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am 18. Februar 2012
Der über 20 Jahre alte Film von Stephen Frears muß sicher kaum noch vorgestellt werden. Die Geschichte aus dem europäischen Hochadel, der sich in vorrevolutionärer Zeit aus reiner Langeweile sprichwörtlich zu Tode intrigriert, hat in ihrer kongenialen filmischen Umsetzung nichts an Reiz verloren. Glenn Close, John Malkovich und Michelle Pfeiffer bei ihrem differenzierten Spiel zuzusehen und den geschliffenen Dialogen zuzuhören, ist eine wahre Wonne. Das alles ist in wunderschönen Schlössern und Gärten sowie mit authentisch und nie übertrieben wirkenden Kostümen gefilmt, die Kamera ist ruhig und spendiert beeindruckende Großaufnahmen, die Filmmusik zitiert jede Menge Händel - kurz, ein völlig geglückter, immer wieder sehenswerter Film, wie er heute nicht mehr gemacht wird.

Die Blu-ray-Umsetzung aus dem Hause Warner geht erwartungsgemäß keine Kompromisse ein: Man bekommt einen unmanipulierten, filmgerechten HD-Transfer mit natürlichen Farben und einer sehr angenehmen Prise feinen Filmkorns. Der Ton liegt leider nur im Englischen in HD-Qualität vor, die deutsche Synchronisation klingt in Dolby Digital etwas flacher.
Gegenüber der DVD-Ausgabe, die keinerlei Extras enthielt, gibt es nun immerhin den Audiokommentar von Regisseur Frears und Drehbuchautor Hampton - ohne deutsche Untertitel, also nur interessant für jene, die Englisch gut genug verstehen. Da hätte sich der Filmfreund sicher mehr gewünscht, aber zum Glück ist ja die Qualität eines Films nicht vom Zusatzmaterial abhängig.

Insgesamt eine 100-prozentige Empfehlung für einen beispielhaften, klugen und starbesetzten Kostümfilm in wunderbarer Qualität!
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am 29. November 2009
"Gefährliche Liebschaften" ist über alle Maßen mehr als nur ein Film, der scheinbar nur von einer Epoche des Untergangs handelt. Er ist mich, der Hunderte von Filmen kennt, mit Bestimmtheit unter den Top Ten aller je gedrehten Filme einzuordnen, ein Jahrhundertwerk.

Dieses Werk hat auch so viel zu sagen hat über Macht, Sex und Geld, über die Funktionalisierung von Menschen und die Tragik, die sich aus solchen skrupellosen Ränkespielen entwickelt oder entwickeln kann. Die Allmachts-Phantasien, die der Vicomte und die Marquise Realität werden lassen, ziehen beide zuletzt selbst in den Untergang, aber wie viele andere mussten dafür vorher zugrunde gehen?

Die kriegerischen Dialoge zwischen Glenn Close und John Malkovich, der verbale und intrigante Kampf zwischen beiden gehören zum Besten, was ein Film je zu bieten hatte.

Nur fünf Sterne hierfür vergeben zu können, ist geradezu eine vulgäre Untertreibung.
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am 3. Januar 2010
Dass der französische Adel in seiner Dekadenz eine gewisse Meisterschaft entwickelt hatte, ist hinlänglich bekannt, aber mit welcher Raffinesse und mit welchem Esprit der Vicomte de Valmont (John Malkovich) und die Marquise de Merteuil (Glenn Close) in "Gefährliche Liebschaften" vorgehen, ist einfach weltmeisterlich.

Mit ausgeklügelter Intriganz und einschmeichelnden Worten bewegen sie die Objekte ihrer Begierden wie Bauern auf einem Schachfeld. Alles ist Strategie, mit dem einzigen Ziel, das eigene Ego, den eigenen verruchten Nimbus noch zu steigern. Die Marquise und der Vicomte schließen Wetten ab, wer wann welche Keuschheit zu Fall bringt. Die Marquise fordert den Vicomte heraus: "Der Tenor erhält doch nicht dafür Applaus, dass er sich räuspert ..."

