Lars von Trier ist für seine experimentellen Kinoarbeiten bekannt. Mit "Dancer in the Dark" setzte er 2000 einen Meilenstein und bot einen grandiosen Auftakt für eine spannende Karriere als außergewöhnlicher Filmemacher ("Manderlay", "Dogville"). In "Dancer in the Dark" sind es die Nähe der Figuren untereinander und ihre Geheimnisse und Schuldgefühle, die die Produktion zusammen halten. Von Trier geht dabei stets ganz nah an sein Personal heran und erreicht fast schon, dass der Zuschauer die Filmrollen nicht mehr als solche sieht. Sie entwickeln ein phänomenales Eigenleben, das wiederum das Erleben des Zuschauers vollkommen durchdringt. Dennoch ist die Grenze zwischen Fiktion und Realität eine sehr offen gehaltene, die sich durch Stilmittel, wie das Verwenden von Video anstatt Film oder durch das Aufbrechen der Handlung mittels Musicalszenen, permanent thematisiert sieht. Fazit: Das Gegenteil von Hollywood? Auf alle Fälle grandios!
Moviemans Kommentar zur DVD: Da auf Video und nicht auf Film gedreht wurde, zeigen sich typische Kompressionsprobleme. Den Surroundton kann man nur dann erleben, wenn sich der Soundtrack in den Musicalszenen einmischt. Die Extras sind mit Interviews, einem Blick hinter die Kulissen und Starinfos nett aber nicht unbedingt erschlagend. Insgesamt ist die DVD technisch eher eine solide als eine überraschende Sache.
Bild: Die technischen Probleme, die das Bildmaterial aufweist, liegen eindeutig in der Natur seines Formats. Da auf Video und nicht auf Film gedreht wurde, zeigen sich typische Kompressionsprobleme wie Nachzieheffekte in Gesichtern, Klötzchenbildungen auf Wandflächen und Mattscheibeneffekte. Diese Schwierigkeiten fallen aber nicht allzu schwerwiegend aus und verleihen der Produktion, gemeinsam mit den bewusst blass gehaltenen Farben, ihre schroffe Note. Die Schärfewerte bleiben recht weich und es zeigen sich kaum wirklich präzise Ansichten. Erfreulich ist allerdings, dass Rauschen auch in dunklen Szenen nicht schwer ausfällt. Berücksichtigt man die wahrscheinlich schlechte Qualität des Quellmaterials, kann man sich dennoch über die Umsetzung freuen, da aus vermutlich wenig noch recht viel heraus geholt wurde.
Ton: Den Surroundton kann man nur dann erleben, wenn sich der Soundtrack in den Musicalszenen einmischt (z.B. 00:39:21). Ansonsten bleiben sämtliche Signale centerverhaftet, denn auch in der Front lassen sich keine Richtungsdynamiken verzeichnen. Man sollte hiermit aber nicht allzu streng sein, da es ein Konzept des Filmes war, Originalsounds zu verwenden und möglichst wenig nach zu vertonen. So klingt beispielsweise Vogelzwitschern nicht durch den gesamten Raum, man kann aber immerhin davon ausgehen, dass es sich um tatsächliche Vögel handelt, die am Drehort gesungen haben. In den Musikszenen hingegen hämmert und zischt es auch ordentlich aus den hinteren Kanälen und der Raum wirkt enorm lebendig (Schnarren und Gesang, 00:40:16).
Extras: Das Bonusprogramm beginnt mit Interviews, in denen Björk (7:17 Min.), Peter Stomare (5:32 Min), Jean-Marc Barr (1:30 Min.), Lars von Trier (7:47 Min.) und Robby Müller über ihre Rollen, die Musik, den Regisseur, die Story, unsere Kultur oder die Arbeit mit der Kamera sprechen. Der Zuschauer bekommt dabei ein Gefühl dafür vermittelt, wie intensiv sich jeder Mitwirkende mit der Produktion auseinander gesetzt hat. Diesen Eindruck verstärkt auch das folgende „Hinter den Kulissen“ (4:05 Min.), in dem Regisseur Lars von Trier über seine Herangehensweisen beim Filmemachen berichtet. In den Darstellerinfos erfährt der Zuschauer mehr über die Bio- und Filmografien von Björk, Catherine Deneuve, Jean-Marc Barr, Peter Stomare, David Morse, Stellan Skarsgard und Udo Kier. Die Extras sind somit nicht ausufernd aber immerhin ausreichend informativ gelungen. --movieman.de
Amerika, Mitte der 60er Jahre: Die tschechische Einwanderin Selma arbeitet von früh bis spät. Nicht nur, um sich und ihren 10-jährigen Sohn Gene zu versorgen, sondern vor allem um für dessen Operation zu sparen, die ihn vor dem eigenen Schicksal bewahren soll: allmähliches Erblinden. Einziger Trost für Selma ist Musik, die ihr die harte Arbeit in der Fabrik erleichtert. Als sie dem verschuldeten Nachbarn unvorsichtigerweise von ihrem Geld erzählt, bestiehlt der sie und tritt damit eine Ereignis-Lawine los, die Selma in eine aussichtslose Lage bringt...