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Darüber spricht man(n) nicht ... !: Magersucht und Bulimie bei Männern
 
 
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Darüber spricht man(n) nicht ... !: Magersucht und Bulimie bei Männern [Taschenbuch]

Bernhard Wappis
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 284 Seiten
  • Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (18. März 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3833427442
  • ISBN-13: 978-3833427442
  • Größe und/oder Gewicht: 12,7 x 20,3 x 1,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 474.844 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Bernhard Wappis
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Der Autor schildert nicht nur überaus persönlich und berührend seine eigenen Erfahrungen als magersüchtiger Jugendlicher und junger Mann mit Bulimie (Ess-Brechsucht), sondern widmet sich in einem ausführlichen Ratgeberteil auch erstmals ganz gezielt der Problematik männlicher Essstörungen.

Immer noch gelten Magersucht (Anorexie), Ess-Brechsucht (Bulimie) und andere Formen von Essstörungen in erster Linie als „Frauenkrankheiten“, dabei sprechen einschlägige Untersuchungen eine ganz andere Sprache: Steve Bloomfield von der Eating Disorders Association (EDA) in Großbritannien nimmt an, dass bereits 10 Prozent der Männer in GB an Anorexie bzw. Bulimie leiden. Studien aus Deutschland gehen von noch höheren Zahlen aus und halten bereits 10-15 Prozent aller Essgestörten für Männer zwischen 18 und 40 Jahren – Tendenz steigend. Längst sind es also nicht mehr nur Sportler wie Skispringer, Turner oder Ruderer, die von diesen heimtückischen Krankheiten betroffen sind. Und da sich Männer meist noch viel schwerer als Frauen mit einem „Outing“ in Sachen Essstörung tun, ist mit einer hohen „Dunkelziffer“ zu rechnen. Viele Jugendliche und junge Männer hungern und kotzen immer noch heimlich, allein und verzweifelt. Zerbrochen an den medial propagierten Idealen vom „schönen neuen Mann“ und unfähig mit ihren eigenen Gefühlen, Wünschen und Bedürfnissen in einer zunehmend unpersönlicher und kälter gewordenen Welt angemessen umzugehen. Denn die geforderte Auseinandersetzung mit der eigenen Männlichkeit offenbart meist erst so richtig die lange verdrängten Unsicherheiten und Schwächen des „starken Geschlechts“. Bernhard Wappis, weiß wovon er spricht, hat er doch selbst 10 Jahre lang von Magersucht und Bulimie gelitten. Eindrucksvoll schildert er seine „angepasste“ Kindheit und Jugend in einem kleinen Dorf in Kärnten, seine „Flucht“ in die Krankheit, seine inneren Qualen und die „Kämpfe“ mit Ängsten und Zweifeln und was schließlich dann den Ausschlag gab, professionelle in Anspruch zu nehmen. Er beschreibt seinen Prozess in der Therapie und seinen Weg aus der Krankheit in sein „neues Leben“. In einem ausführlichen „Ratgeber-Teil“ widmet sich der Autor darüber hinaus erstmals gezielt der Problematik „Essstörungen bei Männern“, beschreibt Therapiemöglichkeiten und nennt Adressen von Kliniken und Beratungsstellen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie Internet-Links zu Essstörungsseiten. Wappis hat sein Buch geschrieben, um männlichen Betroffenen Mut zu machen, sich ihrer heimtückischen Erkrankung zu stellen und sich professionell helfen zu lassen. Weiter möchte der Autor auch Psychologen, Psychotherapeuten und Ärzte dazu anregen, sich noch eingehender mit dem Phänomen der Magersucht und Bulimie bei Männern zu beschäftigen.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
In diesem Buch kann man sich nur wiederfinden. Sehr offen und mit der richtigen Essenz Humor beschreibt der Autor seine Geschichte. Die Ernsthaftigkeit des Themas wird durch einige Karikaturen aufgelockert, die die Geschichte keineswegs lächerlich machen, sondern bildlich zum Nachdenken anregen. Aber nicht nur das. Der Autobiographie ist ein Ratgeberteil mit zahlreichen Adressen angeschlossen, wohin man sich als Bertoffene/er wenden kann und der Autor macht Mut sich seinem " Freund Krankheit " zu stellen. Jemanden der nie selber die Erfahrung mit einer Essstörung gemacht hat, gibt das Buch die Möglichkeit zu lesen und zu verstehen, einen Einblick davon zu bekommen, worüber man normal nicht spricht. Man kann dieses Werk wirklich verschlingen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Als ein Mann für den die Essstörung selbst zum „Lebensthema" geworden ist, kann ich nur sagen: das Buch von Bernhard Wappis ist ein absolutes „Muss" für jeden Betroffenen und alle die einen essgestörten Mann im Famlien- oder Bekanntenkreis haben! Darüber hinaus finden aber sicher auch andere an dem Thema interessierte, vor allem auch Psychologen und Ärzte, wertvolle Anregungen zu einem immer noch viel zu häufig verdrängten Thema.
Mit seiner in ihrer Offenheit berührenden Schilderung der eigenen Lebens- und Leidensgeschichte nimmt Bernhard Wappis den Einzelnen mit und gibt gerade Betroffenen ein Gefühl des „Verstanden seins". Man merkt bei jedem Satz, dass hier einer ganz genau weiss und erlebt hat, worüber er schreibt. Gleichzeitig bewahrt sich der Autor aber immer genug Distanz und Ironie, um niemals in Selbstmitleid zu verfallen oder die Krankheit unbewusst zu überhöhen.
Der wissenschaftliche Abschnitt über männliche Essstörungen ist in dieser Form sicher eine echte Neuheit und enthält eine Fülle gut recherchierter Fakten aus einschlägigen Studien. Der angeschlossene Ratgeberteil beschreibt kurz und prägnant die gängigsten Methoden der Therapie und listet eine zahlreiche Beratungs- und Behandlungseinrichtungen im ganzen deutschsprachigen Raum auf.
Bernhard Wappis hat dieses Buch, wie er selbst schreibt, vor allem für Betroffene geschrieben, um Mut zum Kampf gegen Magersucht und Bulimie zu machen. Das ist ihm aus meiner Sicht voll und ganz gelungen!