Valmont muss ein Meisterstück vollbringen, also hat er sich Madame de Tourvel (Michelle Pfeiffer) vorgenommen, eine Dame von Anstand, die als besonders tugendhaft und fromm gilt. Peu a peu geht er daran, diese Festung der Sittsamkeit zum Einsturz zu bringen. Gewissermaßen als Aufwärmrunde verführt Valmont noch die junge Cécile de Volanges (Uma Thurman), während die Marquise ein Auge auf Céciles naiven Galan Danceny (Keanu Reeves) wirft.

Für John Malkovich ist die Rolle des hochintelligenten, ruchlosen Vicomte de Valmont auf den Leib geschnitten. Perfekte Darstellung! Glenn Close überzeugt ebenso wie Michelle Pfeiffer als herzhaft Leidende und Uma Thurman als angehende femme fatale.

Es gibt Filme, die alleine aufgrund der schauspielerischen Leistung getragen werden, bei "Gefährliche Liebschaften" ist das nicht so. Da stimmt alles, Stephen Frears hat ein Gesamtkunstwerk geschaffen. Für Frears-Fans sei Mary Reilly empfohlen, wo Malkovich zwischen Jekyll und Hyde changiert bzw. Cheri - Eine Komödie der Eitelkeiten, in dem Michelle Pfeiffer eine Edel-Kurtisane abgibt.
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sagt die Marquise de Merteuil ( Glenn Closs) an irgendeiner Stelle des vorliegenden Films zum Marquis de Valmont( John Malkovich).
Diese Aussage ist der Schlüsselsatz der " Gefährlichen Liebschaften ", deren Handlungszeit sich im Ancien Regime (dem absolutistisch regierten Frankreich vor 1789) abspielt.
Der Film dokumentiert gekonnt die Richtigkeit der obigen Sentenz.

1782 wird das Zeitalter des Rokoko gerade zu Grabe getragen , in dem Maler der Fragonard Bilder wie " Der heimliche Kuss " malte und die Roman - Literatur als zierlich- graziöse, spielerische - frivole, galante Gesellschaftsdichtung betrachtet wurde.
" Gefährliche Liebschaften " ist eine Romanverfilmung. Der Autor des gleichnamigen Romans ist Pierre Ambrois Francois Choderlos de Laclos ( 1741- 1803).
Diesen Briefroman schrieb er 1782 ( also demnach 7 Jahre vor der französischen Revolution). Laclos war - und das sollte man wissen - während der Französische Revolution Jakobiner . Sein Roman ist die bedeutendste zeitgenössische Darstellung der korrumpierten, aristokratischen Gesellschaft des Ancien Regimes. Mit der Darstellung der Perfektion und Faszination des Bösen übte der Schriftsteller großen Einfluss auf die Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts aus.

