Aus dem Vorwort: "In düstereren Zeiten hätte man Gerhard Haderer wohl wirklich eingesperrt. ... Witz ist die Waffe der Subversiven, derer ohne Macht, Geld oder scharfer Bomben. ...
Grausame, wahre, gemeine Geschichten sind das. Traktate über den Totalitarismus der Spießigkeit."
Und so ist es wirklich. Die großen und kleinen Aufreger, die durch die Medien gingen (Elch-Test, BSE, die Seligsprechung von Kaiser Karl, div. Dopingskandale im Sport oder die Einführung des Euro), werden herrlich zerbröselt. Manchmal auch weniger subtil, aber immer ausdruckstark und humorvoll. Einen kleinen Schwerpunkt bilden Beamte. Hier werden zwar ein paar Klischees bedient, aber das musste einfach mal sein.
Wiederkehrende Themen wie Muttertag, Weihnachten, Silvester oder Urlaub sind manchmal weniger zum Lachen als zum Nachdenken. Außer das Christkind ist ein bildhübsches Mädchen ...
Beim Thema Politik kommt Haderers ganzes zeichnerisches Können zum Vorschein: nicht nur österreichische Politik(er) in allen Lebenslagen (und -lügen?), auch die deutsche(n): Kanzler Kohl und die schwarzen Konten, Joschka Fischer stellt sich seinem um dreißig Jahre jüngeren Ich, Gerd Schröder, der Medienkanzler und natürlich Angela Merkel.
Haderer drückt sich auch nicht vor unangenehmen Themen wie dem Terrorismus. Wunderbar gezeichnet, beklemmend, leider oft allzu wahr.