Daniela "Danni" Lowinski (Annette Frier) lebt mit ihrem an den Rollstuhl gefesselten Vater Kurt (Axel Siefer) am Stadtrand von Köln in einem jener überfüllten Hochhäuser, die man gemeinhin als sozialen Brennpunkt bezeichnet. Die gelernte Friseurin ist jedoch eine echte Kämpfernatur und hat in den vergangenen fünf Jahren auf der Abendschule ihr juristisches Staatsexamen hingelegt. Jetzt sucht sie einen Job als Rechtsanwältin. Als sie bei zahlreichen Kanzleien mangels Berufserfahrung abblitzt, kommt ihr doch noch die rettende Idee: in der Passage eines Einkaufszentrums mietet sie sich ein paar Quadratmeter auf dem Flur. Ihr Büro besteht aus einem aufklappbaren Tisch und ein paar Gartenstühlen. Für ein Honorar von einem Euro pro Minute bietet sie den Leuten Beratung an. Zur Hand gehen ihr ihre Freundin Bea (Nadja Becker) vom Coffee-Shop, Rasoul (Elyas M'Barek) vom Schuhreparatur- und Schlüsseldienst und Nils (Oliver Fleischer), der nicht nur einen einfachen Massagesalon sondern auch zwei tolle Ledersitze hat, auf denen man sich entspannen und durchschütteln lassen kann. Als unerschütterliche Kämpferin für die kleinen Leute, die sich eigentlich keinen Anwalt leisten können, heizt Danni Lowinski mit ihrer frechen Klappe unter anderem den finanzschweren Firmen mit ihren geleckten Armani-Rechtsanwälten ordentlich ein.
Schwer zu glauben, aber wahr: wir haben hier tatsächlich eine deutsche TV-Serie, die in jeder Hinsicht internationale Qualitäten aufweist: sehr gute Darsteller, toller Erzählrhythmus, witziger Vorspann, erstklassiger Original-Soundtrack, der sich gut mit den Songs ergänzt, gute Kameraarbeit etc. Dabei haben sich die Macher auf das schwierigste aller Terrains begeben, ein Terrain, das die Amis aus dem FF beherrschen, nämlich das der Screwball-Comedy und des Dramas. Unter der Federführung von Marc Terjung, der auch schon bei "Edel und Starck" bewiesen hat, dass er pfiffige Dialoge schreiben kann, entstand ein sehr unterhaltsames Format, von dem zu hoffen ist, dass es bald in eine zweite Staffel geht, denn Danni Lowinski hat noch längst nicht allen Bleistiftanspitzern und Geldsäcken die nötige verbale und juristische Abreibung verpasst, die sie verdient haben.
Weiter so!