Worum geht es im Film?
Die in die Jahre gekommene Marquise de Merteuil ( Glenn Closs) will sich an Ihrem ehemaligen Liebhaber Gercourt rächen. Dieser hat sie wegen einer anderen verlassen. Sie kann es nicht ertragen, wenn sie die Fäden nicht ziehen kann, denn ihr Lebensmotto lautet " Siege oder stirb ". Schon als junges Mädchen lernte sie Virtuosin der Verstellung zu werden und übte sich in Gleichgültigkeit. Sie war, wie sie berichtet, stets wissbegierig, studierte die Moralisten, Philosophen und Romanciers um herauszufinden, worum es im Leben eigentlich geht.
Als sie zur Erkenntnis gelangt, dass es dieses "Siege oder stirb" ist, worum es eigentlich geht, handelt sie konsequent danach und dies offenbar mit großem Erfolg. Die Männer liegen ihr zu Füßen und sie kann entscheiden, wem sie ihre Gunst schenkt. Eine Niederlage wie jene mit Gercourt kann sie nicht dulden. das schadet ihrem Ruf. Deshalb bespricht sie den Fall mit dem Marquise de Valmont ( John Malkovich) , der in früheren Jahren wohl ihr Liebhaber war und den sie immer noch liebt, weil der ihr in der Kunst der Galanterie aber auch in ihrer Kaltblütigkeit ebenbürtig ist. Die Marquise, die Intellektuelle im erotischen Spiel stupide findet, liebt es grausam zu sein, wie sie betont. Sie bittet Valmont die Klosterschülerin Celine zu verführen und zu entjungfern, weil ihr Ex-Liebhaber Gercourt diese sich als seine zukünftige Gemahlin wünscht. Er soll keine Jungfrau im Hochzeitbett vorfinden, sondern eine Frau , die sexuelle Praktiken beherrscht, die sich selbst eine Kurtisane nicht gestatten würde. Der Verführer und Frauenheld Valmont lehnt zunächst ab, weil er nicht seinem Ruf schaden möchte. Eine Klosterschülerin zu verführen ist für ihn ein zu einfaches Spiel, im Grunde seiner nicht würdig. Für ihn ist Verführung eine Herausforderung, je schwieriger es ist eine " Bastion " zu stürmen, umso mehr ist sein Kopf gefordert, um so subtiler werden seine espritvollen Dialoge, mit denen er sein Gegenüber gefügig machten möchte. Zum Zeitpunkt des Handlungsgeschehens versucht er die streng moralische Ehefrau de Trouvel zu einer Affäre mit ihm zu bewegen. Je mehr sie sich sträubt, umso heftiger beginnt er sich für sie zu interessieren und fängt an sie zu lieben, wie keine Frau zuvor. Das allerdings gesteht er sich nicht ein, weil seine Eitelkeit und sein " Image" als Verführer mit einem Liebesverhältnis nicht in Einklang zu bringen sind. Nachdem die Mutter von Cecile die von ihm begehrte Marquise de Trouvel ( Michelle Pfeifer) vor ihm gewarnt hat und er dieses erfährt, entschließt er sich Celine zu entjungfern und in die Geheimnisse der galanten Liebesspiele einzuweihen. Sie findet Spaß daran, obgleich ihr Herz einem jungen Musiklehrer gehört, der zu diesem Zeitpunkt der Liebhaber der Marquise der Merteuil ist.........
Während bei der jungen Celine und dem Musiklehrer die Liebe und die Tugend letztlich noch stärker wiegen als die Lust am erotischen Spiel, werden Valmont und Merteuil Opfer ihrer Eitelkeiten und ihrer Machtgelüste. Valmont stirbt im Wissen die große Chance zu lieben und geliebt zu werden versäumt zu haben, weil er die Verführung aus Prestige allem vorangestellt hat und die Marquise de Merteuil ist am Ende verbittert und geächtet , weil die Gesellschaft ihr intrigantes Verhalten mit Missachtung abstraft. Ihr Machtwille und ihre Eitelkeit macht sie zu einer einsamen Frau.

Hervorragende Dialoge auf ganz hohem Niveau, exzellente schauspielerische Leistungen, prachtvolle Kostüme und Innenausstattung im Louis VI -Stil, wunderbare Szenen in den Parks verschiedener Schlösser und bei Opern- und Gesangsabenden geben den Eindruck wieder, wie sich der französische Adel in jenen Tagen die Zeit kurzweilig gestaltet hat. Es war eine Zeit in der Libertins tiefe Gefühle offenbar als ridikül betrachtet haben. Wehe dem, der sie dennoch hatte....

