Wenn sich jemand vernichtend über dieses Album äußert, so zeugt das entweder von mangelnder Objektivität oder geringem Sachverstand. Wer sich diese Songs einmal in der richtigen Lautstärke angehört hat, weiß wovon ich rede.Sicherlich sind einige Songs sehr rhythmusbetont und zeichnen sich nicht durch große Melodiösität aus, aber was besagt das denn schon. Jacksons Musik ist schon immer in erster Linie Musik zum Tanzen gewesen. Das trifft vor allem für das erste Stück des Albums zu: "Jam" ist von Anfang an derart spannungsgeladen, dass es wohl niemanden, der gerne tanzt auf dem Sitz hält. Der Rocksong "Give In To Me" zeichnet sich vor allem durch seinen klanglich äußerst gelungenen und komplexen Schlussteil aus und setzt sich dadurch deutlich vom, was die Instrumentation ähnlichen "Dirty Diana" des "Bad"-Albums ab."Heal The World" mag von der Thematik und in winzigen Teilen der Melodie an das 1985er "We Are The World erinnern, Insgesamt klingt der Song aber ausgereifter und von der rhythmischen Untermalung und der Harmonien her schöner als der "Vorgänger". Vor allem das furiose Finale mit den zwei Tonartwechseln ist wirklich hörenswert. Einige Leute mögen den Song für schmalzig halten aber gegen die Message des Songs kann wohl niemand etwas sagen. Das absolute Highlight des Albums ist "Black Or White". Ein energiegeladenes, mitreißendes Stück mit aufmunternden Akkorden, einer positiven Botschaft und tollem Gesang. Einfach ein super Song, der einzigartig ist und seinesgleichen sucht. Das groovige "Remember The Time" lädt mit seiner funkigen Rhythmik und dem durchdringenden Bass zum Tanzen ein. Erst recht wenn man einmal die sagenhafte Choreografie im Video-Clip zu dem Song angesehen hat. Außerdem ist noch das düstere "Who Is It" erwähnenswert, das sich durch die immerwährende Dynamik, eine eingängige Rhythmik und Melodie sowie einen tollen Text auszeichnet. Der Gospelsong "Will You Be There" besticht vor allem durch seine gefühlvolle, sanfte Melodieführung zu Beginn und den furiosen Chorgesang in der Mitte. Auch die anderen Stücke dieses Albums wie das bewegende "Gone Too Soon", die Hymne "Keep The Faith" oder das originelle "In The closet" muss man gehört haben. Das Album zeichnet sich vor allem durch die Individualität jedes einzelnen Stückes aus. Jeder Song unterscheidet sich durch Rhythmik und Melodie von den anderen und dennoch bleibt eines das ganze Album hindurch gleich: die Musik ist mitreißend und "groovt" ganz einfach. Ich kenne niemanden, dem nicht zumindest ein Song auf dem Album gefällt. "Dangerous" ist nicht Michael Jacksons erfolgreichstes Album, aber dennoch das meiner Meinung nach beste Album der 90er Jahre.