Theodor Fontane definierte Glück, wenn man gut geschlafen hat und die Schuhe nicht drücken. Doch offenbar gehört noch viel mehr dazu. Dietmar Bittrich sinniert über Warteschlangen vor Sehenswürdigkeiten, den davor stehenden Baugerüsten, Lärmpegel und Pool-Liegen. Dabei lässt er kein Klischee aus, das sich auf Reisen bietet. Überspitzt und sarkastisch schildert er die anderen Urlauber. Sie plündern die leckersten Büffets, bevor man selber die Chance zum Zugreifen hatte und lärmen an Orten, an denen man Ruhe und Erholung sucht. Um sich von den anderen zu unterscheiden und bloß nicht als Tourist identifiziert zu werden, trägt man besser eine inländische Zeitung unterm Arm.
Weiterhin bekommt der Leser noch Tipps zum Upgraden bei Fluggesellschaften oder wie man Mitreisende auf Bahnfahrten auf Abstand hält. Es bleibt nur zu hoffen, dass der Ghettoblaster keinen vermeintlichen Gleichgesinnten anlockt. Vielleicht druckt man sich doch lieber das Reservierungsschild für die Abteiltür am heimischen PC.
In dieser Sammlung von Kurzgeschichten erkennt man bestimmt die eine oder andere Situation als bereits erlebt. Ob es nun Mängel am Hotel oder Leihwagen sind oder die geführten Touren mit Bussen, die an einschlägigen Imbissen halten, der Ärger trübt auch immer die Stimmung, sorgt jedoch im Nachhinein oftmals doch noch für Gelächter. Wer verbissen sucht, wird immer das Haar in der Suppe finden. Darum sollte man diese Lektüre nicht zu ernst nehmen und sich einfach ab und zu ein paar Geschichten gönnen. Bestimmt verfliegt dann der eigene Ärger und man kann wenigstens auf der nächsten Reise glücklich werden.