Kurzbeschreibung
Die deutsche Nachkriegsliteratur ist mit dem Namen Wolfgang Borcherts so zwingend verbunden wie mit keinem anderen Dichter oder Schriftsteller nach 1945. Er gab den verstummten Menschen Stimme. Er machte das unsägliche, durch den Krieg herbeigeführte Leid unzähliger Menschen faßbar und fühlbar, indem er die Anonymität der Massen auflöste und das einzelne Schicksal in den Blickpunkt rückte. Menschlichkeit, Mitleid bestimmt Borcherts Blick. Er ist ergriffen und löst so tiefste Ergriffenheit aus. Vielleicht liegt hier das Geheimnis verborgen, warum die Erzählungen trotz aller Düsternis nicht in Hoffnungslosigkeit ersticken. Auf eine eigentümliche Weise wirken sie wie ein Fanal für einen ungebrochenen Glauben an Menschlichkeit und Zukunft. Viele seiner Erzählungen las Borchert seinen Eltern und Freunden vor. Er wollte dem geschriebenen Wort Körper durch Klang verleihen. Es ist unvorstellbar, daß es irgendwann einen Zeitpunkt geben könnte, zu dem Borcherts Erzählungen nicht mehr gehört werden oder gar, nicht mehr gehört werden können. Inhalt: Die Küchenuhr Nachts schlafen die Ratten doch Unser kleiner Mozart Die Kegelbahn Die Stadt Dann gibt es nur eins: Sag Nein! Schischyphusch Die Hundeblume · Gedichte: Leuchtturm Laternentraum Der Kuß Abschied
Autorenporträt
Wolfgang Borchert, geb. 1921 in Hamburg, war Buchhändler und Schauspieler, bevor er 1941 an die Ostfront kam. Wegen "Wehrkraftzersetzung" wurde er zeitweise inhaftiert. 1945 kehrte er schwer krank in das zertrümmerte Hamburg zurück. Zwei Jahre später starb er in Basel. 199220SprecherportraitRolf Ludwig, geb. 1925 in Stockholm, wurde nach Kriegsdienst und Gefangenschaft 1947 Schauspieler. Er trat in vielen Filmen und an großen deutschsprachigen Bühnen auf, vor allem am Deutschen Theater und an der Volksbühne in Berlin.