Empfehlenswert.
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am 2. Februar 2006
Was machte man nur den ganzen lieben langen Tag lang im 18. Jahrhundert? Nun, die einen schufteten von früh bis spät um ihre Familie zu ernähren, aber die adeligen Müssiggänger hatten eine andere Beschäftigung: Ränke schmieden und unschuldige Mitmenschen ruinieren. Die Handlung des Filmes ist hier ja schon ausreichend erklärt, ich möchte nur nochmals die hervorragenden schauspielerischen Leistungen, vor allem von Glenn Close und John Malkovich, hervorheben.
Close als Marquise de Merteuil nimmt man ohne weiteres ab, dass sie alles tun wird um ihre Ziele zu erreichen und keine Beweggründe dafür zu nieder sind. Malkovich als Kontrastfigur Valmont ist zwar der perfekte Hedonist, doch irgendwie abgestumpft, fast schon aller Dinge überdrüssig, und zu allem Überfluss verliebt er sich wider besseres Wissen in eines seiner Opfer, was ihm den Groll der Marquise de Merteuil einbringt. Michelle Pfeiffer überzeugt als Mme de Tourvel, die teuer für ihren kleinen Fehltritt bezahlt.
Diese Riege von tollen Akteuren, zusammen mit der Ausstattung, ergeben einen grandiosen Rahmen, in welchem sich das Intrigenspiel und der Geschlechterkrieg entfalten. Intrigen, Betrug, Verführung, Dominanz und Erniedrigung, alle sind zeitlos und werden die Menschheit wohl begleiten solange es sie gibt, doch im Endeffekt machen sie neimanden glücklich, wie man hier sehen kann. Ich habe auch das Buch gelesen, in ihm wird die Marquise de Merteuil noch mehr gestraft; sie erkrankt an Pocken und ist für den Rest ihres Lebens entstellt.
Das einzig störende an Gefährliche Liebschaften ist dass die fast zeitgleiche Verfilmung des Stoffes von Milos Forman mit dem Titel 'Valmont' es nie aus dem Schatten dieses bekannteren Werkes heraus geschafft hat. Ich finde Forman's Version weder besser noch schlechter, sie ist in ihrer eigenen Art schön und gelungen und sehr sehenswert. Auch gibt es eine neuere moderne Verfilmung mit dem Titel 'Eiskalte Engel', die zwar gelobt wurde aber meines Erachtens dem Stoff nicht gerecht wurde und mit ihren altklugen Teenie-Darstellern über das Niveau von Soaps wie 'Dawson's Creek' kaum hinauskam.
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VINE-PRODUKTTESTERam 26. Februar 2012
--- Inhalt & Kritik ---

Vicomte de Valmont: Ihr Lieblingswort, dachte ich, wäre Verrat.
Madame de Merteuil: Nein, nein... "Grausamkeit". Ich habe immer gefunden, es klingt irgendwie edler.

Das obige Zitat ist ein Beispiel für die bitterböse Poesie, die in GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN aus dem Jahr 1988 steckt. Der Film ist eine detailgetreue Adaption zum gleichnamigen Briefroman von Choderlos de Laclos aus dem 18. Jahrhundert über den Verfall der gelangweilten und deswegen zu Intrigen aufgelegten Bourgeoisie. Glenn Close (ihre Mimik ist genial!) und John Malkovich liefern sich hierin ein grausames Machtspiel, in welchem mehrere Menschen zugrunde gerichtet werden sollen. Eines der Ziele des verwegenen Plots ist der Fall der tugendhaften Madame de Tourvel (Michelle Pfeiffer), die vom Beruf-Casanova Vicomte de Valmont (Malkovich) nach aller Kunst verführt werden soll. Die damaligen Jungstars Keanu Reeves (süß!) und Uma Thurman (Busenblitzer!) bieten hingegen die Hauptfiguren im perfiden Plan der Merteuil (Close), die ihren Verflossenen zur Lachnummer Paris machen will. Hilfe erhält sie natürlich von ihrem Verbündeten Valmont.
Ich kann es kaum glauben, dass dieses einzigartige Meisterwerk, das sogar mit drei Oscars prämiert wurde, eine lange Zeit in Vergessenheit geraten ist. An eine Blu-ray-Umsetzung habe ich deshalb nicht mehr geglaubt, wurde aber zum Glück eines Besseren belehrt. Zwei Jahre, nachdem die moderne Adaption EISKALTE ENGEL ihren Weg auf Blu-ray gefunden hat, erhielt nun auch GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN den ihm würdigen HD-Transfer.

