Die CD war schnell gekauft. In der Mittagspause die ersten vier Tracks angehört und schon war klar, ich muss sie haben. Ein vielversprechendes Intro, der Top-Hit "All about us" und die fetzigen potentiellen Chartbreaker "Cosmos" und "Loves me not", das ist Pop wie er T.A.T.U. bekannt gemacht und über alle Starallüren der beiden Teeniegören hinweggetröstet hat. Für mehrere Top Ten Titel ist das Album auf jeden Fall gut.
Enttäuschung machte sich dann jedoch schnell auf dem heimischen CD-Player breit. Die Tracks 5, 6, 7, 8, 9 .... immer weiter ging es plötzlich mit seichtem Weichspülgeplätscher, das müde vor sich hinnudelt, ohne Höhe- und Tiefpunkte, ohne den Hacken, der im Ohr kleben bleibt und von dem nun mal Pop-Musik wie von T.A.T.U. lebt. Nicht einmal die Namen der Songs fallen mir noch ein, so austauschbar und harmlos leierten sie sich aus meinem Stereogerät.
Dann aber plötzlich - kurz vor Aufgabe der Hoffnung - wieder Hörfreuden. Der wackere Alben-Durchhörer merkt auf beim zehnten Song "Perfect Enenmy" - gefühlvolleres Midtempo mit einem Refrain, der endlich wieder mal zum Mittwippen bei der nächtlichen Autofahrt reizen könnte. Und dann wird es immer besser. Das russischsprachige Lied Nummer 11 (übersetzt laut einer mir bekannten Russin "Äffchen Null" genannt), bei dem beide Sängerinnen ihre Stärken aus dem Lautsprecher schmettern, Lena Katina ihre volle Power und Julia Volkova eine gute Portion Gefühl. Es trällert aktuell aus den Lautsprechern des russischen Fernsehens landauf landab und kann auch mich als Mitteleuropäer begeistern. Danach der Titeltrack des Albums "Dangerous and Moving", wohl auch einer seiner besten, schon geschickt mit dem Introtrack auf Nummer 1 angerissen und zum schönen Ausklang noch eine gefühlvolle russischsprachige Ballade zum Bonushören.
Alles in allem als Fazit: Eine CD, die ihr Geld trotz Durchhänger in der Mitte (der ihr den 5. Stern kostet) wert ist. Denn seien wir mal ehrlich: Wie viele Alben bieten denn außer den 2-3 Singleauskopplungen noch so viele andere gute Lieder. Zum absoluten Meilenstein der Popgeschichte wird's nicht reichen, zu einem der besten Popalben dieses Jahres und verdienten Platz in der heimischen Kollektion aber ganz leicht.