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Dann wählt mal schön: Wie wir unsere Demokratie ruinieren
 
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Dann wählt mal schön: Wie wir unsere Demokratie ruinieren [Gebundene Ausgabe]

Wolfgang Herles
2.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: Piper; Auflage: 2 (2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492048625
  • ISBN-13: 978-3492048620
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,4 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.320.492 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Um es ohne Umschweife auf den Punkt zu bringen: Endlich mal einer, der sich dem süßen Brei der allgemeinen tagespublizistischen Sprachhülsen nicht nur verweigert, sondern zugleich am eigenen Beispiel zeigt, was klare Sprache vermag. Nach Wir sind kein Volk ist Wolfgang Herles mit Dann wählt mal schön abermals eine bitterböse Polemik gelungen, die schonungslos auf den Punkt bringt, wo die wirklichen Ursachen für unser fortwährendes politisches Missempfinden liegen.

Während andere noch schnell versuchen herauszustellen, vor welchen Alternativen wir bei der vorgezogenen Bundestagswahl 2005 denn eigentlich stehen, zeigt Herles, dass wir tatsächlich zwar alle unser Kreuzchen machen können, wo wir wollen und es uns natürlich unbenommen ist, damit irgend welche Hoffnungen zu verbinden. Allein: So einfach, dass vielleicht ein neuer Besen besser kehren könnte, ist die Chose leider nicht: "So wie die Lage ist, sind alle Parteien und Kandidaten hoffnungslos überfordert. Und: Eine echte Wahl zwischen wirklichen Alternativen gibt es nicht."

Dann wählt mal schön ist ein erfrischendes Bekenntnis gegen den Populismus, der uns tagtäglich die Sinne verkleistert und mit dem wir uns, wenn wir ihn noch lange dulden, tatsächlich "unsere Demokratie ruinieren". Bei aller Polemik in der Sache überzeugend ruft Herles uns ins Bewusstsein, dass nicht nur bei so genannten Sachthemen echte Reformen überfällig sind, sondern auch hinsichtlich der Strukturen unseres politischen Systems, namentlich des Föderalismus. Auch wenn diese Forderung nicht wirklich neu sein mag, ebenso wenig, wie die nach einer anderen Rekrutierungskultur unseres politischen Personals: So frei von falscher Rücksichtsnahme und so herrlich süffisant (und bei allem Ernst deshalb auch noch unterhaltsam) hat selten jemand vorgetragen, woran es bei uns wirklich hapert. -- Andreas Vierecke

Kurzbeschreibung

Der Bestsellerautor und streitbare Publizist Wolfgang Herles tritt an, um unserem Gefühl, daß etwas faul ist im Staate Deutschland eine Stimme zu geben. Und er analysiert, wie die Stimmung im Land von Politik- und Politikerverdrossenheit in Demokratieverdrossenheit umschlägt. Nötig ist jetzt eine klare Analyse dessen, was fehlerhaft in unserem System ist und nicht durch Wahlen repariert ist. Und, fragt Herles, wie wäre es mit einem kleinen Zeichen: Geht zur Wahl – aber macht die Stimmzettel ungültig? Schröders großer Coup, die Neuwahlen im Herbst, sind eine populistische Farce. Denn bei der kommenden Wahl stehen sich wieder einmal austauschbare Politiker gegenüber, die kaum unterscheidbare Konzepte vorlegen. Und was immer einzelne an guten Ideen haben, wird in den Medien zerredet, läuft sich im Zuständigkeitswirrwarr zwischen Bund und Ländern tot oder wird von den Parteien oder Parteigruppierungen als schädlich für ihren Machterhalt betrachtet. Statt Wahrheiten auszusprechen, verkaufen die Politiker das Wahlvolk für dumm, weil auch noch auf die kleinste vermeintliche Klientel Rücksicht genommen werden muß. Was ist das für eine Wahl?

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
28 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der Titel klingt ja gar nicht mal uninteressant "Dann wählt man schön. Wie wir unsere Demokratie ruinieren." Laut Umschlagtext tritt Wolfgang Herles an, "um unserem Gefühl Stimme zu geben, dass etwas faul ist im Staate Deutschland. ... Wir sind kein Stimmvieh. ... Nötig ist jetzt eine klare Analyse dessen, was grundsätzlich fehlerhaft in unserem System ist und nicht durch Wahlen repariert werden kann."

Herles schreibt u.a. über die Politik- und Demokratieverdrossenheit der Bürger, über die mögliche Bedrohung durch rechts- bzw. linksextreme Parteien. Er analysiert, wie die Parteien durch durch den "Geschlossenheitskult" verflacht sind , wie die Parteien durch Listenwahlrecht sich innerparteilich personell selbst zementieren. Er beschreibt die Political Correctness, die (Selbst-)Entmachtung des Parlaments und geißelt den Populismus der Parteien, der echte Reformen unmöglich mache.

