis auf die (elektronische) Popmusik der 80er nehme, habe ich dem Zitat nichts hinzuzufügen!
Doch, noch eines: ja, auch wenn das remastered bzw. geremasterte (... oder???) Album vielen Songs ganz neue Facetten verleiht, die Bässe und Höhen einfach 'wärmer' klingen, die Spielzeit von 41 Minuten ist absolut jämmerlich!!!
Es wäre viel Platz gewesen für Bonustracks, wie Extended Versions und B-Seiten, aber das scheint mir Firmenpolitik zu sein (EMI/Virgin eben...).
Nichtsdestotrotz ist 'Dare' für mich eines der 10 wichtigsten und besten Alben der 80er und definitiv mein absolutes Lieblingswerk von Human League.
Anspieltipps: Das gesamte Album!!!