Dantons Tod ist das Drama der Revolution, die ihre Kinder frisst. Der einstige Revolutionsheld Danton, gestählt im Kampf gegen die Monarchie, wird vom Revolutionsausschuss der Konterrevoultion angeklagt und hingerichtet.
Im Kern geht es um die Frage: "Muss eine Revolution zu Ende durchgeführt werden, bis der letzte schuldige Kopf abgeschlagen ist?"
Womit sich dann immer die Sekundärfrage erhebt, wo die Schuld beginnt. Büchner hält sich aber nicht mit philosophischen Spekulationen auf, sondern präsentiert uns einen müden Danton, der die Flucht ablehnt, obwohl er gewarnt wird, der einen sowohl revolutions- als auch lebensmüden Zug hat und der, halb kämpfend, halb zögernd, den Weg zur Guillotine antritt.
"Dantons Tod" ist nicht der Kampf der großen Ideen noch der großen Gegenspieler Danton, Robespierre oder Saint Just, den man vielleicht erwartet hätte. Das Drama zeichnet recht prägnant die Atmosphäre des Misstrauens und der Unsicherheit der Revolutionszeit, schwächelt aber auf der ideellen Seite.
Es fehlt die gedankliche Tiefe, die ideelle Auseinandersetzung der Figuren. Dennoch ist Dantons Tod angesichts der jungen Jahre Büchners ein insgesamt zumindest atmosphärisch stimmiges und beeindruckendes Bühnenstück zu nennen.