So weit, so mehr oder minder gut. Aber was Herles hier beschreibt ist nicht neu und ist z.B. von Hans H. von Arnims Buch "Das System. Die Machenschaften der Macht" verfassungsrechtlich genauer und fundierter beschrieben worden. Nichtsdestotrotz ist die Analyse bis hierhin relativ deutlich, klar und flüssig lesbar, auch wenn sie bislang keine Alternativen aufweist.

In Kapitel acht "Der Moses-Komplex" (S. 215 ff.) geht es dann endlich zur Sache. Herles vergleicht die Deutschen mit den Israeliten, die sich von den Versprechen ihrer charismatischen (Ver-)Führer Moses und Aaron in die Wüste zum "gelobten Land" führen lassen wollen und bereitwillig um das versprochene goldene Kalb tanzen.

"Das gelobte Kanaan: das war der rheinische Kapitalismus, der Sozialstaat." (S. 222), den neue, gefährliche Populisten den Deutschen wieder versprechen könnten.

Die Deutschen müssten endlich ihren "Moses-Komplex"überwinden (S. 224), "solange die deutsche Konsensgesellschaft das Maß allen Handelns ist, wird der über Generationen eingeübte kollektive Wahn das Land weiter ruinieren. In Deutschland wurde niemals die Verschiedenheit der Menschen hinreichend akzeptiert. Stattdessen wuchsen die Umverteilungs- und Entmündigungsbürokratien. ... Diese Mentalität zu ändern überfordert jede Regierung." (S. 229, 230)

Recht zynisch beendet Herles sein Werk auf S. 230 u.a. mit den Sprüchen:
...
"Dann wählt mal schön, aber macht nicht die Politik für das verantwortlich, was ihr nicht begreifen könnt. Es gibt keine Reform ohne Verlierer. Es gibt kein Gemeinwohl und keine absolute Wahrheit.
...
Dann wählt mal schön und verliert trotzdem nicht das Vertrauen in die Demokratie. Sie kann nichts dafür. Wir selbst sind es, die sie ruinieren."

Das Buch läßt den Leser unbefriedigt bis verärgert zurück. Denn Herles unausgesprochene Grundannahme ist anscheinend, dass es zum globalen Neoliberalismus keine Alternative gibt. Der Sozialstaat ist ein Wahn, Gemeinwohl gibt es nicht und wenn man auf der Verliererseite der Reformen steht, dann hat man sich gefälligst damit abzufinden. Punkt. Aus.

Aber wenn es angeblich keine Alternative gibt, ja wenn sogar schon Politiker, die einen Sozialstaat versprechen oder einfordern, als potentiell gefährliche, radikale und unwählbare Verführer gelten, was bleiben dem Wähler dann für Wahlmöglichkeiten?

Heißt Demokratie dann nur noch, aus Parteien zu wählen, die als einziges Unterscheidungsmerkmal in ihren relativ gleichklingenden neoliberalen Parteiprogrammen ein unterschiedlich hohes Maß an Sozialabbau anbieten, ansonsten aber nichts mehr in Frage stellen? Früher hieß das noch "Weiter so Deutschland" ...

Soll das für den Wähler alles gewesen sein?

Genau diese Alternativlosigkeit an Parteiprogrammen ernsthaften, alternativen Gestaltungswillens ist es doch, die die Menschen von den etablierten Parteien wegtreibt!

Nein, Parteien, die einen Sozialstaat und Gemeinwohl einfordern, die Menschen davor bewahren möchten, Verlierer von sog. "Reformen" zu werden, sind nicht radikal, sie verführen auch nicht die Bevölkerung. Sie wirken vielmehr ganz legal, gem. Art. 21 Abs. 1 Grundgesetz an der politischen Willensbildung des Volkes mit!

Und wenn einem das Volk nicht passt, das sich für diese Parteien entscheidet, dann wähle man sich doch ganz einfach ein neues!

Insgesamt recht flüssig zu lesen, aber wegen der reichlich flachen Folgerung, dass der Wähler halt selbst schuld sei, gibt's für das Buch nur drei Sterne

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3 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
der Oberfrustrierte 14. September 2005
Von Ein Kunde
Herles hat seine Abschiebung zum Kulturopi des ZDF noch immer nicht verkraftet und lässt seinen Frust in regelmässigen Abständen in Buchform auf die Gemeinde der ihn noch kennenden
Rest-"Bonn-direkt"-Nostalgiker los.
Es bleibt zu hoffen, dass er noch mehr Freude am Golfspielen entwickelt und so weniger Zeit findet, Frust zu schieben.
Politisch scheint er wirklich nicht mehr den cut zu schaffen.
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