In ihrem autobiographischen Roman versucht Schoschana Rabinovici den Opfern der Shoah einen Namen zu geben, sie aus der Anonymität herauszureißen. Sie schildert, wie sie als jüdisches Kind die Shoah erlebt hat, ohne dabei den moralischen Zeigefinger zu heben. Schoschana Rabiovici kam als Susanne Weksler am 14. November 1932 in Paris zur Welt, wo ihre Eltern studierten. 1937 kehrte die Familie nach Wilna zurück, wo Schoschana die jüdische Schule besuchte. Nach dem Krieg besuchte sie eine polnische Schule in Bialystok und wanderte 1950 nach Israel aus. In ihrem Roman schildert sie, wie sie durch ihre Mutter im Ghetto in Wilna und in den Konzentrationslagern Kaiserwald, Stutthof und Taunzin überlebte. Die Autorin erzählt kenntnisreich und präzise. So erfährt der Leser etwas über die Geschichte der Juden im Ghetto in Wilna, über die jüdische Untergrundorganisation „Fareinikte Partisaner Organisatzije" und über die Auflösung des Ghettos. Wichtige Personen, die hierbei eine Rolle spielten, läßt Rabinovici ebenso nicht aus wie bedeutende Daten. Die Autorin beschreibt in ihrem Buch eindringlich, wie sie als kleines Mädchen zwischen Verzwiflung und Hoffnung schwankte. Raja Indurski-Weksler, Schoschanas Mutter, is es wohl zu verdanken, daß das Mädchen überlebte. Es gelang ihr immer, ihre kleine Tochter bei Selektionen auf die richtige Seite zu bringen, verschaffte sich Arbeiten, die dem Mädchen zusätzliche Essenrationen sicherten usw. In klarere Sprache wird beschrieben, wie ein junges jüdisches Mädchen im Ghetto und in drei Konzentrationslagern überlebt - und dies sehr bewegend und spannend. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)