--- Die Blu-ray ---

Vereinzelt tritt minimales Bildflimmern durch Filmkorn auf (z.B. in der Eröffnungssequenz), das Korn kann aber auch als künstlerisches Mittel zur Unterstreichung des alten Charakters der Bourgeoisie angesehen werden. Der Film lebt ja von seiner visuellen Opulenz, weswegen eine hohe Detailschärfe für GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN unerlässlich erscheint. Und tatsächlich, selbst die kleinen Kerzen der Kronleuchter und Stuckverzierungen an den Wänden kommen richtig gut zur Geltung. Warner hat bildtechnisch ordentliche Arbeit geleistet. Tontechnisch muss man sich mit schwachbrüstigem Stereo-Ton in der deutschen Spur und anderssprachigen Synchronisationen (Französisch, Italienisch und Spanisch; Portugiesisch nur Mono) begnügen. Einzig die englische Originalfassung erhielt den HD-Boost in 5.1. Der atmosphärische Score kommt hier viel kraftvoller, aber nie zu laut daher. Die Dialoge fügen sich von der Lautstärke her wunderbar ins Klangbild, wohingegen diese in der deutschen Tonspur viel zu leise sind.
Trauriger Trend von Warner ist es, dass Katalogtitel nur dürftig mit Extras ausgestattet werden. Ein Audiokommentar und der Kinotrailer in SD sind damit schon alles, was man obendrauf geboten bekommt. Bei dem niedrigen Preis der Blu-ray ist dieser Mangel fast schon zu verkraften, wobei ich dazu bereit gewesen wäre, einen Aufpreis für mehr Sonderausstattung zu einem meiner Lieblingsfilme zu zahlen...

--- Fazit ---

Alles in allem lohnt sich ein Update von der eher schlechten, als rechten DVD zur vorliegenden Blu-ray. Die Qualität des Bildes weiß zu überzeugen, wodurch GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN in nie dagewesenem Glanz erstrahlt. Und für alle, die den Film noch nicht gesehen haben: Lassen Sie sich nicht durch den Aufkleber "Was Frauen schauen" auf dem Cover fehlleiten. Solch ein Spruch ist mit gewissen Klischees verbunden, die auf GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN einfach nicht zutreffen.
Der Film an sich verdient volle fünf Sterne, die Umsetzung auf Blu-ray wegen dem geringen Bonusgehalt nur vier.
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am 29. Juni 2011
Von den zahlreichen Verfilmungen des auf wahren Begebenheiten basierenden Briefromans von Pierre Choderlos de Laclos über die obszöne Lust an der Intrige aus dem Jahre 1782 ist die Interpretation von Stephen Frears mit Abstand die beste, weil diese Version aufgrund der geschliffenen Dialoge und den grandiosen Schauspielern ein großartiges Stück Darstellerkino ist und das obwohl John Malkovich und Glenn Close rein äußerlich nicht gerade dem Idealbild erotischer Verführer entsprechen. Dennoch sind sie die perfekte Besetzung für zwei besonders verdorbene Charaktere, die der Epoche des französischen Rokoko entsprungen sind, als Frauen noch fünf Röcke trugen, um im diabolischen Labyrinth adliger Schlafgemächer ihre Keuschheit zu bewahren, weil man jeden Moment damit rechnen musste, dass die maskuline Wolllust heftig erregt an die Zimmertür klopft. Eben jene Zeit des Vorabends der Revolution, in der das Ancien Regime die letzten Atemzüge inhaliert, ehe schließlich diese dekadente Gesellschaftsform ihrem prädestinierten Untergang entgegenstrebt. Die ganze perverse Maßlosigkeit des höfischen Mikrokosmos findet ein Spiegelbild in diesen beiden dämonischen Strippenziehern, die mit ihren zynischen Ränkespielen ihre hilflosen Opfer systematisch zu fremdbestimmten Marionetten degradieren, bis diese sich in einem raffiniert gewobenen Netz aus geschickt getarnten Lügen verfangen und solange zum Gespött gemacht werden, ehe nicht ihr ehrbarer Ruf restlos diskreditiert ist und sie durch die öffentliche Bloßstellung ins gesellschaftliche Abseits geraten.

