Der Film ist - was die Szenen betrifft - für mich eine Mischung aus dem Buch "Camp Concentration", der intellektuel herausfordernden Geschichten der Tarkowskij Filme "Solaris" und "Der Stalker" und auch ein bisschen von dem Film "Stadt der Kinder".
Düster? Auf alle Fälle: Verbrecher der Serien-Killer- und Psychopathen-Klasse werden auf einer Raumstation "gehalten", um an ihnen neue Methoden der Therapie auszuprobieren: Therapien auf Psychologischer Ebene, Therapien mit physiologischen Ansätzen ("Medikamente" im weitesten Sinne) - und: Nano-Technologie, die u.a. das Erbgut verändert. Das einkalkulierte und akzeptierte Verlust-Risiko: 100%
Wenn man sich das derzeitige Umgehen mit der Bio-Technologie ansieht (EIN EINZELNER FEHLTRITT ist Zielführend), ein gar nicht so unrealistischer Ansatz - man sehe sich zum Vergleich nur die Folgen von "Resident Evil" an!
Aber ich schweife ab: Saint Georges wird auf diese Raumstation verfrachtet, zusammen mit einer "Der-Zweck-heiligt-die-Mittel-und-den-Profit-Wissenschaftlerin").
Was aus dem Film weniger deutlich hervorgeht: Saint George ist KEIN VERBRECHER, wie die anderen, sondern er hatte nur das Pech oder Glück, Aliens zu begegnen und diese Begegnung als einziger zu überleben - so steht es jedenfalls auf dem Klappentext. Der Film bringt das - zumindest beim ersten Mal ansehen - leider absolut nicht rüber: Saint Georges ist kein Verbrecher, sondern ein reines Versuchskaninchen (auch dieser Begriff wird im Film mehrfach erwähnt, was die Motive der Profit-orientierten Pharma-Sponsoren der Station noch deutlicher als sehr fragwürdig entlarvt).
Saint Georges hat aufgrund seiner Begegnung mit den Aliens die Fähigkeit, die Nebenwirkungen der injizierten Nano-Bots in den Mit-Gefangenen zu kompensieren, aufzuheben, und sogar zu heilen (was die eigentliche Absicht der Nano-Tech sein sollte).
Bevor er jedoch alle Gefangenen, Wärter und Ärzte "heilen" kann, zündet ein computer-technisch begabter Sträfling Triebwerke der Station, so dass diese droht, auf dem Planeten abzustürzen.
Über weitere Details zu der Story will ich mich hier auch nicht mehr auslassen, nur noch über das etwas verworrene Ende: Es sieht (für mich, nach dem ersten Mal ansehen) so aus, als würde Saint George die Raumstation tatsächlich retten. Aber hier sind die Bildsequenzen etwas sehr hektisch, unklar und nicht nachvollziehbar, so dass ich das Ende (derzeit) nicht so recht verstehe.
Anyway - allein der restliche Plot regt zum Nachdenken an, zeigt realistische Menschen in realistischen Reiz-Reaktions-Mustern und hinterlässt einen leicht beklemmenden Eindruck (man stelle sich nur mal vor, George Bush hätte seine Folter-Spielplätze auch noch um den Aspekt Bio- oder Nano-Versuchskaninchen erweitert...)
Ein Stern Abzug wegen dem etwas verworrenen Ende. Ansehen werde ich mir den Film auf alle Fälle noch ein paarmal, vielleicht finde ich ja noch raus, was mich derzeit etwas verwirrt...