Lars von Triers bestürzender, erschütternder und herzzerreißender Film "Dancer in the Dark" ist wohl einer der mit Abstand schonungslosesten und gerade wegen seines Realismus gausamsten und emotionalsten Filme der letzten Jahre.
Angesiedelt im Amerika der 60er Jahre wird die Geschichte der langsam erblindenden, musicalvernarrten Selma (unfassbar ergeifend verkörpert von der isländischen Sängerin Björk), einer Immigrantin aus der Sowjetunion erzählt. Um ihrem Sohn dasselbe Schicksal zu ersparen, an einer Erbrankheit schließlich der Blindheit ebenfalls zum Opfer zu fallen arbeitet sie hart, um das Geld für eine rettende Operation zu sparen... doch nicht nur der amerikansche Kapitalismus, sondern gar ihre augenscheinlichen Freunde machen ihr ein Kreuz durch die Rechnung - mit fatalen Folgen für die naive aber herzensgute Selma.
Obwohl der Film wie ein Musical aufgebaut ist, und folglich Gesangseinlagen immer wieder eingestreut sind, ist es vor allem der fast grausame Realismus, der diesen Film, der die wohl bedingungsloseste Liebe die es gibt, die zwischen Mutter und Kind, zum Thema hat, so schockierend macht. Der grandiose Soundtrack, aus der Feder der Hauptdarstellerin Björk, unterstreicht mit seinen teils mechanisch anmutenden Klängen die zwei Welten, in denen sich die potagonistin wähnt. Da ist zum einen die Gesellschaft, die sie immer mehr zurückweist und die sie körperlich wie geistig erschöft; Daneben die Welt des Musicals, in die sie sich zusehends, bald auch in Tagträumen, flüchtet.
Zuletzt seien noch einmal die außergewöhnichen schauspielerischen Leistungen der Besetzung hervgehoben; Allen voran Björk, die für ihre Darstellung beim Filmfestival von Cannes verdient als beste Schauspielerin geehrt wurde.
Dieser Film wird sie jedoch für einige Zeit nicht mehr loslassen und Taschentücher sollte man in jedem Fall bereit halten - die habe sebst ich gebraucht.