"Gefährliche Liebschaften" führt uns zurück in die pompöse Welt der prunkvollen Boudoirs, wo die gerissene Marquise de Merteuil lüstern auf Rache sinnt und mit dem ebenso skrupellosen wie eitlen Vicomte de Valmont einen teuflischen Plan schmiedet. Er soll die naive Klosterschülerin Cecile de Volanges verführen und ihr die Jungfräulichkeit stehlen, um Cecile auf diese Weise untragbar für ihren Verlobten zu machen, einen Adligen, der die Marquise einst verlassen hat. Weil die Eroberung der unsicheren Nymphe dem mokanten Vicomte als zu leicht erscheint, erhöht er den Schwierigkeitsgrad und kürt als weiteres Opfer die tugendhafte Madame de Tourvel, eine elegante Anstandsdame, die nach streng moralischen Werten lebt und so als besonders grell schimmernde Trophäe seine zweifelhafte Sammlung an gebrochenen Seelen bereichern soll. Als pikante Gegenleistung für seine hinterhältigen Dienste fordert er eine Liebesnacht mit der Marquise, die er wie ein höriger Lakai als despotische Meisterin der Intrige vergöttert. Doch die Obsession gewinnt unvorhergesehen die Oberhand über die kühl kalkulierte Rache, als der Vicomte in der Verführung tatsächlich beginnt, Liebe für eines seiner Opfer zu empfinden. Die Marquise verweigert nun ihren Körper als fällige Belohnung, weil sie in ihrer narzisstischen Eifersucht seine Illoyalität einfach nicht ertragen kann. Aus den vormals einmütigen Kollaborateuren werden nun erbitterte Feinde, deren destruktive Kräfte sich fortan gegen sich selbst richten.

Glenn Close (die Marquise) und John Malkovich (der Vicomte) mimen hier zwei besonders bigotte Virtuosen der Verstellung, die beide jeweils mit einem äußerst maliziösen Lächeln ausgestattet sind, das vergeblich versucht, den eiskalten Blick und die starren Gesichtszüge zu kaschieren, die ein untrügliches Zeichen ihrer unmoralischen Absichten sind. Und so beginnt auch der Film mit einer Art Metamorphose, indem sich die perfiden Egomanen wie zwei Schauspieler vor einem Spiegel pudern, schminken und einkleiden, ehe der Vorhang hochgezogen wird und das bitterböse Spiel beginnen kann. Mit eloquenter Lügenrhetorik und ihrer authentisch wirkenden Täuschungskunst suggerieren sie einfühlsames Verständnis, flüstern gutgläubigen Ohren vergiftete Ratschläge ein, mimen die reuigen Sünder, lancieren präzise gesetzte Diffamierungen, kredenzen mit süßer Note trügerische Illusionen, heucheln Integrität und Diskretion, um in einer beispiellosen Maskerade ihre wahren Charaktere zu verbergen, während sie für diejenigen, die in die ausgelegte Falle tappen, nur hämischen Spott und verächtlichen Sarkasmus übrig haben und es wirkt tatsächlich fast so, als ob sie mehr sexuelle Erregung aus dem Triumph ihrer Intrigen ziehen als aus der Verführung ihrer Opfer. Dabei werden beide Figuren in Form von scheinheiligen Worten und blasierten Gesten dermaßen brillant von Close und Malkovich in Szene gesetzt, dass man sich sogar bei einem Schmunzeln erwischt, wenn der Vicomte bei Tisch den verstörten Habitus der soeben geschändeten Adelsdamen noch karikiert. Wobei man sich als mitfühlende Frau schon fragt, weshalb die Damen dieser Zeit der sanften Gewalt eines dermaßen dreisten Scharlatans überhaupt nachgeben konnten, dessen Lebensinhalt offensichtlich aus nichts anderem besteht, als die Langeweile seines dekadenten Alltags mit einem barocken Orgasmus zu krönen, nachdem er seine Beute mit unwiderstehlichem Charme solange tyrannisiert hat, bis sie sich willig auf das Bett in die erwartungsvolle Rücklage der lasziv posierten Horizontalen begibt, wo er auf der nackten Haut seiner zarten Gespielin auch noch einen dieser unheilvollen Briefe verfasst. Aber wie Henri Bergson einst schon richtig bemerkte, ist die Sexualität eben eine vitale Kraft, die insbesondere dann reibungslos funktioniert, wenn sie frei von rationaler Vernunft gelebt wird.

