Kurzbeschreibung
Musik von Erik Satie & Guillaume de Machaut Guillaume de Machaut, der grosse, eigenwillige Komponist ist (wahrscheinlich) vor genau 700 Jahren geboren, während Erik Satie im Jahr 2000 genau 75 Jahre tot ist. Das skurrile Zusammentreffen dieser beiden Jubiläen passt zu diesen beiden eigenwilligen Musikern Frankreichs. Ebenso ungewöhnlich scheint die Beschäftigung des Alte Musik-Ensemble SARBAND mit Satie zu sein, gehört er doch zu den musikalischen Neuerern der vorigen Jahrhundertwende und ganz und gar nicht zur Alten Musik. Satie erfährt das Ende eines Jahrhunderts, in dem technischer und wissenschaftlicher Fortschritt, gesellschaftliche Umwälzungen sich zu einem rasenden Tempo steigern. Er versucht wie viele andere umzukehren, versenkt sich in die Vergangenheit und Ferne, er "erschöpft" sich das Mittelalter, die Mystik, Religion und den Orient, um - gleich uns am Ende des Jahrtausends - endlich zu erkennen, dass es nur eine Liebe aus der Ferne ist, gleich der 'amor de lonh' der mittelalterlichen Troubadoure. Machaut wiederum widmet sein ganzes Werk der fernen, begehrten 'dame', ebenso unerreichbar wie die Fluchträume Saties. SARBAND lässt die Werke bewusst in ihrem historischen Aufführungskontext (Klavier bei Satie, Vokalensemble bei G. de Machaut), um ihre Nähe und ihre Kontraste, aber auch ihre strukturellen Eigentümlichkeiten hervorzuheben. Mit dem Einsatz von orientalischen Instrumenten wie Ud, Kanun und Kemenge sowie westlichen (Gotische Harfe, Zink, Barocklaute) sowie den beiden Sängerinnen Fadia El-Hage aus Beirut und der Schwedin Miriam Andersén zeigt Sarband die Kompositionen in einem völlig neuen Licht. Die Uraufführung dieses aussergewöhnlichen Programms fand im Rahmen des Festivals Pro Musica Antiqua von Radio Bremen 1999 statt. Im Anschluss daran wurde die vorliegende CD im Studio des Bremer Senders aufgenommen. Die Besetzung ist: Fadia el-Hage (Beirut): Gesang Myriam Andersén (Stockholm): Gesang, Harfe Ian Harrison (Freiburg i. Brg.): Cornetto, Schalmei, Gesang Ahmet Kadri Rizeli (Istanbul): Kemenge Ihsan Oezer (Istanbul): Kanun Mehmet Yesilcay (München): Ud Axel Weidenfeld (Oldenburg): Lauteninstrumente Vladimir Ivanoff (Muenchen): Perkussion, Laute, musikalische Leitung