Mathias P., Wien

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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Aufbruch zu frohem Streit 29. August 2005
Format:Taschenbuch
Ich finde das Buch "Darüber spricht man(n) nicht" von Bernhard Wappis streitbar. Auch innerlich bin ich hin und hergerissen darüber, was ich davon denke und wie ich es empfehlen kann. Also:
Einerseits freue ich mich über dieses Buch, denn hier schreibt ein anderer Mann über eine Erfahrung, die ich (ebenfalls Mann) mit ihm teile. Er erzählt von seinen Erfahrungen mit Anorexie und Bulimie und davon, wie er sie bewältigt. Das berührt mich; so ein Buch hatte ich bisher vermisst. Der autobiographische Text ist leicht und fluffig geschrieben, wenn auch in meinen Augen recht kurz, fragmentarisch und vielleicht zu sehr auf die Suchtkarriere zentriert. Die Karikaturen verleihen der geschilderten Traumatik eine fröhliche Note, die heilsam sein kann. Daneben bietet das Werk eine Auswertung verschiedener Studien zu Charakteristik und Verteilung von Essstörungen bei Frauen und Männern. Diese Dokumentation finde ich persönlich zwar überflüssig - statt ihrer hätte die Autobiographie breiteren Raum verdient - aber sie zeigt, dass Essstörungen auch bei Männern verbreitet sind und dass man dies in "Expertenkreisen" weiß. Ein umfangreicher Katalog von Beratungsstellen in Österreich, der Schweiz und Deutschland bietet dem Suchenden Orientierungshilfe für seine ersten Schritte heraus aus der Sucht.
So weit, so gut. Weniger glücklich bin ich über die Art und Weise, in der der Autor psychische und soziale Zusammenhänge der Suchtentwicklung formuliert. Zuwenig differenziert kommt für mich herüber, die Bindung an die Mutter sei an der Suchtkarriere schuld. Sicher gibt es da Zusammenhänge. Auch gehört es zu den ersten therapeutischen Schritten, sich mit der Bindung an die Mutter auseinanderzusetzen und sie zu lösen. Als Fazit und alleingültige Erklärung, so wie der Text sie manchmal bietet, ist diese Aussage aber wenig befriedigend. Kulturelle Bedingungen und auch kulturkritisches Potential des Leidens werden überhaupt nicht verhandelt. Nur gelegentlich werden sie angedeutet. Durch den Text ziehen sich recht monolithische Vorstellungen von "Männlichkeit" und "Weiblichkeit" in strenger Opposition, ohne Varianz und ohne ein "Dazwischen". In der Art, wie all dies in den Text einfließt, konnte ich es manchmal, ehrlich gesagt, nicht ernst nehmen, fand es gelegentlich sogar ärgerlich.
Allerdings: Das Vorwort weist darauf hin, dass die Art und Weise, wie der Autor schreibt, auch ideologische Einstellungen zeigt, die die Krankheit selbst begünstigten. Er versucht also in seiner Erzählung auch den "Geisteszustand" wiederzugeben, der sein Handeln leitete. Wenn dem so ist, dann hätte der Erzählung vielleicht eine zusätzliche Erzählebene gut getan, in der z.B. ein zweiter Erzähler diese Einstellungen hätte reflektieren können. Als recht gewöhnlicher aber doch interessierter Leser hätte ich dann manche platt daherkommende Begründung anders verstanden und eher auch als Spur eines Entwicklungsprozesses begreifen können.
Bei aller Kritik: "Darüber spricht man(n) nicht" ist ein Beginn des Sprechens über ein grausames, oft einsam gelebtes Leid. Es ist ein Aufruf zum Aufbruch, vielleicht auch zu tatenfrohem gemeinsamem Streit, und ich wünsche ihm große Resonanz.

Jan Kawretzke

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