Äußerst akkurat fällt die opulente Ausstattung dieses historischen Sittendramas aus. Dabei wird die Handlung zu keinem Zeitpunkt plakativ von den prächtigen Requisiten überzeichnet. Die beiden kompromittierten Damen werden von Uma Thurman und Michelle Pfeiffer verkörpert, wobei Uma Thurman in Form der unerfahrenen jungfräulichen Kindfrau Cecile de Volanges mit feurigem Temperament ein ideales Pendant zur reifen und abgebrühten Marquise darstellt. Ebenso wie Michelle Pfeiffer, die der integeren Madame de Tourvel mit ihrer melancholischen Aura eine sehr empathische Ausstrahlung verpasst.

Die Qualität des Bildes hinkt etwas hinter der des Films hinterher. Die Konturen sind gerade bei Außenaufnahmen sehr grobkörnig und auch die Farbkontraste erscheinen bei einigen Einstellungen als zu grell. Die Tonspur liegt in Deutsch in DD Surround und in Englisch in DD 5.1 vor. Untertitel in Deutsch und Englisch sind vorhanden (auch für Hörgeschädigte). Bonusmaterial ist keins verfügbar.
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am 4. September 2009
GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN ist eine Briefesammlung, die gg. Ende des 18. Jhdts veröffentlicht wurde. Ob man die Geschehnisse von damals als tatsächlich annimmt oder erfunden glaubt, hängt vom Gemüt des Lesers ab.
Tatsache ist, dass bestimmte Namen existieren ( de Tourvel, etc. ) und die entsprechenden Personen wirklich gelebt haben.

Der Film verzichtet auf einige Details aus dem Roman und muss bestimmte Dialoge und Szenen einfügen, um die Handlung der Briefkorrespondenz so exakt wie möglich wiedergeben zu können. Das ist nicht wirklich schlimm und hilft dem Zuschauer, der das Buch nicht kennt, sich trotzdem zurechtzufinden.

Die Ausstattung des Films ist weder zu bunt und kitschig noch düster oder drau. Alle Details sind so wahrheitsgetreu wie möglich gehalten, was dem Film einen gewissen antiquierten Charme verschafft.

Alle Dialoge sind perfekt umgesetzt worden und müssen auch aufmerksam verfolgt werden, da man sonst nicht alle Feinheiten der Handlung nachvollziehen kann.

Kein Darsteller ist eine Fehlbesetzung, Glenn Close und John Malkovich brillieren durch ihre gekonnt gespielte verderbtheit, und Michelle Pfeiffer ist die beste leistung ihrer Karriere gelungen. Die streng moralische, trotzdem hysterische Ehefrau nimmt man ihr jederzeit ab.
Uma Thurman erscheint als Cecile de Volanges in der dem Zuschauer sympathischsten Rolle, mit der man sich am leichtesten identifizieren kann( freilich, Glenn Close ist mir persönlich noch sympathischer...).

Es war damals halt alles nur der schöne Schein, ohne wenig Substanz und viel Pomp und Tamtam. Moralaposteln waren nicht besser als Sittenstrolche und der Adel war in seinen Grundzügen teils schlimmer als der einfache Bauer. Trotzdem muss es eine faszinierende Zeit gewesen sein.

5 Sterne :-)
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am 30. Juni 2007
Immer wieder stelle ich fest, wie sehr es sich gelohnt hat, diese DVD zu kaufen, obwohl der Film immer mal wieder im TV ausgestrahlt wird.

So kann ich jedes Mal darauf zugreifen, wenn mir danach ist, mir nur einzelne Sequenzen und Szenen herauspicken (ich habe meine bestimmten Lieblingsszenen) und die DVD in meiner Sammlung genießen, denn sie ist wirklich etwas Besonderes für mich!

"Gefährliche Liebschaften" basiert auf dem gleichnamigen Roman von Choderlos de Laclos und spielt im 18. Jahrundert: Frankreich, kurz vor der französischen Revolution. Der Adel lebt dekadent und gelangweilt vor sich hin - was gibt es da Spannenderes, als ein paar Intrigen zu spinnen?

Darauf verstehen sich die Marquise de Merteuil (Glenn Close als intrigantes Biest) und der Vicomte de Valmont (John Malkovich - zum Niederknien!) bestens. Das ehemalige Paar vertreibt sich die Zeit damit, andere Leute zu ruinieren: Die Marquise hat es auf einen Ex-Liebhaber abgesehen, da dieser sie damals einfach so verlassen hat, und will ihn zum Gespött der Leute machen, indem sie seine jungfräuliche, naive zukünftige Ehefrau Cecile de Valange (Uma Thurman) vor der Hochzeit entjungfern und "erziehen" lässt - wer wäre besser geeingnet dazu als der abgeklärte Vicomte? Dieser lehnt ihre Bitte jedoch ab ("Es ist zu leicht"), hat er sich doch längst eine vielversprechendere Beute ausgesucht: die weithin für ihre Treue und glückliche Ehe bekannte Madame de Tourvel (Michelle Pfeiffer).

Als zusätzlichen Ansporn erhält er von der Marquise die Zusage, dass sie eine Nacht mit ihm verbringen wird, wenn er die Madame erobert hat. Hoch motiviert macht er sich also auf zum Landgut seiner Tante, wo Madame de Tourvel sich gerade aufhält. Seine Annäherungsversuche scheitern jedoch, denn die Madame ist bereits vor ihm gewarnt worden - von niemand anderem als von Ceciles Mutter. Wutentbrannt bietet er der Marquise seine Hilfe bei der Ruinierung von Cecile an, die sich mittlerweile in ihren Musiklehrer (Keanu Reeves) verliebt hat.

Nun hat der Vicomte alle Hände voll zu tun: Die Liebschaft zwischen Cecile und dem Klavierlehrer zu fördern, diese nebenbei zu entjungfern und dann - natürlich - auch noch weiterhin um Madame de Tourvel zu werben. Ohne es zu wollen, erliegt er jedoch den Reizen der keuschen Madame - und als die Marquise das erfährt, sinnt sie - in ihrer Eitelkeit gekränkt - auf Rache. Sie stellt den Vicomte auf die Probe und verlangt einen ultimativen Liebesbeweis von ihm...

Der Film zählt zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Was am Anfang als boshaftes Spiel beginnt, wächst sich am Ende zu einem Drama aus - ich jedenfalls habe Rotz und Wasser geheult am Ende ;-)

Dieser Film ist nicht nur (aber natürlich auch) etwas für Liebhaber von Kostümfilmen. Die boshaften, witzigen Dialoge sind ein Genuss, die verwickelte Story und die berauschenden Bilder werden jeden in ihren Bann ziehen. Der Film wird jedoch vor allem von seinen abolut glaubhaften Darstellern getragen, die man gleichzeitig lieben und hassen kann.

Der gleiche Stoff ist übrigens vor einigen Jahren in die Gegenwart verlegt worden (Eiskalte Engel), kommt aber meiner Ansicht nach nicht an diesen Superfilm heran.
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am 21. Januar 2003
Glenn Close, who portrays the Marquise De Merteuil, and John Malkovich as the Viscomte De Valmont, place on the screen two of the more evil characters to appear in the cinema. There are not evil as in starting a World War, but absolutely bereft of humanity as they live for the amusement found by falsely gaining and then destroying the affection, confidence and the love of others. Their motivation is as simple as why a person may climb a mountain, "because it is there". The same thinking is used to embark upon the dismantling of another on a whim, or due to an elaborately perceived slight. Their wealth and position allow them their evil games and they use these to full advantage.
The transfer from film to DVD is poor and unworthy of such a visually stunning film, especially one awarded for the visual spectacle the director and costumers created. The Chateau locations and their grounds are spectacular but they are hampered by a poor transfer. The film deserves better treatment and hopefully a better product combined with featurettes of the film's making will also find their way to a new disc.
The balance of the cast includes even more familiar names including Michelle Pfeiffer, Uma Thurman, Keanu Reeves, and Swoosie Kurtz. And while virtually all of these characters are harmed by the two primary practitioners of evil, they are not the same people who will suffer mortally, be it physical or social. And while not playing traditional roles, the spectacular homes, the period dress, and the elaborate ritual involved in 18th Century French Aristocratic living creates a visual treat.
The only reason I leave off the 5th star is because the transfer to DVD is so poor. This film was honored with many awards and has remained a favorite of viewers since 1989. As this is the case is deserves better treatment and the technology to do so is easily at hand.
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